

choice#18 - Best Of 2023… Berlin, 10.12.23… Wie jedes Jahr gibt es eine kleine Werkschau der besten Stücke des vergangenen Jahres. Starten wird die Compilation mit Daughters „Be On Your Way“… im März schrieb ich dazu: „Die zweite Liedersammlung von 2023 beginnt verhalten atmosphärisch und vielleicht auch ein wenig cinematisch… die ersten Klänge von „Be On Your Way“ von Daughter aus London erinnern an die ersten Akkorde von Slowdive’s „Sugar For The Pill“ und auch der weitere Verlauf dieses Songs fährt auf den Pfaden des Dreampop… mit ein wenig Elektronik auch… fast schon Trip-Hop… für mich der beste Song dieser Band die mir sonst eher zu introvertiert ist und schöner Einstieg in den Sampler.“… dem ist auch am Jahresende nichts entgegen zu setzen… es blieb aber beim einzigen Hit des Albums „Stereo Mind Game“. Als zweites folgt ein sehr eingängiger Pop Hit der Indie Supergroup boygenious deren Album in meiner persönlichen Top 10 des Jahres vertreten ist… schon mal weil es auch so viel Spaß gemacht hat den Mädels auf Instagram zuzusehen wie sehr viel Spaß sie miteinander hatten bei Tour und allemmöglichen… Im Mai schrieb ich dazu: „Es folgt noch einmal Indie-Schlager von Boygenius, dem gemeinsamen Projekt von Julien Baker, Phoebe Bridgers und Lucy Dacus… solo bin ich mit allen dreien vertraut, besonders Lucy Dacus verfolge ich schon eine Weile… „Not Strong Enough“ ist ein gewaltiger Ohrwurm und wird zum Glück auch oft auf RadioEins gespielt.“ Mit dominaten Basslines und ebenfalls weiblichen Gesang geht es weiter: „Kate Davis hatte ich beim letzten Sampler oberflächlicherweise recht knapp als Sharon Van Etten Sidekick abgetan, zwei Monate später bin ich deutlich schlauer und möchte einiges ergänzen, zumal ihr Album „Fish Bowl“ inzwischen zu meinen liebsten Alben des Jahres gewachsen ist. Kate Davis ist studierte Jazzmusikerin im Fachbereich Bass, womit sie viele Jahre gut Geld verdient hat und mit Größen wie Herbie Hancock gespielt hat… als junge Frau war das natürlich eine Ehre aber wenn dann noch eigene Ideen kommen dann muß was Eigenes her und fortan wurden Songs geschrieben und veröffentlicht… sie machte ein Tribute-Album für Daniel Johnston und schrieb mit Sharon Van Etten deren Album „Seventeen“. „Fish Bowl“ ist das dritte Soloalbum, der Bass ist natürlich unüberhörbar im Vordergrund, der Rest ist bester Indie-Pop ohne jeden Schnörkel und trotzdem mit angenehmen Ecken und Kanten. Der Titeltrack des Albums der hier zu hören ist, geht in der Tat um den „Major Tom“ den der Deutsche Peter Schilling 1983 völlig losgelöst ins All geschickt hat… das ist verdammt charmant und und die Repeat-Taste wird an dieser Stelle ziemlich häufig beansprucht… auch noch so ein Album was sicher in der Jahres-Top 10 ist.“ An dieser Aussage vom Juli Sampler wäre noch eine Korrektur von Nöten: Das Sharon van Etten Album hieß „Remind Me Tomorrow“. Es folgt ein Hit der momentan noch sehr allgegenwärtig im eigenen Oberstübchen ist… „Als nächstes gibt es leicht psychedelischen, gitarrenbetonten Indie-Pop aus… und das ist Premiere: Indien. „Delicate Surrender“ von Long Distances ist ein unverschämt catchy Pophit der in meinem Kopf derzeit genau so spukt wie die vorausgegangenen Lieder…die Gitarren hören sich im Refrain und am Ende an wie The Church in ihren besten Tagen… und wenn ich das sage…“ Es gibt erst 3 veröffentlichte Songs der Band, ich hoffe sehr das sich das nächstes Jahr ändert. Der vielleicht größte Ohrwurm der ersten Jahreshälfte wurde im März von mir so beschrieben: „Dreampop ist auch das Motto von Song Nummer zwei: „Pure“ von Oceans aus Australien ist Kitchens Of Distinction ohne Drama… der Bass fast Peter Hock-alike im Zentrum des Stückes und die Gitarren pastellartig darumgewoben… melancholischer Gesang… in meinem Kopf seit etlichen Wochen in der Poolposition… als wäre es noch 1992 und ich müsste sofort in einen Plattenladen laufen und mir die Single kaufen…das warn’ noch Zeiten…“ Es blieb auch in diesem Falle bei einem einzigen Hit des Albums „Dreamers In Dark Citys“. Wir verlassen den Pfad des Dreampop und tauchen in etwas dunklere Welten: „…Über eine eindringliche Baritonstimme verfügt auch Michael Gira, der Sänger der New Yorker Noise-Veteranen Swans. Als die Band in den 1980ern anfing zu musizieren war die Musik wenig erträglich für meine Ohren. Gegen Ende des Jahrzehnts folgte eine gute „Love Will Tear Us Apart“ Coverversion und Anfang der 1990er gute Alben wie „White Light From The Mouth Of Infinity“, danach lange nichts und ab 2013 Alben wie „The Seer“… zwei Stunden Spielzeit, alles laut und experimentell… ich habe es immer wieder mal versucht damit, aber letztenendes war das nix für mich… nun also „The Beggar“… etwas leichter, aber immer noch sehr anspruchsvoll und anstrengend… der Song „Los Angeles: City Of Death“ ist allerdings, auch wegen seiner Kürze das poppigste Swans Stück des „neuen“ Jahrtausends.