LINKIN PARK
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Die ersten Jahre mussten LINKIN PARK, die ab dem Jahr 2000 den Rap-Rock von Los Angeles aus neu definierten, hart für ihre kreative Freiheit kämpfen – es gab sogar einen Punkt, an dem ein Manager vorschlug, Mike Shinoda, den MC der Band, zu feuern und Rockmusik im traditionelleren Sinne zu produzieren. Als Letzterer dann zusammen mit dem mittlerweile verstorbenen Chester Bennington die Lyrics für das bahnbrechende LINKIN PARK-Album „Hybrid Theory“ (2000) schrieb, schlossen sie einen Pakt: keine Schimpfwörter. Es ging dabei nicht nur darum, ihr Publikum bei der Stange zu halten, weil Teile davon gegenüber ihren Erziehungsberechtigten durch einen „Explicit Lyrics“-Aufkleber durchaus in Erklärungsnot hätten geraten können. Vielmehr zwang die Vermeidung von stumpfen Kraftausdrücken Shinoda und Bennington dazu, ihren Schmerz und ihre Frustration offenzulegen und ihnen auf eine Weise zu begegnen, die ansonsten unter Schimpfwörtern vergraben geblieben wäre. Unterschwellig bedeutete diese Entscheidung auch eine metaphorische Wende zur Katharsis: LINKIN PARK waren wütend, aber das Feuer ihres Zorns hinterließ keine negativen Nachwirkungen.

„Hybrid Theory“ war ein Album, wie es nur einmal in jeder Generation vorkommt – ein Wendepunkt in der Geschichte des Hard Rock, der den Einfluss von Hip-Hop und elektronischer Musik offensichtlich machte. Aber einen Teil der Langlebigkeit hatte die Band ihrer Vielseitigkeit zu verdanken, mit der sie der Konkurrenz immer einen Schritt voraus blieb. Mit den elektronischer klingenden Alben „Meteora“ (2003), „Minutes to Midnight“ (2007), „A Thousand Suns“ (2010) und „Living Things“ (2012) ersetzte die Band Hard-Rock-Pomp durch die künstlerische Verletzlichkeit von Emo und Synth-Pop. Wenn die Gitarren mal etwas in den Hintergrund traten, kam eine düstere Post-Hardcore-Vision von elektronischer Musik zum Vorschein, bei der Bennington seine Vorliebe für Depeche Mode ausleben konnte und die einen Schmerz zum Vorschein brachte, der auch ohne Aggression gut zum Ausdruck kommt. 2014 folgte „The Hunting Party“. Und als sie sich 2017 mit „One More Night“ schließlich dem Pop zuwandten, waren sie bereits für nahezu zwei Jahrzehnte ununterbrochen an der Erneuerung der kommerziellen Rockmusik beteiligt.

Wenige Monate nach der Veröffentlichung von „One More Light“ im Jahr 2017 starb Chester Bennington durch Suizid. Ein paar Jahre später begann die Band wieder vorsichtig damit, an neuer Musik zu arbeiten.

  • HERKUNFT
    Agoura Hills, CA
  • GEGRÜNDET
    1996

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