ARIRANG

ARIRANG

BTS

Vieles in der rekordverdächtigen Karriere von BTS hat es so vorher nur selten gegeben. Die ab Juni 2022 eingelegte Pause bildet da keine Ausnahme: Die K-Pop-Megastars RM, Jin, SUGA, j‑hope, Jimin, V und Jung Kook mussten ihre Musik temporär auf Eis legen, um den in Südkorea für alle fähigen Männer obligatorischen Wehrdienst abzuleisten. Die Situation erinnerte in gewisser Weise an Elvis Presley, der damals als vergötterter Musiker ins US-Militär eingezogen wurde. Doch jetzt ist die Boyband nach fast vier Jahren zurück – mit dem 14 Songs umfassenden Album „ARIRANG“, das tief in der koreanischen Kultur und Identität verwurzelt ist. Geschrieben und aufgenommen wurde es 2025 in monatelangen Songwriting-Sessions in L.A. So ist es auch nicht verwunderlich, dass eine ganze Reihe an westlichen Produzent:innen und Songschreiber:innen an dem Album beteiligt ist, etwa Mike WiLL Made‑It, Flume, El Guincho, Diplo, Ryan Tedder und Sarah Aarons. Der Dreh- und Angelpunkt – sowie die Inspiration für den Titel – bleibt aber ein 600 Jahre altes Volkslied über die Sehnsucht, den Kummer und die Widerstandsfähigkeit der koreanischen Menschen. Dieses „Arirang“-Volkslied umrahmt auf dem von internationaler Zusammenarbeit geprägten Album nicht nur die kulturellen Wurzeln von BTS, sondern ist auch tatsächlich präsent. Im Album-Opener „Body to Body“ – einem pulsierenden Track, der die Magie und Verbundenheit von Stadionkonzerten feiert – entwickelt sich der Beat geschickt von elektronischen zu akustischen Klängen: Eine von Pansori inspirierte Version des Volkslieds fließt in den Song ein und verschwindet dann langsam wieder. Dieses Zusammenspiel schlägt eine Brücke zwischen BTS‘ moderner Musik und alten koreanischen Traditionen und ist auch im Rest des Albums zu spüren. Selbst wenn die anderen Songs nicht ganz so offensichtlich koreanisch klingen. Die Lead-Single „SWIM“ überzeugt mit entspannten Lo‑Fi-Synth-Klängen und will dabei die Hörer:innen trösten, die das Tempo ihres Lebens mit dem von anderen Leuten vergleichen. „Hooligan“ kombiniert das Klirren von Schwertklingen, trockene Hahas und die präzise Rap-Performance der Gruppe zu einem Song, der ihre Freude an musikalischen Experimenten feiert. „Merry Go Round“ setzt schließlich auf bittersüße Melodien, während die Sänger nach einem Ausweg aus dem Teufelskreis eines schmerzhaften Alltags suchen.

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