

Gregorianischer Gesang und Jazz-Klavier scheinen nicht wirklich zusammenpassen – doch der deutsche Pianist und Komponist Tim Allhoff hat beide Genres in diesem bezaubernden Album vereint, das durch seine erfinderische Breite und spirituelle Tiefe überrascht. Die Idee für „Meditations“ war einfach: Allhoff wollte das älteste bestehende Repertoire der westlichen Vokalmusik mit moderner Klavierbegleitung kombinieren. „Das war eine ziemliche Herausforderung, denn ich wollte die Größe und Freiheit der ursprünglichen Musik beibehalten und sie gleichzeitig in eine Art liedähnliche Struktur einbetten“, erinnert er sich. „Ich habe mir bestimmt 100 verschiedene Gesänge angehört, um am Ende eine Auswahl von etwa 20 zu treffen, die ich bearbeitet und dann auf die endgültige Tracklist reduziert habe.“ Und das ist ihm berückend gut gelungen: Allhoffs subtile Harmonien und sanfte rhythmische Riffs eröffnen neue Perspektiven auf jeden Gesang, ohne die Stille und Konzentration des erhabenen Unisono-Gesangs von Cantatorium zu stören.