

Als JADE im Juli 2024 mit ihrem ausladenden Solodebüt „Angel Of My Dreams“ an den Start ging, war ihr damals noch unbetiteltes Album bereits fertiggestellt. Der Song – produziert von Mike Sabath – vereint Power-Balladen-Theatralik, stampfende Elektro-Basslines und zuckersüß-sarkastische Melodien zu einem regelrechten Klangmonster. Fans und Kritik feierten ihn gleichermaßen für seine mutige Experimentierfreude. Damit schürte der Little Mix-Star enorme Erwartungen an alles, was danach kommen würde. Kurz nach der Veröffentlichung sagte JADE gegenüber Rebecca Judd von Apple Music: „Auf dem Album gibt es viele Songs, die dieselbe experimentelle Energie haben. Es sind auch ein paar geradlinigere, poppige Nummern dabei, aber durchzogen von dem kreativen Chaos in meinem Kopf.“ Mit „THAT’S SHOWBIZ BABY!“ schlägt sie dieselbe Richtung ein. Die erste Hälfte des Albums ist voller Singles, in denen JADE mit spielerischer Leichtigkeit durch glitzernde Disco-Sinnlichkeit („Fantasy“), Ballroom-Club-Sound („Midnight Cowboy“, gemeinsam mit RAYE geschrieben) und kompromisslosen Elektropop („FUFN [Fuck You For Now]“) gleitet. In der zweiten Hälfte fügt sie all ihre Einflüsse zu einem stimmigen Ganzen zusammen – ohne dabei ihre Originalität oder ihre unkonventionellen Ideen zu opfern, die mittlerweile zu ihrem Markenzeichen geworden sind. „Ich glaube, [die Reaktion auf ‚Angel Of My Dreams‘] hat mich darin bestätigt, dass ich wirklich ich selbst sein darf“, sagte JADE. „Ich darf Risiken eingehen. Ich darf mutiger sein.“ Dieses Selbstvertrauen zeigt sich auch in den Texten des Albums. So setzt sich JADE mit ihrem ambivalenten Verhältnis zum Leben im Rampenlicht auseinander. Sie beleuchtet die Liebe und ihre Nebenwirkungen – wie in der herrlich aus den Fugen geratenen Romantik von „Plastic Box“ – und das nachvollziehbare Gefühl, mit dem eigenen Verstand auf Kriegsfuß zu stehen. In „Self Saboteur“ übernimmt sie Verantwortung für ihre emotionalen Schutzmauern, nur um in dem nervös groovenden Midtempo-Track „Glitch“ den Vorhang wieder zu lüften und die verzerrte innere Stimme offenzulegen, die „mir Lügen erzählt, mir erzählt, wie es ist“ [„telling me lies, telling me how it is“] und „alle Entscheidungen kapert“ [„hijacking all my decisions“]. „Unconditional“ verspricht über einem treibenden Synthiepop-Beat bedingungslose Liebe für eine Person, die Probleme hat, sich selbst zu lieben. „Natural at Disaster“ stellt das Konzept einer Schmachtballade auf den Kopf: Der dramatische Gesang trifft auf die sanfte, klaviergetragene Erinnerung an eine toxische Beziehung. „Wenn ich über dunklere, persönliche Themen schreibe, gebe ich ihnen immer einen humorvollen Einschlag“, sagte JADE in der Veröffentlichungswoche zu Zane Lowe von Apple Music. „Es hat mir als Songwriterin Spaß gemacht, endlich persönlichere Inhalte zu schreiben, mich auszuprobieren und den Leuten zu zeigen, wer ich wirklich bin.“ Wenig überraschend teilt „THAT’S SHOWBIZ BABY!“ die klangliche DNA – und Produzent:innen wie Sabath, MNEK und Lostboy – mit den späten Werken von Little Mix: Während des mehr als zehnjährigen Bestehens der Girlgroup war JADE als Songwriterin maßgeblich am enormen Erfolg der Band beteiligt. Oft nutzen Künstler:innen ihren Solostart, um sich komplett neu zu erfinden – als Gegenreaktion auf die künstlerischen Kompromisse, die kollektive Kreativität mit sich bringt. JADE indes geht bewusst einen anderen Weg: Sie verbindet ihren ganz eigenen Impetus mit vertrauten Elementen. Dadurch wirkt „THAT’S SHOWBIZ BABY!“ umso authentischer. Sie nimmt ihre Vergangenheit an – und schafft damit die Grundlage für ihre Zukunft.