CAPTAIN

CAPTAIN

Die zwei Jahre, die auf BNXNs „Sincerely, Benson“ (2023)scheinen den OG-Status des Singer-Songwriters nur noch gefestigt zu haben. Diese Zeit bildet die Grundlage für „CAPTAIN“, sein zweites Album, in dem sich BNXN mit seiner Rolle als Afropop-Größe auseinandersetzt. „‚Captain‘ ist der Spitzname, den mir ein Freund gegeben hat“, erzählt BNXN Apple Music. „Er sagte das oft als Zeichen des Respekts und um zu zeigen, wer das Sagen hat. Ich fing dadurch an, mich als einen entscheidenden Akteur in der Branche zu sehen, besonders in der nigerianischen Musikindustrie. Ich muss nicht im Vordergrund stehen. Ich glaube nur daran, dass der Sound und die Art von Musik, die ich mache, ganz oben mitspielen. Das ist wichtig.“ Dieses Selbstbewusstsein ist auf „CAPTAIN“ spürbar, während BNXN seinen Platz als Afropop-Leitstern behauptet, ohne dabei die thematische Präzision und die klangliche Raffinesse zu verlieren, die ihn von Anfang an auszeichneten. „Es gibt eine deutliche Weiterentwicklung bei diesem Projekt“, erklärt er. „Ich glaube, dass echte BNXN-Fans merken, dass ich viel selbstsicherer geworden bin. In diesem Geschäft neigt man oft dazu, unsicher oder instabil zu werden, aber dieses Album hat mir gezeigt, wie gefestigt ich bin.“ Mit Beiträgen von talentierten Künstler:innen, darunter Seyi Vibez, Victony und Rema, bewegt sich „CAPTAIN“ zwischen sonnigen Sommer-Jams („Phenomena“), kraftvollen Hymnen für Girlbosse („Cutesy“) und scharfen Kontern gegen Trolle („Ashimolowo“), während das Album Stück für Stück den Antrieb freilegt, der BNXNs Aufstieg an die Spitze des Afropop möglich gemacht hat. Lass dich von BNXN durch die wichtigsten Tracks von „CAPTAIN“ führen. „I Alone“ „I Alone“ wurde von Rymez produziert, einem britischen Producer. Mir fiel auf, dass dieser Beat besonders schnell und poppig klingt. Ich hatte das Gefühl, wieder in der Highschool zu sein und Musik wie Black Eyed Peas zu hören. [Das Lied] ist meine Reflexion über meinen Weg und wie einsam es manchmal wird, aber dann muss ich mich immer daran erinnern, dass ich es bin. Es zeigt, wer ich bin. „Cutesy“ Es mag komisch klingen, aber ich sehe dieses Projekt als eine Kombination aus vier EPs. Ich habe die EPs nie bewusst aufgenommen, aber sagen wir es so: Es waren Sounds. Die ersten vier Songs sind alle vom Hip‑Hop inspiriert. „Cutesy“ ist sexy Drill, aber immer noch vom Hip‑Hop beeinflusst, weil er aus New York stammt. Genau das ist der Kern von Afrofusion: die Fähigkeit, dieses afrikanische Erbe mit Hip‑Hop-Elementen zu verschmelzen. Ich musste diesen sexy Drill ausprobieren, weil ich den ganzen Sommer 2024, als ich draußen unterwegs war, nichts anderes gehört habe. Frauen lieben diesen Sound. Besonders wenn der Tequila fließt. „Jies“ Das ist die Abkürzung für „ju idi e seyin“ – eine Anspielung auf etwas, das Burna Boy gemacht hat. Es gab früher einen Song von ihm mit LeriQ und Phyno, der „Turn Up“ hieß. Es ist eine Partyszene, aber ich wollte meine eigene Version davon schaffen. Der Track wurde von Young Soul produziert, einem genialen britischen Producer. Im Song vibe ich einfach, rede darüber, wie ich im Club versuche, ein Mädchen zu beeindrucken, und ihr sage: „Dein Freund kommt nicht an mich ran, weil ich chille. Ich chille auf höchstem Niveau, und du sollst mitmachen. Also, tanzen wir.“ „Very Soon“ (mit FOLA) Dieser Song ist daraus entstanden, dass FOLA meine Musik liebte und dachte, ich könnte seine Musik verbessern. Ich erinnere mich an den Tag, als ich zufällig „Very Soon“ auf seinem Twitter entdeckt habe. Der Song war fertig, aber alle kannten nur zehn oder 15 Sekunden davon, und das war der beste Teil des Songs. Er sagte: „Ich schicke dir den Beat, mach damit, was du willst.