“ schrieb ich dazu im Juli. Auf dem gleichen Sampler war auch der nächste Song vertreten: „Noch etwas lauter wird es bei Baroness, einer Metalband aus Georgia. „Last Word“ ist der Vorreiter eines neuen Albums und der hat mich spätestens beim zweiten Hören etwas aus den Socken gehauen… da stimmt einfach alles, Gitarren über Gitarren, kein anstrengender Gesang… mindestens höchstes Mastodon Niveau… für mich bis jetzt der beste Song des Jahres… obwohl er erst ein paar Tage alt ist… nun bin ich auf das Album dieser Band gespannt, welche mich bis dato eigentlich noch nie richtig abholen konnte.“ Es folgte mit „Beneath The Rose“ noch ein weiterer großartiger Song im September… dann kam das Album „Stone“ und das konnte dann leider doch nicht ganz die hohen Erwartungen erfüllen… für die Top 10 hat es trotzdem gereicht. Im September hieß es dann: „Dann nochmal heavy und Rambam… und zwar auf norwegisch. Kvelertak aus Stavanger singen über einen gewissen Helmut von Botnlaus… einer Flitzpiepe aus den norwegischen Wäldern mit viel Kraft, Energie und etwas Glamrock aus den 70ern… großartig!“ Noch einmal Metal kommt dann aus dem November ebenfalls auf skandinavisch: „Auch Metal und auch abwechslungsreich und komische Mischung: Myrkur mit „Valkyrierens Sang“… Enya meet Black Metal?… Hinter Myrkur steht die 39jährige Dänin Amelie Bruun, der Song kommt auch auf dänisch… auch das dürfte ein Debüt in der Choice Serie sein… beim Schlagzeuger stelle ich mir immer das Tier aus der Muppet Show vor… Miss Piggy als Walküre.“ Die dienstälteste Band die 2023 auf den choice Samplern vertreten waren feierte im März ein Comeback: „The Damned veröffentlichen ein neues Album! Neulich spielten die älteren Herren sogar ein paar Konzerte in der Originalbesetzung von 1976, nun auch noch neues Material: „The Invisible Man“ geht rockig los und man schunkelt gerne mit und denkt aber auch irgendwann an das Wort „Altherrenrock“… plötzlich wird die Geschwindigkeit erhöht und die Nummer geht ab wie eine Rakete und es wird wild… herrlich… danach kommt er wieder auf den Boden zurück… sehr gut!“ Das Album „Darkedellic“ war sehr gelungen und konnte sich auch platzieren. Im Januar schrieb ich zur nächsten Nummer: „Aus der gleichen Sparte (Young and angry from UK) kommen auch Frank Carter & The Rattlesnakes die mit der Single „Parasite“ nicht um den heißen Brei rumsingen… geiler britischer Punkrock anno 2023…“ Es war nur eine Single… ein neues Album kommt Anfang 2024. Als ich im Sommer abends im Garten die Kopfhörer aufhatte war der nächste Song sehr präsent… ich versuchte immer genau rauszuhören was er da erzählt… singen kann man es ja eher nicht nennen: „David Bridie ist der nächste Interpret und auch ihn kenne ich bereits seit Jahrzehnten… die Musik seiner Bands Not Drowning Waving und My Friend The Chocolate Cake hörte ich in den 1990ern sehr gerne. „Sympathetic Martin“ ist das zentrale Stück eines Spoken Word Albums für das Bridie die Musik schrieb und andere Künstler erzählen irgendwelche Geschichten… entstanden ist das Projekt im Lockdown… auch in dem Song wird nicht gerade gesungen sondern eher aufgezählt… man erkennt Bridie am Klavierspiel und an der Stimme, dennoch ist es sehr ungewöhnlich… mich fesselte es aber… deshalb ist der Song jetzt auch hier.