James Blake

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Die britische Underground-Bassmusik-Szene hat nur wenige Superstars hervorgebracht, die größer oder unerwarteter waren als James Blake: Innerhalb weniger Jahre arbeitete sich der in London geborene Produzent nicht nur durch die feuchten Kellerclubs der Stadt, sondern entwickelte sich auch zu einem der strahlendsten Singer-Songwriter:innen der Popmusik. Ende der 2000er‑Jahre begann Blake damit, die dunklen Nischen des Dubstep zu erkunden. Dabei entstanden düstere, stotternde Beats, glühende Synth-Linien und mitunter sehr minimalistische Songs: Der Titel seiner Debütsingle „Air & Lack Thereof“ beispielsweise könnte ebenso gut ihren Klang beschreiben. Doch etwas veränderte sich, als er von gesampelten A‑cappella‑Versionen zu seiner eigenen Stimme wechselte. Getragen von seinem luftigen, agilen Falsett hob sein selbstbetiteltes Debütalbum von 2011 ab. Das Feist-Cover „Limit to Your Love“ offenbarte die inneren Widersprüche seiner Musik. Hier spiegelten sich seine zitternden hohen Töne mit einem kaum hörbaren, tiefen Bassdröhnen. Mit den folgenden Alben „Overgrown“ (2013) und „The Colour in Anything“ (2016) entwickelte sich Blake zu einer der introspektivsten Stimmen des Pop. Gleichzeitig wurde er zu einem der gefragtesten Feature-Gäste der Szene und arbeitete mit einer langen Liste von Rap- und R&B-Größen wie Beyoncé, JAŸ-Z, Frank Ocean und Kendrick Lamar zusammen. Es liegt auf der Hand, warum so viele Künstler:innen mit ihm arbeiten wollen: Mit seinem kraftvollen Bariton, nuancierten Vokaltexturen und tiefgründigen Texten zwischen Ekstase und Zweifel kann er selbst den kleinsten Song wie ein eigenes Universum wirken lassen. Sein Kosmos wuchs weiter, als er nach Los Angeles zog und 2019 „Assume Form“ veröffentlichte, auf dem Travis Scott, ROSALÍA, André 3000 und andere mitwirkten. Das überraschend fröhlich klingende Album ist eine Hommage an seine Partnerin, die Schauspielerin Jameela Jamil, und zugleich eine Art Friedensschluss mit seinen inneren Dämonen. Doch Blake zeigte auch, dass künstlerische Entwicklung nicht linear verlaufen muss, sondern dass es sich durchaus lohnen kann, zu den eigenen Ursprüngen zurückzukehren. So ließ er sich auf „Playing Robots Into Heaven“ (2023) von den Dance-Sounds inspirieren, die am Anfang seiner Karriere standen – House, Dubstep, Trap und Techno – angereichert mit seinen charakteristischen Melodien und bittersüßer Emotionalität. Es ist der scheinbar mühelose Klang eines Künstlers, der seine hart erarbeitete Handschrift ausspielt und eine Rückkehr in die Clubkultur feiert, in der alles begann. Was er aus diesem Prozess mitnahm, sagt er Apple Music: „Das Gefühl von ‚Ist das zu einfach?‘ ist eigentlich ein gutes Zeichen. Es bedeutet, dass man auf etwas Gutes gestoßen ist, dass man etwas richtig macht.“

AUS
Enfield, London, England
GEBOREN
26. September 1988
GENRE
Electronic