listen carefully

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„Ich will zurück in den Untergrund. Ich will zurück in die Erinnerung.“ Diese Worte singt $OHO BANI in „Song 1“, dem Opener von „listen carefully“. Später heißt es: „Wir haben Zeit und kein Geld, heut’ ist das umgekehrt.“ Es ist eine Hymne an die Vergangenheit, an das Feierleben in der großen Stadt, an Nächte, die zum Tag werden, an schwere Wagen und an Jungs, die „wassup“ sagen. Eine interessante Botschaft, denn der Rapper hatte zuletzt genau diesen Untergrund mit Überschallgeschwindigkeit verlassen. 2024 veröffentlichte er „ZEIT, DASS SICH WAS DREHT“, eine berührende Version des Herbert-Grönemeyer-Klassikers. Im selben Jahr sorgte sein Treffen mit dem damaligen Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck für Schlagzeilen. Kurzum: $OHO BANI machte klar, dass er etwas zu sagen hat – und erreichte damit auch viele, die sich für Deutschrap nicht interessieren. „listen carefully“ kommt jetzt mit einer Auswahl an Songs, die ihre Wurzeln nicht vergessen. So verströmen die Team‑ups mit Longus Mongus und KASIMIR1441 jenen schwerelosen Flow, der $OHO BANIs frühe Releases prägte. Auch „Song 2“ predigt wortspielstark die reine Hip‑Hop-Lehre, erzählt von verlorenen Airpods, einem Schlafrhythmus, der an die Deutsche Bahn erinnert, und einem Gesicht, das „Gangster“ bleibt. An anderer Stelle sucht er die große Geste: Aus „Song 5“ wehen weit entfernte Bläser, es schält sich eine einprägsame Hookline heraus. Und „Song 11“ mit den Indie‑Poppern Provinz ist schließlich die alles umarmende Ballade. Es geht um Freundschaft, um Schmerz, um Sorge und um das Großstadtleben. Ist das Untergrund? Oder doch eher Mainstream? Eigentlich egal, denn auf jeden Fall hallen die Tracks lange nach.