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Die Wurzeln des Soul findet man in dem Wehklagen des Gospel, der Anzüglichkeit des Blues, dem Rhythmus des Jazz und dem Gefühl des frühen R&B. All diese Genres sind mit der Geschichte des afroamerikanischen Volkes eng verbunden. Sam Cooke oder Ray Charles sind einige der Namen, die diese Stile miteinander verbanden und damit ein neues Genre schufen. Sie nutzen die „Instrumente des Herrn“, um über teuflische bzw. anzügliche Dinge zu singen. In den Anfängen war Soul vor allem die Musik der Schwarzen, bis ein Plattenlabel aus Detroit sich vornahm, diese Klänge einem weißen Publikum näherzubringen. Der Name dieses Labels war Motown Records. Der Gründer und Besitzer Barry Gordy hatte Stars wie The Supremes oder Stevie Wonder unter Vertrag. Songs aus der „Motor-City“ wurden zum Synonym des Soul. Die Musik war leicht zugänglich, die Texte gesellschaftsfähig und unschuldig, weswegen sie auch problemlos von weißen Radiostation gespielt wurden. Der Gegenspieler aus Memphis, „Stax Records“, war noch mehr den Wurzeln des Blues und damit auch dem „Schmutz“ verbunden. Hier waren Legenden wie Otis Redding oder Isaac Hayes zu Hause.

Im Laufe der Zeit musste sich der Soul immer wieder neu erfinden. Über den Funk zur Disco-Epoche kam Soulmusik durch den R&B endgültig im Pop an. Michael Jackson oder Whitney Houston gelang es, den Spagat zwischen Soul und Pop hinzulegen, was dazu beitrug, dass Soul oder R&B in vielen Genres heutzutage wiederzufinden ist, sei es Hip-Hop, House oder Rockmusik. Die letzten 20 Jahre brachten auch im deutschsprachigen Raum eine ständig wachsende Soul-Szene hervor. Neben Partyreihen machten Künstler wie Xavier Naidoo vielen klar, dass Soul nicht zwingend aus den USA kommen muss und auch auf Deutsch authentisch klingen kann.