junge ceos 1 - EP

junge ceos 1 - EP

Kreuzberg ist sein Universum, aber der Blick geht tiefer – und zeigt, wie viel Gewicht in leisen Momenten steckt. Statt Abriss gibt es kompakte Tracks, schwere Bässe, klare Samples und einen Flow, der zwischen Melancholie, Druck und Stolz pendelt. PASHANIM erzählt auf „junge ceos 1“ wieder aus seinem Alltag zwischen Blocks, Hotelsuiten und nächtlichen Fahrten. Ohne überdrehte Pose, dafür mit intensivem Blick für Brüche. Was er zu sagen hat, ist auf den Punkt gebrachte Rap-Maßarbeit: Keiner der sechs Songs ist länger als zwei Minuten, jede Hook sitzt. „Espresso flow“ öffnet die Tür mit ruhigen Klavierakkorden, tiefer Stimme und langsamen Synth-Bewegungen. Das trockene Trap-Gerüst ist minimal und bündig. Die Zeilen kreisen um Müdigkeit, Distanz, Paranoia – ohne Drama, eher wie ein Protokoll aus dem Jetzt. „Gladio“ geht härter rein: dichterer Beat, engerer Puls, mehr Kante. Die Grundspannung bleibt dieselbe: PASHANIM sinniert über Erfolg, Misstrauen und eine Nähe, die längst verrutscht ist. „Sinatra“ wiederum mischt Straße und Statussymbole mit dieser typischen Berliner Schwere. Rasanter droppen Flow und Beats in „Kristallklare Wasser“, einem blitzschnellen Seelenprotokoll über Vergänglichkeit, Altern und Erwartungen. Mit seinen ehrlichen Skizzen resümiert der Rapper über seine früheren wie künftigen Zeiten in Kreuzberg – immer mit einer rohen Authentizität.