BONN CHANCE

BONN CHANCE

Seit jeher schwingt in der Musik von PaulK eine leise Emotionalität mit. Er bilanziert, berichtet von seinen Gefühlen und meidet doch jeden Pathos. Zuletzt fand er 2025 auf „DROWN IM TRAUM“ zur Höchstform, jetzt öffnet „BONN CHANCE“ die Tür noch einmal ein Stück weiter. Dabei ist nicht nur der Titel ein Verweis auf seine Heimatstadt. Das Coverbild mit seinem an eine Postkarte erinnernden Vintage-Motiv ist es ebenfalls. Dass das Bonn, in dem der Rapper aufwuchs, ein hartes Pflaster war, wird rasch klar. Schon der Opener „GETAUFT VOM REGEN“ transportiert eine Tristesse, die nicht nach den Sonnentagen klingt, die auf dem Coverfoto zu sehen sind. Eher kommen einem hier tief hängende Wolken über der Plattenbausiedlung in den Sinn. Und in „DAY‑TO‑DAY“ scheinen ihm die Zeiten noch im Nacken zu sitzen, in denen es nicht so gut lief: „Mach paar Riesen mit Liedern, ich liebe mein Life jetzt / Ich will nie wieder Miete nicht haben, es reicht […].“ Wobei das mit dem neuen Reichtum so ein Ding ist. Wenn eine Sache PaulK vom Großteil der deutschen Rapper:innen unterscheidet, dann ist es folgende: Zwar lässt ihn „only Cash den Schmerz weniger spüren“, wie er im Song „ONLY CASH“ erklärt, aber Ausflüge in die Markenwelt sind dennoch eher rar gesät. Selbst als ihm sein Labelchef einmal im Maybach einen Joint reicht, bleibt die Stimmung getragen. Aber hin und wieder blitzt Hoffnung durch. Und gegen Ende gibt es sogar so etwas wie ein High Five an alle, die auf dem Weg sind, wohin auch immer: „Ich hab gebetet und geackert / Wenn du das nicht machst, kennst du deinen Wert nicht“, heißt es im abschließenden „MÜDE VON GESTERN“. „BONN CHANCE“ ist nicht nur ein Werk über eine Stadt, sondern vor allem auch eines darüber, dass man seine Ziele erreichen kann, wenn man sich nur hart genug anstrengt.

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