private music

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Wenn der Titel des zehnten Albums der Deftones provokant wirkt, dann deshalb, weil das so gewollt ist. „Ich mag den Reiz des Namens,“ sagt Sänger Chino Moreno gegenüber Apple Music. „Er klingt irgendwie verboten, ein bisschen dreckig. Da schwingen all diese Bedeutungen mit. Dabei war es ursprünglich nur der Name des Ordners auf meinem Desktop, in dem ich während der Arbeit an den Songs alles abgelegt habe.“ „private music“ entstand im Laufe von zweieinhalb Jahren in Nashville, Joshua Tree und Rick Rubins Shangri‑La Studio in Malibu. Moreno, Gitarrist Stephen Carpenter, Schlagzeuger Abe Cunningham und Keyboarder/Turntablist Frank Delgado taten sich erneut mit Producer Nick Raskulinecz zusammen, der bereits ihre Alben „Diamond Eyes“ (2010) und „Koi No Yokan“ (2012) betreut hatte. Die erste Single und zugleich der Eröffnungstrack des Albums „my mind is a mountain“ entstand aus einer Jam-Session im Studio. „Es war einer dieser Songs wie ‚Change [In the House of Flies]‘“, sagt Carpenter. Er bezieht sich dabei auf den Signature-Song der Band vom Album „White Pony“ aus dem Jahr 2000. „Wir haben einfach ein bisschen herumprobiert und er begann, Form anzunehmen.“ „Ich liebe die Tatsache, dass er bombastisch ist“, fügt Moreno hinzu. „Dieser Song hat eine Dynamik, die ich großartig finde. Er ist heavy, aber wir beschreiben unsere Band immer so: Egal, welchen Musikstil wir anfassen, man muss dazu mit dem Kopf nicken können. Dieser Song hat diese Kopfnick-Qualität.“ Der erste Track, der für das Album geschrieben wurde, war allerdings nicht „my mind is a mountain“, sondern „infinite source“. Carpenter hatte die ursprüngliche Idee für den Song in Nashville, bevor er, Moreno und Cunningham ihn auf Tour fertigstellten. „i think about you all the time“ entstand dagegen in einem ruhigen Moment, den Moreno am Strand in der Nähe des Shangri‑La erlebte. „Ich erinnere mich, dass ich morgens aufstand, die Straße entlangging, ins Meer sprang, in meiner Badehose zurückkam und barfuß mit meiner Gitarre dort saß und einfach anfing zu spielen“, sagt er. „An diesem Abend machte ich mir eine Tasse Kaffee und sagte: ‚Nick, lass uns das aufnehmen, was ich heute Morgen gemacht habe.‘“ Im Gegensatz zu „i think about you all the time“ ist „milk of the madonna“ ein donnernder Deftones-Kracher, bei dem Morenos emotionaler Tenor über dem Wirbelsturm der Band emporsteigt. Wie Moreno betont, beweist „private music“ echte Beständigkeit. „Nichts klingt, als wäre es eine Momentaufnahme von damals, die heute nicht mehr passt“, sagt er. „Zweieinhalb Jahre nach ihrer Entstehung wirken die Songs immer noch absolut unmittelbar.“