Leave On A Light

Leave On A Light

In „Overdose (Slow Down)“, dem Eröffnungstrack seines dritten Albums, versucht der gefeierte Singer-Songwriter Max McNown, auch mal zu entschleunigen. Der gemeinsam mit Emily Weisband (Maren Morris, Keith Urban) geschriebene Song dreht sich darum, sich Zeit zu lassen und eine romantische Beziehung bewusst zu genießen. Diesen Rat könnte man allerdings genauso gut auf seine Karriere münzen – schließlich hat McNown erst 2022 gelernt, Gitarre zu spielen. Produziert von seinem langjährigen Weggefährten Jamie Kenney (Blessing Offor, Colbie Caillat), ist „Leave on a Light“ McNowns bisher souveränstes Album. Mit 17 Tracks ist es nicht ganz so umfangreich wie sein Vorgänger „Night Diving“ von 2025. Trotzdem wirkt es nicht überladen, vor allem dank McNowns Entwicklung als Songwriter. Auf einem Großteil der LP zeigt sich der Musiker nachdenklich und dankbar, etwa auf dem herausragenden „First Born Daughter“, einer zärtlichen, groovigen Hommage an seine Frau. „Famous to You“ stellt dann echte Nähe über Ruhm – mit Unterstützung von Nashville-Liebling Charlie Worsham an der Mandoline und Akustikgitarre. Unsere Lieblingszeile: Die abschließende Ballade „The Room“ glänzt mit dem fantastischen Eröffnungs-Zweizeiler: „Standing in the shade of a childhood tree/I’d be up in those branches but they won’t hold me.“ („Ich stehe im Schatten eines Baumes meiner Kindheit  / Ich würde die Äste hochklettern, aber sie tragen mich nicht mehr.“)