

Er gehört zu den spannendsten Grenzgänger:innen zwischen Rap, Pop und R&B im deutschsprachigen Raum. Seit seinem ersten Mixtape „Medical Heartbreak“ (2020) hat sich der St. Gallener Rapper Monet192 mit emotionalem Storytelling, einer smoothen Stimme und eingängigen Hooks einen festen Platz in der Hip‑Hop-Landschaft ersungen. „AURA“ ist nun eine beeindruckende, 28 Songs starke Standortbestimmung, die seine musikalischen Kernkompetenzen bündelt und mit viel Emotion auflädt. Verhandelt wird die Liebe in all ihren Facetten: Der Rausch einer neuen Nähe oder einer großartigen Party wird ebenso besungen wie quälende Unsicherheit und schmerzhafter Verlust. Und selbst wenn klassische Bilder aus dem Hip‑Hop auftauchen, sind sie oft Chiffren für den Takt, den gerade das Herz vorgibt: In „Dealer“, einem Team‑up mit Emilio, ist die Ware, die verkauft wird, eben die Liebe. Und in „Angelie“ zeigt Monet192, dass er das Vokabular der Gefühle beherrscht, ohne in den Kitsch abzudriften. „Glück in seiner reinsten Form, du bist pure Liebe“, singt er hier zu synkopierten Beats, die dem Song trotz seiner Getragenheit eine beeindruckende Dynamik verleihen. In diesem abgedunkelten Sound wechselt Monet192 nicht nur souverän zwischen den Stilen, sondern auch zwischen den Sprachen. So unterstreicht er im sehnsüchtigen „Nicht perfekt“ seine internationalen Starkompetenzen und wechselt mühelos zwischen Deutsch, Englisch und Französisch. „tuyo“ kommt mit satten Latin-Beats, während sich in „ô dis où t’es“ französischer Chanson-Vibe, moderner Deutschpop und R&B mischen. Und „alors on danse“ ist ein Hip‑Hop-Update des Stromae-Hits – tanzbar, mit neuem, introspektiverem Dreh. Es ist nicht die einzige Verneigung vor einem Kollegen: „Day N Nite“ basiert auf dem gleichnamigen Klassiker von Kid Cudi. Trotz seiner Länge wirkt „AURA“ nie ermüdend. Eher ist es eine musikalische Nachtfahrt, von Ruhe ebenso getragen wie von diesem ganz besonderen Gefühl, das sich erst einstellt, wenn man weiß, dass alle anderen bereits schlafen. Doch wie jede Reise kommt auch diese irgendwann zu ihrem Ende. Wenn Monet192 dann den „Sandmann“ vorbeischickt, wird es ganz entspannt. Der Beat ist zurückgenommen, eine Gitarre schlägt ein paar Akkorde an. „Siehst du mich noch, wenn du schlafen gehst?“, grübelt er, bevor der kurze Track recht unmittelbar endet – ganz so, als schalte da jemand das Schlafzimmerlicht aus.