

„Ich war fünf Tage in der Woche im Studio, ohne andere Verpflichtungen“, erzählt Sonny Fodera Apple Music. „Ein Album ist eine großartige Möglichkeit, sich als Künstler auszudrücken. Das ist mein fünftes – und ich habe das Gefühl, dass ich gerade erst anfange.“ Der Produzent, der in Adelaide geboren wurde und in London lebt, hat sich in den vergangenen zehn Jahren den Ruf erworben, tadellos in der DJ-Kabine zu mixen und ein Gespür für emotionale Momente in treibenden House-Grooves zu haben. Für sein fünftes Album „Wide Awake“, das größtenteils während des Corona-Lockdowns im Jahr 2020 entstanden ist, hat er sich eine Reihe angesagter Kollaborateure ins Boot geholt, darunter die Sängerinnen Ella Eyre und Sinead Harnett sowie die Produzenten MK und Diplo. Das Ergebnis sind 14 Tracks, die von der energiegeladenen House-Euphorie auf „Nah“ über den UK-Garage-Swing von „Next 2 U“ bis hin zum bassgetriebenen „Turn Back Time“ reichen. „Das sind Songs, die du dir überall anhören kannst – und musikalische Reisen, die dich an andere Orte bringen“, sagt Fodera. Lies weiter und erfahre seine Gedanken zum Album, Track für Track.
„You“ (feat. Sam Tompkins)
Ich bin ein Riesenfan von Sam [aus Brighton], und wir hatten schon eine ganze Weile einen Termin für eine Zusammenarbeit, der aber immer wieder verschoben wurde. Im Sommer 2021 beschloss ich, ihn direkt auf Instagram anzuschreiben, und wir gingen ins Studio. Wir waren mit einem fantastischen Texter namens Jin Jin dort, der schon für Jax Jones und Jess Glynne geschrieben hat, und wir haben den Track an dem Tag fertiggestellt.
„Angel“ (feat. Clementine Douglas)
Das war einer der ersten Tracks, die ich zu Hause gemacht habe, als wir in Großbritannien in den Lockdown gingen. Ich bekam ein paar Vocals von Clementine [aus Brighton] per E-Mail zugeschickt und das hier hat mir besonders gut gefallen. Ich habe einfach einen Beat dazu produziert – tatsächlich haben wir uns nie persönlich getroffen, bis zu meinem eigenen Festival mit Gorgon City, Back to Love im [Londoner] Finsbury Park, wo wir ihn diesen Sommer zum ersten Mal gespielt haben.
„Nah“ mit KOLIDESCOPES (feat. Sinead Harnett)
KOLIDESCOPES haben ein tolles Studio in Soho in London und ich habe mich dort mit den beiden getroffen, bevor wir die Hook geschrieben haben. Uns war sofort klar, dass sie perfekt für Sinead Harnett wäre, eine gute Freundin von mir. Sie hat auch ein paar Sachen zu dem Song hinzugefügt, wie die Bridge, und hat ihn total gerockt.
„So High“ (feat. Dan Caplen)
Ich habe diesen Song von Dans Team geschickt bekommen und fand ihn toll. Ich bin schon seit Langem ein Fan seiner Stimme und es ist cool, einen gemeinsamen Track mit ihm auf diesem Projekt zu haben. Es ist ähnlich wie bei „Angel“: Dan und ich kannten uns noch nicht, als wir den Song geschrieben haben, und wir haben ihn bei Back to Love zum ersten Mal aufgeführt. Die Resonanz war unglaublich und seither spiele ich ihn als Highlight bei fast jedem Set.
„Turn Back Time“ (mit Diplo)
Diplo und ich haben uns in L.A. getroffen, als ich auf Tour in den Staaten war. Er hatte einen Vocaltrack mit Sasha Sloan, den er mir vorspielte, und wir beschlossen, damit zu experimentieren. Wir spielten ihn bei unseren Auftritten und er kam super an, aber dann kam der Lockdown. Der Song heißt „Turn Back Time“ – perfekt, um ihn während des Lockdowns im November 2020 zu veröffentlichen, weil er eine ganz neue Bedeutung bekam. Ich musste ihn dann einfach mit auf die Platte nehmen, weil er so gut zum Rest des Projekts passt und eines der ersten Stücke aus dieser Zeit war.
„Something About You“ (mit Camden Cox und Yeah Boy)
Yeah Boy [ein Mitglied von KOLIDESCOPES] kommt wie ich aus Australien und wir wollten schon immer mal einen gemeinsamen Track machen. Ich habe ihm diese Idee mit [dem Londoner Künstler] Camden Cox geschickt, und er ist so ein Genie an den Tasten, dass er sofort mit dieser genialen Synthie-Line rüberkam.
