Johnny's Tape

Johnny's Tape

Bei „Johnny’s Tape“ wirkt schon der Titel wie eine Kassette, die man aus dem Handschuhfach zieht und ins Autoradio drückt: ein bisschen schief, viel Charakter, direkt auf Play. Bonez MC zieht hier den 187-Film wieder näher an die Straße und packt ihn in eine Form, die an Mixtapes, Sommerhitze und Handyvideos erinnert. Songs wie „Vollmond“, „Du oder Ich“, „Ich sach ma So!“ und „Alter Becher neuer Drink“ zeigen, was den Rapper seit Jahren so gefährlich eingängig macht: eine Reibeisenstimme, Hooks mit Kiosk-Leuchtkraft sowie Beats zwischen Dancehall-Schatten, Straßenrap-Druck und trockenem Hamburg-Humor. Die Gäste – Gzuz in „Sprite“, Kwam.E und Layé bei „Ich sach ma So!“, Nate57 in „Bissu dumm ?!“, Ufo361 bei „Pharma“ – öffnen verschiedene Momente derselben Nacht. Im Kern geht es melodisch zu, man findet aber auch dreckige Kanten und will das Ganze sofort noch mal erleben. Und über all dem rappt Bonez wie jemand, der sein eigenes Chaos längst kennt und trotzdem grinsend den nächsten Drink bestellt.