

Carly Pearce wuchs mit Bluegrass, Roots und traditioneller Country-Musik auf. Die charakteristischen Elemente dieser Genres finden sich seit jeher in ihren Songs – man muss allerdings gut hinhören. Auf ihrem fünften Album rückt der von Kritiker:innen gefeierte Country-Star diese Einflüsse nun in den Vordergrund und präsentiert ihr bislang souveränstes und vielseitigstes Projekt. Gemeinsam mit Ben West (Ella Langley, Medium Build) als Co‑Produzent hat Pearce „Honest Woman“ aufgenommen. Das Album erinnert an die Platten von Alison Krauss oder Lee Ann Womack und verbindet komplexe, größtenteils akustische Arrangements mit dem bildhaften Storytelling, für das Pearce bekannt ist. Obendrein holten Pearce und West einige der besten Musiker:innen der Music Row für die LP ins Boot, darunter die preisgekrönte Fiddlespielerin Jeneé Fleenor, den Percussionisten Jerry Roe, den Akustikgitarristen Bryan Sutton und den Kontrabassisten Byron House. Auch die restlichen Mitwirkenden des Albums sind eher in der traditionellen Country- und Roots-Musik zu Hause: Der Bluegrass-Allrounder und ehemalige Union-Station-Musiker Dan Tyminski spielt auf der Ballade „Who’s Lying Here“ sowohl Akustikgitarre als auch Mandoline. Zudem ist er auf „What If You Loved Me“ zu hören, einem Song, der auch durch Gesang, Gitarre und Banjo der Newgrass-Virtuosin Molly Tuttle besticht. Weitere Highlights sind Pearces Hit mit Riley Green, „If I Don’t Leave I’m Gonna Stay“, ein cleveres Duett über eine Situationship, und „He Don’t Like My Dogs“, eine freche, wunderbar nachvollziehbare Antwort auf die Sorte Mann, der nicht einmal Hunde trauen.