

Kein Schnickschnack, kein Pathos – dafür schwere Beats und rohe Cuts, die sitzen. Gola Gianni rauscht selbstsicher durch sein zweites Album. Seine typischen Michigan-Beats droppen schneller als im klassischen Deutschrap, aber genau richtig für den Österreicher. Zwischen vibrierenden Bässen, geloopten Street-Sounds und verzerrten Hi‑Hats baut er sich so sein eigenes Spielfeld – irgendwo zwischen Wien und Detroit. Dass er zu seinen „BAD HABITS“ steht, stellt er gleich zum Auftakt klar. Geld, Designermarken, fette Autos, teurer Schmuck – Themen, die sich wie ein roter Faden durch „GTA (Grand Theft Audio)“ ziehen. Das Ganze ist mal versehen mit kalten Bässen, mal mit lässigen Piano-Klängen wie in „Geneva“ mit Chilly Gonzales. Im Gegensatz dazu ist „DIE FINESSE“ ein peitschender Banger, bei dem Sirenen durch die Boxen hämmern und der Puls der Stadt spürbar wird. In kurzen Halbsätzen kollidieren englische Fetzen mit deutsch gerappten Zeilen und verschmelzen zu einem Flow. „Curry“ rollt dann wie in Zeitlupe vorbei: ein hypnotischer Slow-Motion-Trap, messerscharf getaktet mit der Präzision eines Stephen Curry-Wurfs. Und während Gianni vorwiegend Härte auf Coolness prallen lässt, blitzt im melancholischen „20bands“ doch noch kurz die Kehrseite des Glitzerlebens auf.