Better Broken

Better Broken

Es ist Sarah McLachlans erstes Album mit eigenen Songs seit elf Jahren. Und passenderweise erscheint es im selben Monat, in dem „Lilith Fair: Building a Mystery“ Premiere feiert. Dabei handelt es sich um einen Dokumentarfilm, der das bahnbrechende Erbe von McLachlans reinem Frauenfestival feiert. Und in vielerlei Hinsicht erfüllt „Better Broken“ im Jahr 2025 dieselbe Funktion wie die Lilith Fair in den 1990ern: Das Album bietet Fans einen Safe Space, um gemeinsam in Gefühlen zu schwelgen. Mit boygenius-Producer Tony Berg an den Reglern fügt sich McLachlan auf „Better Broken“ mühelos in die moderne Singer-Songwriter-Szene ein, die sie selbst einst mitprägte. Der Titelsong führt uns zurück zu ihrem von Folk beeinflussten Storytelling, zu den Trip‑Hop-Texturen und den Gänsehautmomenten ihres Gesangs, die sie zu einer Ikone des Adult Alternative machten. Wie eh und je destilliert McLachlan Beziehungen meisterhaft auf ihre intimsten Details. „I want to feel the shiver/Your fingers writing poetry on my skin“ („Ich will das Beben spüren / Deine Finger, wie sie Poesie auf meine Haut schreiben“), singt sie im von staubiger Weite durchzogenen, hingebungsvollen „Long Road Home“. Und stürzt sich zugleich mit unerschütterlicher Entschlossenheit in deren chaotischen Nachwehen: Die Trennungs-Klavierballade „Wilderness“ ist vielleicht der eleganteste Mittelfinger an eine:n Ex, der je geschrieben wurde. Doch auch wenn die Songs wie zutiefst persönliche Gespräche wirken, ist „Better Broken“ deutlich im Hier und Jetzt verankert. Es greift den gesellschaftspolitischen Aufruhr auf, der auf uns allen lastet. So ist die zarte Klavierserenade „Only Human“ das musikalische Äquivalent einer Schulter zum Ausweinen, mit der McLachlan niedergeschlagenen Seelen wie eine einfühlsame Lebensberaterin aufmunternde Worte schenkt. Und auch wenn McLachlan längst Jahrzehnte von den Mobilisierungstagen der Lilith Fair entfernt ist, zeigen aufbauende Selbstermächtigungshymnen wie „One In a Long Line“ und „Rise“, dass die feministische Flamme des Festivals noch immer hell in ihr brennt.