

Wie legt man nach einem Hit wie „Ordinary“ noch einen drauf – jener Ballade, die Singer-Songwriter Alex Warren vom Internet-Phänomen zum Headliner im ausverkauften Madison Square Garden machte? Man geht zurück ins Studio und spielt, aber dieses Mal nicht nur auf der altbewährten Gitarre und dem Klavier. Stattdessen experimentiert er mit neuen Instrumenten, Techniken, Klangfarben und Genres, denn: Wer kann, der kann. „WILDCHILD“, Warrens zweites Album, macht genau das: Er gibt sich der Extravaganz des Disco-Sounds hin („EMERALD EYES“), der gewaltigen Stimmkraft des Gospels („CRY WOLF“) und einfallsreichen Interpretationen von Beatboxing und Vocal Percussion („WON’T GO BACK AGAIN“). All das, während er seinen Stil mit subtilen Reflexionen über Liebe, Trauer und das Erwachsenwerden weiterentwickelt. Liebe ist bei „WILDCHILD“ allgegenwärtig, selbst wenn sie verloren scheint. „RESCUER“ ist eine Hommage an eine Romanze, die eine zweite Chance bekommt, und „FINE PLACE TO DIE“ tanzt regelrecht durch die Apokalypse. Liebeskummer hat auf dem Album ebenfalls viele Gesichter: Obwohl Warren glücklich verheiratet ist (mit Social‑Media-Star Kouvr Annon, der er „Ordinary“ gewidmet hat), erzählt „WILDCHILD“ von den Frustrationen („CRY WOLF“, „PASSENGER“) und Zerreißproben („ONLY THING LEFT“), die selbst die stabilsten Beziehungen unter Druck setzen können. Für jemanden, der berühmt wurde, indem er sein Leben online teilte, ist es kaum überraschend, dass der Musiker gerade mit seinen verletzlichsten Texten so große Erfolge feiert. In dieser Hinsicht ist „WILDCHILD“ sein bislang intimstes Selbstporträt.