“ FOLA hat die Hook gemacht, ich habe eine kleine Bridge eingebaut, einen Vers geschrieben und die Hook wiederholt. Ich bin froh, wenn Künstler:innen einander zuhören, denn so etwas könnte zum Konflikt führen. Es hätte ihn stören können, aber er ist sehr verständnisvoll. „Eleyi“ Für mich ist das nostalgische Musik. Das ist Galala. Das sind verlorene Ajegunle-Sounds. „Eleyi“ ist Street-Dancehall. Der Track ist in Ghana zusammen mit Kel‑P entstanden. Ich wollte damit unterstreichen, dass ich etwas Wichtiges in der Szene tue. „Eleyi“ ist Yoruba und bedeutet „dieser hier“. Ich sage damit: „Diesen Sound kann nur ich kreieren. Dieser Sound bin ich, und wenn du ihn von einer anderen Person hörst, ist es nicht BNXN.“ Es gibt viele Nachahmer:innen, aber es gibt nur ein Original. Und das bin ich. „Captain“ Ich glaube, das ist mein Lieblingssong vom ganzen Projekt, und er ist mein Leben. Ich habe etwa 1,2 Milliarden Streams erreicht, und das freut mich zwar, aber es bewegt mich nicht. Ich bin derzeit fast bei 700 Millionen Streams auf Apple Music. Vielleicht bin ich erst zufrieden, wenn ich dort eine Milliarde erreiche. In Nigeria haben das nicht viele geschafft. „Captain“ ist meine Reflexion. Ich sage Dinge wie: Ich habe keine Zeit für kurzfristiges Glück im Leben. Und ich rauche nur Gras, wenn ich das Gefühl habe, etwas Gutes erreicht zu haben. So fühlt es sich eben manchmal in diesem Geschäft an. „Captain“ ist meine Art zu sagen, dass ich dieses Leben nicht gewählt habe, sondern dass es mich gewählt hat. „Fi Kan We Kan“ (feat. Rema) Kaum jemand hat mit diesem Song gerechnet. Rema und ich haben seit 2023 und 2024 darüber gesprochen. Einer der Songs, die ich ihm geschickt habe, war „Fi Kan We Kan“, und er hat ihn geliebt. „Fi Kan We Kan“ ist einer meiner Lieblingssongs. Es ist der beste Song, um von jemandem dein Geld einzufordern. „Ashimolowo“ Der Song stammt von dem Tweet: „Ist Ashimolowo eine Bitch?“ Das ist eine dumme Frage, aber ich sage damit: „Ich habe keine Zeit für viele Dinge oder Kommentare. Wir werden trotzdem Geld machen. Wir werden steinreich werden.“ Wenn früher jemand etwas Krasses über mich gesagt hat, bin ich ausgerastet oder habe darauf reagiert. Das mache ich heute nicht mehr, und genau darum geht es in „Ashimolowo“. Es ist, als würde ich sagen, alles, was ich jetzt tue, ist Magie und wird von göttlichen Kräften geleitet. Nichts bringt mich aus dem Gleichgewicht. Wir werden erfolgreich sein, wir werden viel Geld machen, aber niemand bringt uns aus der Ruhe. „Cough Syrup“ (feat. Victony) Der Song war ursprünglich ein Song von Victony. Er sollte auf seinem Projekt erscheinen, aber ich habe mit dem Vers lange gewartet, weil mir nichts eingefallen ist. Musik ist für mich heilig, vor allem, wenn wir nicht den Gbedu-Sound („von Beats getragen“) einbauen. An dem Tag, an dem ich den Song aufgenommen habe, habe ich persönliche Dinge gesagt. In dem Song sage ich: „Die Leute wollen diesen Stress nicht. Wenn sie ihn wollten, würden sie daran ersticken.“ Ich habe den Vers geschrieben, Victony hat ihn gehört und meinte: „Das ist viel tiefgründiger als das, was ich ursprünglich von dir wollte.“ Ich bat ihn, ihn mir zu geben, und er war einverstanden. „In Jesus Name“ (feat. Soweto Gospel Choir) Dieser Song entstand in Kapstadt zusammen mit Gemini Major. „In Jesus Name“ ist der Abschluss jedes Gebets, wenn man Amen sagt. Ich beschreibe damit mein Leben mit kleinen Details und wie selbstbewusst ich inzwischen Musik mache. Das ist so ziemlich das Thema des Projekts, dieses Selbstvertrauen, diese innere Stärke. Als wäre ich auf dem Spielfeld der Kapitän. Ich muss kein Tor schießen. Ich muss nicht viel tun, aber ich weiß, dass ich derjenige sein werde, der am Ende den Pokal in die Höhe hält.

Musikvideos