

„NOSTALGIA“ öffnet mit „Startup“ und schließt mit „Shutdown“ – schon diese Klammer verrät, dass RIN Erinnerungen hier wie ein System hochfährt. Zwischen „Bladerunner“, „Cutscene“, „Inuyasha Redux“ und „Totoro“ sortiert das Album alte Codes wie eine Benutzeroberfläche: Popkultur, Kindheitsflimmern, Statussymbole, Sehnsucht im Pixellicht. Der Sound wirkt kühl glänzend, sehr designt, mit Hooks, die eher schweben als drücken, und Beats, die mal nach Nachtfahrt durch Ludwigsburg, mal nach Ladebildschirm in Zeitlupe klingen. Inhaltlich geht es um Selbstbild, Glauben, Status, Leere nach dem Applaus und die Frage, was von früher bleibt, wenn die Screenshots ihre Wärme verlieren. „Odyssee“ mit Schmyt legt die Verletzlichkeit offen, „Wach“ mit reezy verleiht dem Luxusfilm einen unruhigen Puls, und „Redrising“ mit OG Keemo reibt RINs melodischen Kosmos an einer deutlich kantigeren Energie. In „EXIT THROUGH THE GIFT SHOP“ schimmert die Pop-Art-Idee besonders hell: Erinnerungen sind hier der schön ausgeleuchtete und seltsam teure Merch-Stand des eigenen Lebens. Während RIN vergangene Farben zurückholt, bleibt sein Blick gleichzeitig konsequent nach vorn gerichtet. „NOSTALGIA“ klingt dadurch wie ein Speicherstand, den man lädt, obwohl man längst ein anderer Charakter geworden ist.