Willows

Willows

Der Geiger Pekka Kuusisto ist eine der profiliertesten Persönlichkeiten der internationalen Klassikszene. Früh begann der Finne mit dem Violinenspiel und erwies sich im Laufe seiner Karriere als Künstler, der klassische Pfade mit improvisatorischer Freiheit verbindet. Sein Interesse an Folk, Jazz und elektronischen Strömungen spiegelt sich in einer Klangästhetik wider, die offen, unprätentiös und ausgeglichen anmutet. Auf „Willows“ betrachtet er vier Werke aus dieser Ausgangsposition heraus. Eine neu gedachte Version von Ralph Vaughan Williams’ „The Lark Ascending“ eröffnet den Zyklus. Kuusisto übersetzt hier gemeinsam mit dem Norwegian Chamber Orchestra das berühmte Werk in eine bisweilen fragil anmutende, aber zugleich entschiedene Musiksprache. Es folgen Caroline Shaws „Plan & Elevation“ und Ellen Reids „Desiderium“. Kuusisto widmet die Komposition für Solovioline seinem verstorbenen Bruder Jaakko, in konzentrierter Schlichtheit erzählt sie von existenziellen Erfahrungen. Den Schlusspunkt bildet schließlich eine kleine Sammlung an Liedern, arrangiert von Nico Muhly und interpretiert von Sam Amidon, die dem Album überraschend narrative Nuancen verleiht. So unterschiedlich all diese Werke sein mögen, Kuusisto verbindet sie in seinem Spiel mit sensiblem Gespür. Das mutet zurückhaltend, ja beinahe kontemplativ an und besitzt eine Gravitas, die nie ins Schwerfällige kippt. So ist hier ein Album entstanden, das an einen fein gesponnenen Kokon erinnert.