„Wide Awake“ (feat. Laura Welsh)
Ich habe diesen Song 2019 mit Laura Welsh, [einer Künstlerin aus Staffordshire], und der [Londoner Künstlerin und Produzentin] Raphaella in einem Studio in East London geschrieben. Wir fingen an zu jammen und dieser schöne Song kam einfach ganz natürlich zustande. Es ist so ein schöner Moment im Album, und der Titel hat mich danach regelrecht angesprungen als Name für die Platte, denn es gab so viele Nächte, in denen wir wach waren, zusammensaßen und darüber redeten, was im Jahr 2020 passiert ist.
„One Night“ (mit MK, feat. Raphaella)
Das ist wahrscheinlich der bekannteste Song, den ich mit MK veröffentlicht habe. In den Sets, die ich jetzt spiele, singen ihn alle mit, und es fühlt sich wie ein wirklich großer Moment in meiner Karriere an. Ich habe ihm einen Song vorgespielt, den ich schon mit Raphaella gemacht hatte, und er fand ihn super. Wir sind dann in sein Studio gegangen und er hat ein paar Gesangsaufnahmen und die Keyboards gemacht – das ging alles wie von selbst.
„Silhouettes“ (feat. Poppy Baskcomb)
Das Stück hab ich an viele Leute geschickt und alle sagen, es sei ihr Lieblingssong auf dem Album. Der Gesang ist sehr klassisch. Ich habe ihn von [der Londoner Künstlerin] Poppy Baskcomb zugeschickt bekommen, und als ich ihn hörte, hat er mich wirklich umgehauen. Der Track ist eher Downtempo, wie die Deep-House-Musik, die ich vor ein paar Jahren gemacht habe. Er entstand im Lockdown und ist ein cooler Song für das Album.
„Stuck In My Head“ (mit Punctual, feat. Rug Wilson)
Das ist einer der clubbigeren Songs auf dem Album. Er ging mir tagelang nicht aus dem Kopf, nachdem ich ihn geschickt bekommen hatte. Es ist schön, dass es auf diesem Album mehr männliche Vocals gibt, denn davon gibt es nicht allzu viele auf Dance-Platten und ich finde, dass sie wirklich gut passen. Mit Track 10 pushen wir das Album und geben ihm einen Club-Kick für die nächsten Tracks.
„Last Thought“ (mit Vintage Culture, feat. MKLA)
Ich war 2019 in Brasilien und habe eine Stadiontour mit Vintage Culture gespielt. Wir beschlossen, einen gemeinsamen Track mit der Stimme von MKLA zu machen und arbeiteten an der Idee im Flugzeug, während wir in eine andere Stadt flogen. Ich kam etwa zwei Monate später zurück und spielte eine Show in São Paulo, bei der er mit mir zusammen auftrat, und dann tauchte MKLA auf, um den Song ebenfalls zu singen. Es war bei Sonnenaufgang mitten in São Paulo, als wir den Song aufführten, den wir im Flugzeug geschrieben hatten – ein schöner Moment.
„Next 2 U“ (feat. Sinead Harnett & Bru-C)
Sinead und ich haben den Song 2019 zusammen in East London geschrieben. Wir hatten das Gefühl, dass da ein Rapper drauf muss, da es die erste Garage-Platte ist, die ich gemacht habe. Im Lockdown habe ich dann auf Instagram durchgescrollt und dieser Typ Bru-C ist immer wieder aufgetaucht. Er kommt aus den Midlands und ich liebe seinen Flow, also habe ich ihn kontaktiert und gefragt, ob er bei diesem Track mitmachen will. Zum Glück hat er sofort zugesagt. Er hat mir die Vocals geschickt und die haben den Track komplett verändert.
„Selfish“ (feat. Kelli-Leigh & YOU)
Ich und [die Londoner Künstlerinnen] Kelli-Leigh sowie YOU haben uns in einem Studio in Ladbroke Grove getroffen und an diesem Tag zwei Songs geschrieben. Dies war einer davon. Es ist ein Duett mit einem echt schönen Touch, das mich dazu brachte, einen The xx-meets-House-Vibe einzubauen. Kelli-Leigh und YOU ergänzen sich musikalisch sehr gut, es war also perfekt, beide in einer Session zu dabei zu haben.
„Wired“ (mit Ella Eyre)
Jin Jin, [eine Songwriterin und Künstlerin aus Manchester], schickte mir zufällig diese Vocals von Ella Eyre, mit der ich schon immer zusammenarbeiten wollte. Als ich den Song bekam, hatte er eigentlich 115 BPM, aber ich habe ihn schneller gemacht und dann hat sie ihn neu aufgenommen, als der Lockdown vergangenen Sommer langsam nachließ. Die Leute fühlen wirklich eine Verbindung zu diesem Lied und es hat die perfekte Stimmung, um das Album zu beenden.