

Auf dem Coverbild dieses Albums ist das Gemälde eines Sees abgebildet, vielleicht ist es auch ein breiter Strom. Am gegenüberliegenden Ufer wachsen Bäume, das Licht ist noch diffus, ein gelblicher Schimmer kündet vom Morgen. Menschen sind nicht zu sehen, erst recht nicht TJARK selbst. Das passt zu diesem Singer-Songwriter. Denn der, eigentlich in Hamburg zu Hause, zog sich für die Aufnahmen dorthin zurück, wo er herkommt: tief in die Brandenburger Provinz. In dieser Abgeschiedenheit fand er einen Klang, der Weite transportiert. Der sich unverstellte Blicke ins Herz und zugleich große Hymnen erlaubt, manchmal sogar beides verbindet. Oft kreisen die Songs um die Komplexität zwischenmenschlicher Begegnungen. Im Titeltrack etwa ist zu zackigen Indie-Gitarren von weichen Knien die Rede – und von der Suche nach Fehlern, um sich nicht mit der eigenen Angst auseinandersetzen zu müssen. In „das beste“ wünscht er zu flackernden Beats einer verlorenen Liebe „die Chance, dass er dich hält“. Und in „kalender“ trauert er gemeinsam mit Montez einer nicht mehr existierenden „Version von uns“ hinterher. An anderer Stelle geht es ums große Ganze. In „irgendwas fehlt“, einem Team‑up mit Lena&Linus, beklagt er jene schwer zu benennenden Lücken im Leben. Im Hip‑Hop-geprägten „helden“ sinniert er an der Seite von Deutschrap-Ausnahmetalent Disarstar über eine Gesellschaft am Kipppunkt. Und in „kristallklar“ erzählt er zu groß angelegten Beats von Kreativität und großen Träumen: „Gib’ mir einen Block, einen Stift, ein billiges Mic und ein bisschen Zeit“, heißt es dort. So perfekt, was TJARK aus diesen Bestandteilen erschafft.