

Die Broadway-Sensation „Wicked“ als Doppel-Blockbuster in Hollywood? Für viele war das nur schwer vorstellbar. Doch alle Zweifel waren unbegründet: Die Stimmen von Multitalent Cynthia Erivo und Pop-Größe Ariana Grande sind mehr als stark genug, um die beliebte Neuinterpretation von L. Frank Baums „Oz“ in eine neue Ära zu tragen. Wie die beiden Schauspielerinnen im Gespräch mit Apple Music verraten, basieren ihre Darstellungen von Elphaba (der bösen Hexe des Westens) und Glinda (der guten Hexe) auf ihren eigenen Persönlichkeiten. Das trifft auch darauf zu, wie sie die Lieder von Komponist Stephen Schwartz singen. „Wie unsere Stimmen angelegt sind, wie wir sind, wie wir Musik interpretieren, wie wir sie hören. Es fühlt sich einfach wirklich persönlich an. Wie wir eben“, sagt Erivo. „Wicked: Teil 2“ spielt fünf Jahre nach dem Ende des ersten Teils. Elphaba ist jetzt für alle die böse Hexe und lebt im Exil, während Glinda es in die Elite von Oz geschafft hat und für den Zauberer von Oz – dargestellt von Jeff Goldblum – arbeitet. Der Film begleitet Elphaba und Glinda auf ihren getrennten Wegen, die sich schließlich wieder kreuzen. Für musikalische Untermalung sorgen kraftvolle, mitreißende Songs wie das bittersüße „Thank Goodness“, die rachegetränkte Mini-Rock-Oper „No Good Deed“ und das herrlich kitschige „Wonderful“. Während der erste Teil des „Wicked“-Diptychons 2024 keine extra dafür geschriebenen Lieder auf dem Soundtrack präsentierte, gibt es beim zweiten Teil zwei neue Tracks, die beide von Schwartz extra komponiert wurden. „No Place Like Home“ wird von Elphaba gesungen und beginnt reumütig, entpuppt sich dann aber als Hymne über Widerstandskraft und innere Stärke im Angesicht von Schicksalsschlägen. Die zarte Ballade „The Girl in the Bubble“ von Glinda hingegen ist voller Bedauern. Der emotionale Höhepunkt des Films ist das Duett „For Good“, in dem Elphaba und Glinda auf ihre Freundschaft zurückblicken und darüber sinnieren, wie sich ihre Leben durch ihre Begegnung grundlegend verändert haben. Die Performance der beiden Schauspielerinnen ist zurückhaltend, aber voller Intensität, und bringt vielschichtige Emotionen zutage. „Was ich daran so liebe: Da sind einfach zwei Menschen, die sich in diesem Moment verbunden fühlen. Ohne Schnickschnack, ohne Affektiertheit, ohne Maske. Einfach nur ehrliche Emotionen“, so Grande. „Die Leute haben danach ein bisschen mit anderen Augen auf die Welt geschaut. Auf sich selbst und auf andere. Wegen dieser Figuren“, meint Erivo. „Für mich ist es etwas wirklich Besonderes, Teil von sowas zu sein. Wir haben nicht nur einen unterhaltsamen Film gemacht. Wir haben etwas geschaffen, das die Herzen der Menschen erreicht und sie offener gemacht hat.“ Hier geben euch Erivo und Grande Einblick in ihre Gedanken und Gefühle zu einigen der Tracks aus „Wicked: Teil 2“ – darunter auch Erivos extra geschriebenes Paradestück „No Place Like Home“. „Thank Goodness“ Ariana Grande: Ich glaube, „Thank Goodness“ ist der Moment, in dem Glinda und ich uns am ähnlichsten sind. Wir beide kennen dieses Gefühl. Beim Dreh war mir das eigentlich gar nicht bewusst, weil ich ja Glinda war. Aber als ich mir das Ganze später noch mal angesehen habe, dachte ich: „Oh mein Gott, ich erkenne mich total wieder!“ Das ist schön. Es ist etwas Besonderes, dass diese Hexen uns in gewisser Weise geheilt haben. Sie haben uns geholfen, bestimmte Dinge loszulassen und das Beste dieser Figuren mit nach Hause in die Wirklichkeit zu nehmen. „No Place Like Home“ Cynthia Erivo: Dieser Song fordert uns auf, das Leben selbst in die Hand zu nehmen, uns voll und ganz für das zu engagieren, an das wir glauben, und uns um die Menschen zu kümmern, die wir lieben. Auch wenn man am Ende nicht am gleichen Ziel ankommt, kann man trotzdem an der Liebe festhalten. Man kann sich auseinanderleben und doch gleichzeitig enger zusammenwachsen. „Wonderful“ Ariana Grande: Für das Publikum kommt die wahre Gefühlsachterbahn, wenn wir „Wonderful“ singen. Glinda fügt die beiden Besen zusammen, wir sitzen gemeinsam darauf, und los geht ein kleiner magischer Ritt durch die Gemächer des Zauberers. Cynthia Erivo: Du hast was gesungen, und ich habe mitten im Dreh ganz unbewusst ein beeindrucktes „Mm-hmm“ gemacht. Ariana Grande: Das war für mich der stolzeste Moment meiner Karriere: Ich singe etwas, und Cynthia Erivo feiert mich einfach mitten im Take dafür. „No Good Deed“ Cynthia Erivo: „No Good Deed“ war für mich extrem kathartisch. Ich konnte einfach loslassen, das war etwas wirklich Besonderes. Ich musste hier auf ein paar Dinge aus der Vergangenheit zurückblicken, weil es eben zu diesem Song gehört. Das war wirklich sehr befreiend. „For Good“ Ariana Grande: Ich erinnere mich an den ersten Drehtag. Schon nach der Hälfte war ich emotional so erschöpft, dass ich irgendwie ein richtiges außerkörperliches Erlebnis hatte. Es fühlt sich so unglaublich real an. Du kannst eigentlich einfach nur eintauchen in diese Worte und ihre Bedeutung. Wir spielen diese Frauen, die wir lieben. Und diese Frauen lieben einander. Das war so ein emotionales Auf und Ab! Cynthia Erivo: Ich erinnere mich nicht einmal daran, aber ich habe mich wohl an ein Fenster gesetzt und rausgeschaut. Ganz allein. Ariana Grande: Ich habe Arthur [Fenn] umarmt. Er ist unser Tontechniker. Er stand da mit dem Galgenmikrofon, und ich habe mich regelrecht an ihn geklammert und geheult. Während du da am Fenster gesessen hast, und wir darauf gewartet haben, dass es weitergeht. Zugegeben, das war schon sehr viel Drama, aber es ging nicht anders. Ich konnte nichts dagegen tun. Was ich daran so liebe: Da sind einfach zwei Menschen, die sich in diesem Moment verbunden fühlen. Ohne Schnickschnack, ohne Affektiertheit, ohne Maske. Einfach nur ehrliche Emotionen. Enge Verbundenheit. Sowas genieße ich sehr. Und ich wünschte, die Leute könnten auch diese kleinen Momente während der Vorbereitung oder zwischen den Aufnahmen miterleben. Dabei zu sein und das Ganze zu sehen, das fühlt sich sehr persönlich an.