

Transportiert dieser Albumtitel eine Botschaft? Geht Farid Bang etwa in Rente? Angekündigt hat er seinen Rückzug aus dem Game schon einige Male. Doch er kam immer wieder zurück. Seit Anfang der 2010er‑Jahre steht der Düsseldorfer für kompromisslosen Straßenrap, spätestens das 2014 erschienene Nummer-eins-Album „Killa“ machte ihn zu einer der Instanzen des Genres. Acht Jahre später hat sich daran eigentlich nichts geändert. Eine Sache vielleicht doch: „So muss man gehen“ zeigt Farid Bang nicht nur erneut als Künstler, der seine Ästhetik meisterhaft beherrscht. Nach bald 20 Jahren im Rap unterfüttert er sie mit einer narrativen Geschicklichkeit, die episch erzählt, um im nächsten Moment provokant und garantiert nicht jugendfrei auszuteilen. Da trifft ein introspektiver Rückschau-Track wie „Glaub an dich“ mit dem Musiker 1986zig auf dunkle Milieubeschreibungen wie in „Mocro Mafia“. An anderer Stelle zeigt er sich sogar romantisch. So stellt „Show“ die Frage: „Bist du nur in der Business Class da / Oder würdest du auch neben mir mit der Bahn fahren?“ Jetzt kommt das Album als Deluxe-Edition mit fünf Bonustracks. Den ursprünglichen Songs stehen die in nichts nach, mehr noch: Wer seinen Hip‑Hop heftig mag, wird am Rundumschlag „Prostitutes“ oder dem brutalen „Brrrr“ viel Freude haben. Wäre schade, wenn Farid das Mikro wirklich an den Nagel hängt.