

Während seiner gemeinsamen Tour mit Charli xcx erlebte Troye Sivan zwei Dinge: Party ohne Ende und eine tiefe Einsamkeit, der er nicht entkommen konnte. Der australische Popstar und die „Queen of BRAT“ waren schon lange befreundet, bevor sie 2024 und 2025 für die „SWEAT“-Tour zusammen loszogen. Nacht für Nacht empfand Sivan dabei Freude und Herzschmerz – und wurde dabei auf völlig unerwartete Weise inspiriert. „Es fühlte sich damals einfach wie ein absoluter Tsunami in unseren beiden Leben an“, erzählt Sivan im Gespräch mit Apple Music. „Für alle, die zu den Shows kamen, war es eine Party. Es fühlte sich wie in einem Nachtclub an. Da war diese unglaubliche Erfahrung von grenzenloser Verbundenheit und Freude, dieses Gefühl, eins mit der Welt zu sein. Gleichzeitig wusste ich überhaupt nicht, wie ich mit dem Gefühl umgehen sollte, das mich jedes Mal erwartete, wenn ich danach wieder zu Hause war.“ „She’s the Best“, sein viertes Studioalbum, entstand aus der Selbstfindung, die auf den emotionalen Kater der „SWEAT“-Tour folgte. Als Single auf der Suche nach Liebe beschreibt Sivan das Ganze als ein Projekt, das diesem Mann gewidmet sei, den er nicht kenne und noch nie getroffen habe – oder vielleicht doch, und er habe es nur noch nicht gemerkt. „Wenn ich etwas mache, weiß ich, dass ich nur dann voll dahinterstehen kann, wenn es wahr ist“, sagt er. „Und deshalb ist dieses Album schwieriger für mich, weil es irgendwie eine hässlichere Seite hat.“ Hässlich ist dabei aber nichts an den klingelnden Akkorden und den Geständnissen des Tracks „Embarrassingly“. Genauso schön ist der augenzwinkernde Frust von „Sex Star“, in dem Sivan von dem Mann tagträumt, den er kaum erwarten kann zu treffen. „Ich liebe diesen Song, weil da diese Frage ist: Was muss ich tun, um diesen Typen kennenzulernen?“, sagt er. „Sonnenbankbräune, Workouts mit einem Personal Trainer – ich lasse nichts unversucht.“ Auch wenn der Musiker auf „She’s the Best“ die große Liebe noch nicht gefunden hat, feiert er über die gesamte Albumlänge die Liebe in all ihren Formen. Ganz vorne dabei: die Frauen und Szenen, die er verehrt. Charli xcx ist Teil des Singsangs, der „She’s the Best“ beendet und zum Teil von einer Lehrkraft inspiriert wurde, die Sivan viel Halt in seiner Jugend gab. Lily‑Rose Depp, seine Kollegin aus „The Idol“, ist auf dem bittersüßen Abschlusstrack „Lost Time“ zu hören. Und „Party“, eine Clubhymne, die das Adrenalin und die Aufregung einer großartigen Partynacht einfängt, spielt auf „Music“ von Madonna an – einer Künstlerin, die Sivans Musikgeschmack von klein auf prägte. „Ganz ehrlich, ich fühle mich am besten und bin am glücklichsten, wenn ich von Frauen umgeben bin“, sagt er. „Das erinnert mich daran, wie ich mich für Hauspartys fertiggemacht habe: Ich war in fünf Minuten fertig und habe dann einfach den Mädels beim Zurechtmachen zugesehen. Wir haben einfach nur geredet und abgehangen. Das hat immer so viel mehr Spaß gemacht als die Partys selbst. Das ist etwas, das mich als Mensch zutiefst ausmacht.“ Doch der Song „Troye Meets World“ bringt genau dieses Gefühl des kontrollierten Chaos von Sivans Situation auf den Punkt – vom zuckenden Puls der Tanzfläche bis hin zum hoffnungslosen Romantiker in ihm. Dazu kommen die musikalischen Spielereien, mit denen sich der Musiker auf „She’s the Best“ ausprobiert. „Da ist schon eine gewisse Selbstreflexion im Spiel“, sagt er abschließend. „Und die finde ich schon echt krass.“