“ Das kommende Stück ist jetzt Ende des Jahres noch sehr in meinem Ohr… der Novembersampler choice#17 startete mit ihm: „Wir fangen an mit einem der (wie immer stets für mich) besten Songs dieses Jahres. Hinter King Creosote steht der Schotte Kenny Anderson… vor ein paar Jahren hatte er mit seiner Band mal einen kleinen Hit „For One Night Only“ welcher sogar von seinen berühmten Landsleuten Simple Minds gecovert wurde. Das neue Album erscheint Anfang November und die Vorab-Single „Blue Marbled Elm Trees“ begleitet mich bereits ein paar Wochen… es ist ein sehr euphorischer Song… zumindest in dem Kontext das es um nichts geringeres geht als die eigene Beerdigung. Man kann sich ja durchaus mal die Frage stellen welcher Song beim eigenen Abschied passend wäre… das können traurige Lieder sein oder aber lustige… Monthy Pytons zum Beispiel… ich halte diesen Song mit seiner orchestralen Instrumentierung mit den Uilleann Pipes für einen erfrischend positiven und optimistischen Song zu dem Thema der nicht in Groll zurückschaut sondern stets betont das alles ganz prima war… also sollte mit mir in nächster Zeit etwas gewaltig schieflaufen… den Song würde ich dabei aus der Wolke mitpfeifen… „no I shan’t complain“…“ „Mit Beach Fossils folgt eine weitere Band die vor zwei Monaten auch schonmal dabei war. Ihr Album „Bunny“ ist derzeit sehr hoch im Kurs in meinem Kopf, war aber sogar auch schon Album der Woche bei Radioeins… herrlich entspannte Gitarrenmusik… im Falle von „Walk To The Moon“ noch ein bisschen Amerikana dazu… Top 10 des Jahres sollte sicher sein.“ … letzteres ist in der Tat eingetreten…genau wie beim nächsten Trio :“es darf wieder geträumt werden mit eben lupenreinem Dreampop von Blonde Redhead die mit „Sit Down For Dinner“ das beste Album seit 2007s Album „23“ fabriziert haben. Die Band besteht bereits seit 30 Jahren und aus einer Japanerin und einem italienischen Zwillings-Bruderpaar mit Sitz in New York. „Kiss Her Kiss Her“ würde ich sofort in die Top 3 aller Blonde Redhead Songs aufnehmen.“ Der Song ist aktuell nicht aus meinem Kopf wegzudenken… es geht um zwei Liebende die unter einem Stern stehen und sich nicht trauen… für alle Heimlich-Verliebten… herzallerliebst. Ebenso verträumt aber deutlich rumpeliger kommt die nächste Nummer aus dem März: „T. G. Shand aus Neuseeland ist wieder etwas arg mystisches… getüpfelte Gitarrenstriche a la Cocteau Twins treffen auf einen sägenden Bass der arg tiefergelegt ist… spooky mit Kopfhörern… man dreht sich um um sich zu vergewissern das man alleine im Zimmer ist…“ Es folgte von der Künstlerin die eigentlich Annemarie Duff heißt, eine EP die insgesamt sehr gut war… ich hoffe das ein Album geplant ist. Ein weiterer Ohrwurm des Sommers war das nächste Stück: „In Your Wake“ ist bei mir einer dieser altgedienten Sommerhits dieser Saison. Er kommt von Bathe Alone wohinter eine Dame namens Bailey Crone aus Atlanta/Georgia steht. Es ist halb Synthpop halb Dreampop und ein Ohrwurm den man schwer wieder los wird.“ Zum darauffolgenden Song schrieb ich im Mai : „Bleach Lab waren auf dem vorletzten Sampler auch schon vertreten. „Indigo“ ist ein Vorbote des neuen Albums… wieder kommt bei mir Stimmung auf als wäre es Anfang der 1990er Jahre und ich würde den Song auf MTV-120 Minutes sehen… warscheinlich zwischen The Sundays und Heart Throbs…“ Die Band war dieses Jahr sogar drei mal vertreten… schaffte es mit dem Album „Lost In The Rush Of Emptiness“ aber knapp nicht in die Top Ten… anders die nachste Band die 2023 auch mit einem guten Konzert in der ausverkauften Max Schmeling Halle gefallen konnte und nebenbei noch ein weiteres Album veröffentlichte… ich schrieb zu „Tropic Morning News“ im März nur kurz angebunden: „der nächste Song ist von The National… etwas poppiger als gewöhnlich, aber genau so mag ich sie gerne.“ Kaum hat man es sich mit der Musik richtig gemütlich gemacht, kommt auch schon der letzte Song der auch den aktuellen Sampler choice#17 beendete und den ich als persönlichen Nummer Eins Hit des Jahres adeln werde… er ist seit Mitte September bei mir omnipräsent und vervielfältigte auch die Wertung des aktuellen Albums dieser Band… obwohl er nur ein Outtake ist: „Meine Alltime Favourits von The Church haben noch ein paar Songs zu ihrem Album The Hypnogogue nachgereicht… „Realm Of Minor Angels“ als Single gab es beim letzten Sampler und der Großteil der Zugabe war meiner Meinung nach auch zu Recht nicht auf dem Album… aber mit „Pleasure“ kommt nun nochmal ein Stück was für alles steht wofür mich die Band seit 40 Jahren (ja…) verzaubert… 60s Gitarren, der sonore Gesang Steve Kilbeys und die leicht gruselige Atmosphäre… „oh my pounding heart wants to pull you apart“…“ In den nächsten Tagen wird meine persönliche Top 10 des Jahres an dieser Stelle veröffentlicht und Anfang Januar kommt choice#19 mit Neuheiten…