

Auf seinem Albumdebüt will PRESIDENT an das rankommen, was ihm mit seiner EP „King of Terrors“ aus dem Jahr 2025 gelang. So ist mit „Blood of Your Empire“ ein genreübergreifender Mash‑up aus elektronischer Tanzmusik, modernem R&B und wuchtigem Metalcore entstanden. Thematisch knüpft der maskierte britische Musiker an die Auseinandersetzung mit den religiösen Schwerpunkten des Vorgängerprojekts an. „Ich bin in einem sehr religiösen Umfeld aufgewachsen. Später wurde mir klar, dass vieles, was mir in meiner Jugend beigebracht wurde, eine Art Indoktrination war“, erzählt der Künstler im Gespräch mit Apple Music. „Und als ich anfing, das zu hinterfragen, bin ich im Grunde richtig heftig zusammengebrochen. Viele der Säulen meines Lebens – egal ob im moralischen Sinne oder einfach nur Fragen wie ‚Wofür sind wir hier?‘ und ‚Was bedeutet das alles?‘ – gerieten ins Wanken. Das hat mich auf einen total düsteren Weg gebracht, es ging mir richtig schlecht. Ein Teil des Albums befasst sich mit der Art meiner Gedanken zu diesem ganzen religiösen Thema“, sagt er. „Und der andere handelt davon, wie ich damit umgehe.“ Der Opener „Angel Wings“, der wie Deftones auf dem Dancefloor klingt, ist der erste Song, den PRESIDENT für das Album geschrieben hat – und einer, der seiner Meinung nach sinnbildlich für das Projekt selbst steht. „Wenn mich jemand fragen würde, wie PRESIDENT klingt, würde ich direkt diesen Song anmachen“, erklärt er. Der Song „Mercy“ hat eine Schlüsselfunktion im persönlichen Aufarbeitungsprozess des Musikers. „Als ich diesen Text schrieb, habe ich in der Geschichte zurückgeblickt“, sagt er. „Ich habe das Gefühl, dass in der Geschichte der Menschheit mehr Blut im Namen der Religion vergossen wurde als für irgendetwas anderes. Das klingt wie eine Kritik an Religion selbst, aber es ist eigentlich eine Kritik am Menschen. Denn die Menschen haben sich angemaßt, von den Lehren der Religion abzuweichen und sie für ihre eigene Gier und Macht zu missbrauchen.“ Für PRESIDENT ist der vom Hip‑Hop beeinflusste Track „dark heaven“ der, in dem er am explizitesten mit seiner religiösen Erziehung abrechnet. „Das Lied ist der direkteste Kommentar dazu, wie ich im Glauben meine absolute Wahrheit fand und dann offener geworden bin“, erzählt er. „Ich sage nicht, dass ich nicht mehr religiös bin. Ich sage nur, dass ich diesen Prozess durchmache, den ich für mich alleine hätte machen sollen, anstatt mich von anderen beeinflussen zu lassen.“ Und in „DOOM LOOP“ geht es dann darum, im Zeitalter der ständigen Ablenkung präsent zu sein. „Die sozialen Medien sind etwas, das einen einfach mitreißen kann“, sagt PRESIDENT. „Ich habe neulich einen guten Spruch gehört: ‚Das hier sind die guten alten Zeiten.‘ Und das richtet sich genauso an mich wie an alle anderen. Wenn das unsere einzige Chance in diesem Leben ist und danach nichts mehr kommt, dann müssen wir verdammt noch mal was daraus machen.“