The Weeknd
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Infos zu The Weeknd

Sich schlecht zu fühlen, das klingt bei niemandem so gut wie bei The Weeknd. Selbst sonnigen Tracks wie „Can‘t Feel My Face“ oder „Starboy“ scheint ein dunkler Unterton innezuwohnen – die Gewissheit, dass Freude und Schmerz nahe beieinander liegen, Schönheit vergeht und auf die Nacht immer der Tag folgt. Das Projekt von Abel Tesfaye aus Toronto nahm 2011 mit einer Reihe von Mixtapes – 2012 auf „Trilogy“ zusammengefasst – an Fahrt auf und verknüpfte einen verwinkelten Falsett-R&B mit Erzählungen von Drogen, Sex und anderen Fehltritten. Das Ergebnis klang sinnlich und distanziert, federleicht und schwergewichtig zugleich. Tesfaye war einer der ersten Musiker, die sich dank des Internets einen Namen machten. Er stellte seine Musik auf YouTube und bot sie zum kostenlosen Download an – ein heutzutage gängiger, damals radikaler Schritt. Als Kind äthiopischer Eltern, die in den späten Achtzigern, kurz vor seiner Geburt, nach Kanada auswanderten, verkörpert Tesfaye das sich verändernde Gesicht Torontos: Er begreift sich nicht nur als Teil einer internationalen Musik-Community, sondern auch einer speziellen Diaspora-Erfahrung. Und wie die Musik von Duett-Partnerin Lana Del Rey oder seines frühen Unterstützers Drake (ebenfalls aus Toronto) steht Tesfayes Sound für einen Hedonismus, der in einen trostlosen Exzess mündet. Auf Alben wie dem GRAMMY-prämierten „Beauty Behind the Madness“ (2015), dem mehrfachen Platinseller „Starboy“ (2016) und dem dichten, atmosphärischen „After Hours“ (2020) scheinen die Erzähler unfähig, nein zu sagen – selbst wenn sie sich später dafür hassen. Und auch wenn seine Musik mit der Zeit etwas aufgehellt ist, herrscht weiterhin eine schwere, fast verstörende Grundstimmung vor – wie in einem Fahrgeschäft, mit dem du noch eine Runde drehen willst, obwohl du eigentlich schon genug hast. Im Gespräch mit Apple Music sagt Tesfaye über die Kunstfigur in seinen Songs: „Ich bin ein entspannter Mensch. Dieser Typ, das bin ich, aber so, wie ich mich selber sehe und in meinen Texten darstelle. Manchmal nehme ich ihn, erfinde etwas hinzu und dann wird daraus dieses Monster. Ich entwickle ihn weiter und er wird unkontrollierbar – zu einer eigenen Persönlichkeit. Er ist wie ‚Scarface‘, der Bösewicht: So schrecklich er auch ist, du kannst deinen Blick nicht von ihm abwenden.“

  • HEIMATORT
    Toronto, Ontario, Canada
  • GEBOREN
    16. Februar 1990

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