KILL BILLS

KILL BILLS

BILLA JOE hat Herz. Vor allem – und das ist im Deutschrap gar nicht so häufig – schlägt das Herz bei dem Rapper nicht in erster Linie für sich selbst: „Ich bin dein Personal Coach / Immer da, wenn du mich brauchst / Ich hab' dein’n Back, es kann nichts passier’n / Rette dich, wenn du mal drownst“, heißt es im Sampagne-Team‑up „PERSONAL COACH“. Aber keine Sorge. Der Mann, der als Mitglied von Summer Cems Scorpion Gang erstmals durchstartete, ist immer noch ein Player: „Ich bin kein Prinz aus’m Märchen / Ich steh’ auf Blitzlicht und Ärsche“, heißt es knapp in „DANGEROUS“. Dieses ständige Pendeln zwischen Romance und Provokation ist das, was BILLA JOE auszeichnet und ihn im Zusammenspiel mit seiner sehr eigenen Art, Hip‑Hop, R&B und Trap zu verbinden, zu einem der spannendsten Rapper der Gegenwart macht. Auf seinem zweiten Album nach dem Top-Ten-Erfolg „LONGSTORYSHORT“ von 2024 legt der Mönchengladbacher mit der sofort wiedererkennbaren Stimme größtmöglich souverän nach. Da fegt er gemeinsam mit Shindy in „DON’T JUDGE“ einmal das gesamte Deutschrap-Game Richtung Rinnstein. Da pumpen seine alten Freunde von Geenaro & Ghana Beats ordentlich Atmosphäre in „IN DA CLUB“. Und da ist „KHEDIRA 2014“ eine wortgewaltige Reviermarkierung der Spitzenklasse: „Wenn ich was hole von Starbucks, dann eine Submariner“, rappt BILLA JOE hier – und widmet zugleich Angela Merkel eine Zeile. Die war bekanntlich satte 16 Jahre Bundeskanzlerin. Wenn BILLA JOE so weitermacht, wird er mindestens ebenso lange ganz oben mitspielen.

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