44 ME

44 ME

Sieben Jahre. So viel Zeit verstrich, seit Juju mit ihrem Debütalbum „Bling Bling“ auf Platz drei der deutschen Albumcharts schoss. In der Popmusik ist das eine halbe Ewigkeit, im Falle der Berlinerin gab es Gründe für die Pause: Ihr Leben war in dieser Phase von juristischen Streitigkeiten, der Suche nach künstlerischer Autonomie und einer ADHS-Diagnose geprägt. Auf „44 ME“ blickt die Rapperin nun zurück. Das tut sie jedoch auf eine Art, die immer daran erinnert, dass sie mit dem Duo SXTN den Fotzenrap erfunden hat. Gleichzeitig beweist sie eine bemerkenswerte Wandlungsfähigkeit. In Tracks wie „HATER“ oder „ALLEIN“ nennt sie zwar keine Namen, wenn sie davon erzählt, dass sie für andere Texte schrieb, mit ihnen ihre Besitztümer teilte und mit einer sogar in einer Band spielte. Aber man versteht die Geschichte von Neid und Missgunst, von Ausnutzung und Bevormundung auch so sehr gut. An anderer Stelle, in „GIRLS NIGHT“, heißt es knapp: „Er hasst mich, weil ich lieb mich selbst“, bevor vom Partyabend mit den Besten gerappt wird. „DUMM“ ist eine lässige Hymne auf Hauptstadthedonismus und „KOMM NÄHER“ mit RAF Camora schließlich die große Hip‑Hop-Ballade. Die Referenz an „A‑N‑N‑A“, den gefühlvollen Klassiker von Freundeskreis aus den 1990er-Jahren, ist hier inklusive. Kurzum: Juju unterstreicht, dass sie Gefühl ebenso kann wie dicke Lippe. Den besten Satz über ihr neues Selbstbewusstsein droppt sie im Opener „CRASHOUT FREESTYLE“. „Ich rede von Juju in dritter Person, weil ich selber geflasht bin“, heißt es da. Sie hat jedes Recht dazu.