QRÖMELIFE

QRÖMELIFE

Die letzten Jahre waren hart für Quavo. 2022 verlor er seinen Neffen und Migos-Mitglied Takeoff. Zu diesem Zeitpunkt war die Beziehung innerhalb des Trios bereits angespannt, da sich jeder der Rapper auf sein eigenes Solomaterial konzentrierte – und Quavo mit Takeoff ein gemeinsames Album veröffentlichte. Inmitten der Gerüchte über Spannungen zwischen Quavo und Offset besiegelte der tragische Tod dann das Ende der Migos. Quavos Soloalbum „Rocket Power“ aus dem Jahr 2023 war dann eine schmerzerfüllte Hommage an seinen verstorbenen Neffen. Drei Jahre später trauert der 35-jährige Rapper immer noch. Aber die Musik hat ihm geholfen, weiterzumachen. Sein drittes Solowerk „QRÖMELIFE“ würdigt nun den Prozess der Heilung durch Ausdruck – eine Reise, bei der sich Pharrell Williams mit Quavo im Studio einschloss, um jeden einzelnen Beat des Albums zu produzieren. Dabei fungierte der Kreativdirektor von Louis Vuitton nicht nur als Executive Producer, sondern auch als Mentor: „Ich danke meinem großen Bruder Pharrell dafür, dass er mich kreativ geleitet und angetrieben hat, als ich es brauchte“, teilte Quavo in einem Statement im September mit. Das Ergebnis ist das optimistischste und experimentellste Album in Quavos Solokarriere. Denn es schlägt eine Brücke zwischen klassischem Funk und Southern Rap. Für den nostalgischen Track „Backwards“, eine Art Fortsetzung von „Welcome to Atlanta“, holte er sich T.I. ins Boot. Und in „HAOYU DEWDAT“, einer Interpolation von Young Bleeds No‑Limit-Überraschungshit aus dem Jahr 1998, ist Yung Miami zu hören. In „Hit-A-Lik“ gibt Quavo eine überzeugende James‑Brown-Imitation zum Besten, in „Trance (Walk It Down)“ lässt er den Freestyle der 1980er-Jahre wieder aufleben und für den Retro-Synthwave-Track „House Music“ tut er sich mit Justin Timberlake zusammen. Doch den Höhepunkt von „QRÖMELIFE“ bildet „Away“, eine klangliche Fortsetzung von „Stir Fry“ aus dem Jahr 2017, also Migos’ erster Zusammenarbeit mit Pharrell. Was aber noch wichtiger ist: Der Track ist auch eine Wiedervereinigung mit Offset. Die beiden Rapper haben also das erste Mal seit 2021 wieder gemeinsam Musik gemacht. Bei einer Listening-Session in L.A. trat Offset dann an die Seite von Quavo, als der Song lief – eine kleine, aber bedeutsame Geste für die lange zerstrittenen „Cousins“. Das Ganze verleiht Quavos Zeile im Album-Closer „Destined“ auch eine ganz neue Wirkung: „Remember where it started/Forever Migo gang.“ („Erinnere dich, wo es anfing / Migo-Gang forever.“)