Tranquille

Tranquille

Gleich zwei Mal rauscht auf diesem Album ein Auto aus Stuttgart-Zuffenhausen durch die Tracklist – zunächst in „Porsche Limousinen“, später folgt „Super Porsch“. Auch an anderer Stelle droppt Dante YN Fahrzeugmodelle aus Luxusschmieden: Lamborghinis und AMGs kommen ebenfalls prominent vor. Dabei wuchs der Rapper eigentlich in der VW-Stadt Wolfsburg auf. Aber natürlich sind Sportwagen ikonografisch aufgeladen. Sie stehen nicht nur für einen gewissen Status, sondern sind auch Sinnbilder für Tempo, Distanz und eine Art gechillte Souveränität. Das passt gut zu einem Rapper, der eine ganz eigene Nische im Deutschrap gefunden hat. „Tranquille“ ist Dante YNs zweites Studioalbum und zeigt ihn in Sprache und Inhalt noch vielseitiger als früher. Es ist kein Konzeptalbum im klassischen Sinne, folgt aber dem Titel: Alles mutet hier lässig an – selbst wenn es kracht oder Seelenschau betrieben wird. In „Tut mir leid“ entschuldigt sich der Musiker etwa bei all jenen, bei denen das Entschuldigen oft schwerfällt: Lehrern, Geschwistern, der Mutter, sogar der Natur. Mit Esther Graf an der Seite wird der Song zur freundlichen Versöhnungsgeste. „Cups und Packs“ liefert das Gegenteil. Zwei Minuten lang erzählt Dante YN von der Straße. Keine Glorifizierung ist das, eher ein Nicken in Richtung Vergangenheit. Und am Ende fällt im bilanzierenden „Sterne unser Stadt“ plötzlich folgende Zeile: „Wenn man sich verlaufen hat, fällt es schwer, den Wegbeschreibungen von anderen zu glauben.“ Da wird klar, was „Tranquille“ ist. Nämlich kein Ziel, sondern eher eine Zwischenstation auf der Reise nach ganz oben.