Farben

Farben

Es gibt diesen einen Song, der ziemlich genau erklärt, worum es bei Kane geht. „Draußen brennt die Stadt / ich versteck mich vor dem Gewitter / Was ich heute vorhabe, kann ich keinem erzählen / Ich will heute rausgeh’n und diese Welt für mich verändern“, heißt es in „Dienstag“. Anschließend ist vom Teufel die Rede und von Schatten, die ihn jagen, von Panik und Dunkelheit und Schüssen, die fallen. Was genau in dieser Nacht passiert? Lässt Kane offen. Wie es endet? Ebenfalls. Was er sagt: „Meine Welt ist gerade in Schwarz gefärbt.“ Kane verbindet auf berührende Weise Lebens- und Gefühlswelten. Er singt von den Herausforderungen der Straße, vor allem aber von dem, was in seinem Herzen passiert. Der Sänger und Rapper wuchs im Berliner Stadtteil Kreuzberg auf. Die kurdischen und afrikanischen Sounds, die in seiner Familie gehört wurden, prägten ihn ebenso wie eine Nachbarschaft, in der Drogen und Kriminalität an der Tagesordnung waren. Diese Erfahrungen sind bis heute integraler Bestandteil seiner Texte. Mühelos halten sie die Balance zwischen den Motiven des Genres und einer anderen, zweifelnden Perspektive: Kane übersetzt harte Realitäten in berührende Tracks, die von Liebe erzählen, von Hoffnung und vom Weg in ein besseres Leben. Oft berichten sie aus der Dunkelheit. Aber immer brennt irgendwo noch ein Licht. Auf seine 2024 erschienene EP „Waldbrand“ lässt Kane nun sein Debütalbum „Farben“ folgen, das die Bandbreite seines Talents aufzeigt. Kanes Stimme ist Soul pur. Sie zärtelt und zweifelt, sie leidet und schmeichelt. Damit passt sie hervorragend zu den Songs, die in vielen Schattierungen gezeichnet sind. In „Benzin“, einem weiteren Schlüsseltrack des Albums, heißt es: „Ich kenn den Junkie, der gerade aufkocht und sich Steine raucht / Ich kenn die Schlimmsten aus mei’m Block / glaub mir, die weinen auch.“ Von Kane wird man noch viel hören.