Schwarzer Lotus

Schwarzer Lotus

Die Kunstform des Albums ist in Zeiten von Playlists und Shuffle-Mode fast in Vergessenheit geraten. Zumindest gibt es Menschen, die das behaupten. Mit „Schwarzer Lotus“ beweist Megaloh das Gegenteil: Sein fünftes Studioalbum ist ein geschlossenes und atmosphärisches Gesamtkunstwerk – vom ersten bis zum letzten Song. Der Berliner hält dabei alle Fäden in der Hand: Die Platte erscheint erstmals auf seinem eigenen Label. Zudem stammen viele der Beats von Megaloh selbst, produziert unter seinem Alias Oga Beats. Der Sound ist geprägt von warmen Soul-Samples, die oft ohne Drums auskommen. Sie richten den Fokus auf einen der besten deutschen MCs: In pointierten Reimketten nimmt er sich selbst, die deutsche Rapszene und die Gesellschaft ins Visier. Dabei hält er eine geschickte Balance aus popkulturellen Referenzen und harter Realität. Ansu steuert einen herausragenden Vers auf „Wo die Wölfe wohnen“ bei, einer Geschichte über das Leben in der Unterschicht. Auf „Himmel auf“ beschwört King Kolera einen besseren Morgen für alle Straßenjungs. Megaloh und seine Gäste haben ein brillantes Händchen für atmosphärische Tracks, ohne sich dabei im Pathos zu verlieren. „Ist für manche nur Musik, für mich ist es mein Leben“, heißt es auf „Erlöser“ – und man glaubt es sofort.

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