

Auf ihrem vierten Studioalbum zeigt sich Bebe Rexha kompromisslos – selbst dann, wenn es bei ihr chaotisch zugeht. Bebe Rexhas viertes Studioalbum ist wie eine Wiedergeburt. Die in Brooklyn geborene Sängerin musste sich als Songwriterin jahrelang hart durchkämpfen, bevor sie schließlich einen Major-Label-Deal erhielt. Aber dann hatte sie während dieses Vertrags häufig das Gefühl, nur eine Rolle zu spielen und einer Vorstellung davon nachzujagen, wie ein Popstar aussehen sollte. Nach „Bebe“ (2023) und dem Ende ihres Vertrags ist „DIRTY BLONDE“ nun ihr erstes Projekt als unabhängige Künstlerin. Der Titel spielt dabei auf die markante Haarfarbe an, mit der sie sich am meisten wie sich selbst fühlt: auch dann kompromisslos, wenn es bei ihr chaotisch zugeht. Das Album begann als Dance-Werk, auf dem sich Rexha ganz in 130-BPM-Tracks stürzte, um den Liebeskummer zu vergessen, den sie damals durchlebte. In „Hysteria“ und „New Religion“ (die jeweils die Club-Klassiker „Meet Her at the Loveparade“ von Da Hool und „Insomnia“ von Faithless sampeln) findet sie Befreiung und Heilung unter den stroboskopischen Lichtern des Dancefloors und verliert sich im euphorischen Rausch aus treibenden Drums und hypnotischen Synthesizern. Mit der Zeit ließ die Taubheit nach, Rexha erlaubte sich im Songwriting wieder mehr Verletzlichkeit. „i like you better than me“ ist ein emotionaler Schlag in die Magengrube über ständige Vergleiche und Unsicherheit, „The Way I Want You“ beschreibt die Sehnsucht nach einer unerwiderten Liebe, und „Time“ reflektiert eine Beziehung voller Reue: „So many good times but I never had a good time.“ („So viele schöne Momente, doch ich hatte nie wirklich eine gute Zeit.“) Aber die Musikerin hat jetzt auch Spaß. So erinnert sie in der selbstbewussten Baddie-Hymne „$.H.I.T“ daran, dass sie die „sugar honey iced tea“ ist. Süßer geht es wohl kaum.