

ZAH1DE hat ziemlich genaue Vorstellungen davon, was sie vom Leben erwartet. „Was BVG? Ich will ein’n BMW“, rappt sie in „Zahide Did It Better“. Die Luxuskarre dürfte inzwischen durchaus in Reichweite liegen – aber bis die Musikerin die öffentlichen Verkehrsmittel gegen das eigene Auto eintauscht, wird es noch dauern. Geboren 2010 in Berlin, wurde Zahide Kayaci zunächst durch Tanzvideos auf TikTok bekannt. Millionen Klicks, virale Edits und das legendäre „Zahide won this trend“-Meme machten sie in kürzester Zeit zu einer der sichtbarsten Figuren der Generation Alpha. Auch an anderer Stelle spielt sie auf ihr junges Alter an: „Mach ’n Banger für den Club, doch ich darf da nicht rein / Bleib zu Hause und ich mach den Money-Dance ganz allein“, heißt es in „Uff Yaa“. ZAH1DE will ohnehin mehr als nur tanzen. 2024 begann sie zu rappen und sorgte mit einer Reihe von Singles – darunter „TikTok Sportlich“, „Ballert auf Lautlos“ und „Mona Lisa Motion“ – für Wirbel. Im November 2025 erhielt sie einen Bambi in der Kategorie „Shootingstar“. Auf ihrem Debütalbum „Pretty Privilege“ rappt sie über Reichtum, Neider:innen, Social Media und darüber, wie sie sich ihren Platz in der Öffentlichkeit erkämpft hat. Sie erzählt vom Berliner Hotspot Kottbusser Tor, meldet sich aber ebenso selbstverständlich aus dem Grill Royal, einem der Szenerestaurants der Hauptstadt, oder vom Schnellimbiss Hühnerhaus 36 – „weil ich schwör’, ich fühl keine Scampis“. Vor allem aber straft sie all jene Lügen, die vermuten, es handle sich bei ihr nur um eine Eintagsfliege. Tracks wie „Mona Lisa Motion“ oder „Labubu Freestyle“, von geenaro und Ghana Beats absolut auf den Punkt produziert, glänzen mit Wortwitz und zahllosen Referenzen – von Haftbefehl bis DJ Tomekk. Das Starproducer-Doppel der Scorpion Gang verantwortete auch den luftigen Beat von „REDE“, einem der Highlights auf „Pretty Privilege“. Als Feature-Gast holte sich die Rapperin hier benno! ins Boot, ebenfalls ein Genre-Aufsteiger der letzten Zeit. Clever werfen sich die beiden die verbalen Bälle zu. „Ich hab’, ich hab’, ich hab’, ich hab’ Style und das Geld / Ich hab’ all das, was meinen Hatern nicht gefällt“, rappt ZAH1DE an einer Stelle. Wer solche Tracks im Repertoire hat, kann sich dieses Selbstbewusstsein leisten.