Happiness Anytime

Happiness Anytime

Wenn Leon Bridges sein Album „Happiness Anytime“ mit einem Wort beschreiben müsste, wüsste er sofort, welches. „Dieses Album ist sehr energiegeladen“, erzählt er im Gespräch mit Apple Music. „‚Leon‘, mein letztes Album, war wie ein Blick in mein Herz: sehr gefühlvoll, sehr langsam. Jetzt dachte ich mir, dass es Zeit ist, die Leute wieder zum Tanzen zu bringen.“ Dank Bridges’ Vorliebe für Afrobeats und brasilianische Rhythmen sowie seinem langjährigen Faible für Soul und R&B braucht „Happiness Anytime“ nicht lange, um genau dieses Ziel zu erreichen. Der Opener „Light the Way“ beginnt mit einem wogenden Groove, der sowohl eine Einladung als auch ein klares Statement ist: Ja, die warmen Bläser, die filigrane Gitarrenarbeit und Bridges’ samtige Stimme klingen fantastisch, aber es geht um den Beat – und darum, sich zwischen den Beckenschlägen darin zu verlieren. Die Lyrics von „Talk It Over“ lassen sich vielleicht über eine frustrierende Beziehung aus, aber es ist unmöglich, bei dieser Bassline nicht die Hüften zu schwingen oder zumindest im Viervierteltakt mit dem Fuß zu wippen. „All Day, All Night“ mit Lydia Kitto vom Dance‑Pop-Trio Jungle gibt sich lässig und verführerisch und eignet sich so perfekt als Soundtrack für einen feuchtfröhlichen Abend in einer Bar in Bahia. Dabei ist das Ganze nicht der einzige Track auf dem Album, auf dem Kitto oder ihre Bandkolleg:innen zu hören sind. „Das Ziel dieses Projekts war es, fröhliche Musik zu machen“, sagt Bridges. „Wenn ich mich mit der Gitarre hinsetze, fällt mir das eher schwer. In Kopenhagen habe ich dann Jungle getroffen, und da war für mich sofort klar, dass wir zusammen Musik machen sollten. Der gesamte Prozess war wirklich eine der unkompliziertesten Erfahrungen überhaupt.“ „Happiness Anytime“ fasst als Ergebnis dieses Team‑ups in Kopenhagen das Album als Ganzes perfekt zusammen – „weil es ein Spiegelbild meiner damaligen Gemütslage ist“, sagt Bridges. „Ich finde, Glück ist eine Reise mit Höhen und Tiefen. Ich ermutige die Leute und mich selbst, Freude zuzulassen. Ganz egal, was um uns herum passiert.“