Welcome To The Plains (Apple Music Edition)

Welcome To The Plains (Apple Music Edition)

Das Verhältnis von Wyatt Flores zu seinem Heimatstaat Oklahoma ist kompliziert. Auf seinem Debütalbum setzt sich der in Stillwater geborene Singer-Songwriter mit dem komplexen und oft brutalen Erbe seines Geburtsstaates auseinander – und schildert seine Gefühle schon im einleitenden Titelsong mit unverstellter Verletzlichkeit: „Tumbleweeds were free like the Choctaw and Cherokee/Before they had to call this land their home“ („Tumbleweeds waren frei wie die Choctaw und Cherokee / Bevor sie dieses Land ihre Heimat nennen mussten“). Es ist ein einfacher, aber aufrüttelnder Text, dessen dunkler Kern von der Produktion des Songs mit kräftigen, dichten E-Gitarrenriffs und einer klagenden Geige unterstrichen wird. Eines seiner Hauptziele bei diesem Album sei gewesen, so Flores gegenüber Apple Music, mit Sinn für das Einfache zu schreiben. Weniger über die Dinge nachzudenken und Ideen direkt aufzunehmen. „Es geht darum, einen Schritt zurückzutreten. Nicht mehr zu versuchen, ein Perfektionist zu sein, sondern zu sagen: ‚Nein, das ist nur Kunst, und so ist es nun mal. Sag, was du sagen willst, und dann geh‘“, erklärt er. „‚Steh dir nicht selbst im Weg.‘“ Der Rest des Albums, das von Beau Bedford von The Texas Gentlemen produziert und in mehreren kurzen Etappen in Asheville, Nashville und Los Angeles aufgenommen wurde, ist ebenso kompromisslos: Etwa wenn es um Herzschmerz geht (wie im knackigen Heartland-Rocker „The Truth“) oder um jugendliche Unbekümmertheit in „Stillwater“, wo Flores seine ruppigere, am Grunge angelehnte Seite durch spöttischen Gesang und eine stimmungsvolle Produktion auslebt. Wie schon auf der letzten EP „Half Life“ (2024) setzt sich Flores auch auf „Welcome To The Plains“ mit seiner eigenen psychischen Verfassung auseinander. So gesteht er beispielsweise einer Ex-Geliebten in dem schmissigen „Oh Susannah“, dass er „ein Problem war, das nur versucht habe, die Heilung zu sein“ („was a problem only tryna be the cure“). Flores gleicht diese Schwere jedoch immer wieder durch Momente der Leichtigkeit aus. Da ist etwa diese augenzwinkernde Zeile in „When I Die“: „When I’m in the ground/If I hear you talking shit/I hope I get the chance to be a ghost and scare your kids“ („Wenn ich unter der Erde liege / und ich höre, wie du Mist erzählst, / hoffe ich, die Chance zu bekommen, ein Geist zu sein und deine Kinder zu erschrecken“). Diese Gegenüberstellung von Dunkelheit und Licht verkörpert die Spannung, die Flores’ Lieder so fesselnd macht. „Die meisten dieser Songs lassen sich auf zwei verschiedene Weisen interpretieren“, fügt Flores hinzu. „Das macht für mich den Spaß aus, weil sie so einfach sind, aber in ihnen so viel Bedeutung steckt.“

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