

Sie steht auf der Bühne, als wäre sie nie woanders gewesen – und arbeitet als Trainerin im Fitnessstudio, wischt die Umkleiden, staubt Geräte ab. „Ich bin ein working class hero. The hustle is real“, erzählt OG LU gegenüber Aria Nejati bei HYPED Radio. Diese Haltung zieht sich durch ihr ganzes Tape „assig aber cute“: selbstironisch, ehrlich, grounded. Real Talk zwischen Gallus und Gym. Aufgewachsen in Frankfurt und geprägt von Haftbefehl, Celo & Abdi sowie Schwesta Ewa, bringt OG LU Energie und Attitüde in jeden Takt. Songs wie „Hasskick“ mit Wa22ermann oder „hanni & nanni“ zeigen, wie sie Wut und Witz vermischt. „Ein Boy kauft mir Prada. Vertick es und flieg mit meinen Mädels dafür eine Woche an Playa”, heißt es da. Oder: „Was du verdienst, Junge, bockt mich nicht / Ich weiß nur, dass du heut noch ein’n Korb kassierst.” Im Interview ergänzt sie: „Ich komme eher aus der Frankfurter Schiene, ich hab’ härtere Beats gehört. Auch wenn ich nicht sage, ich mache Straßenrap – ich mag einfach diesen Sound“. Doch „assig aber cute“ ist mehr als Härte. Es ist das Protokoll einer jungen Frau, die sich Raum nimmt, ohne sich anpassen zu müssen. „Ich habe das Gefühl, ich habe noch einmal ein bisschen mehr meinen Sound gefunden“, erklärt OG LU. „Ich wollte ein geiles Tape machen, das live gut funktioniert, damit die Chayas in den Reihen abgehen können.“ Diese Freundinnen und Supporterinnen, sie sind Teil des Projekts: „Die waren beim Merch, haben beim Aufbau geholfen, beim Abbau, mit mir Matten geschleppt. Die sind sich für nichts zu schade und kommen überall hin, wenn ich sie brauche. Ich hoffe, sie wissen, dass ich auch überall für sie hinkomme.“ Der Titel von Tour und Tape entstand dabei aus Reflexion: „Ich fand, dass diese beiden Adjektive am besten zu mir passen. Assig-aber-cute-mäßig“, sagt sie. „Ich hab dieses Frankfurter Assi-Herz, aber ich mach’s auf cute, nicht auf Gangster.“ Diese Dualität ist ihre Brand: kompromisslos, aber mit Augenzwinkern. „Ich hab’ gelernt: Gib einen F*** drauf und mach das, was dir Spaß macht. Die ganzen Mädels und Jungs, die einem schreiben: ‚Wir finden cool, was du machst‘ – daraus muss man seine Energie ziehen.“