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Als einzig wahre amerikanische Kunstform betitelt, fand der Jazz seinen Weg aus den Bordellen und Bars in die großen Konzerthallen der ganzen Welt. Dem Blues und Gospel entsprungen, gelang es dieser vorwiegend von Afroamerikanern gespielten Musik, aus unterschiedlichen Einflüssen eine neue Musikrichtung zu kreieren. Die Kunst, Elemente der Harmonik und Melodie, die aus der europäischen Musik stammen, mit neuen rhythmischen Komponenten zu verbinden, die dem westafrikanischen Musikverständnis ähneln, kann man nur bewundern. New Orleans wird oft als die Wiege des Jazz bezeichnet, da wohl an keinem anderen Ort verschiedenste kulturelle Einflüsse sich so miteinander verbunden haben wie in dieser Stadt. Louis Armstrong, der aus New Orleans stammte, war auf jeden Fall einer der Botschafter dieser Stilrichtung.

Jazz hat sich über die Jahrzehnte immer wieder neu erfunden. Zu Beginn noch vorwiegend als Unterhaltungsmusik betrachtet, spielte die Improvisation eine immer größer werdende Rolle. Von Dixi zu Swing, von Bebop zum Free- und Fusionjazz – diese Musik ist ständig in Bewegung geblieben. Durch diese Freiheit hat der Jazz auch maßgeblich unsere heutige Musik beeinflusst. Sei es in Samples von Hip-Hop-Stücken oder in den Arrangements des Pop, ohne Jazz wäre unser jetziges Musikverständnis definitiv ein anderes. Dadurch, dass in den 60er Jahren viele amerikanische Musiker nach Europa emigrierten, konnte sich auch in Europa eine interessante Jazzszene entwickeln. Zu Beginn noch sehr in der Tradition ihrer Vorbilder verhaftet, bildete sich über die Jahre ein eigenes europäisches Jazzverständnis.