Pick Me Up Off the Floor

Pick Me Up Off the Floor

Obwohl ihre Karriere bereits zwei Jahrzehnte andauert, ist Norah Jones’ achtes Album das erste, das von Gedichten inspiriert wurde. Ihre Freundin, die Dichterin Emily Fiskio, ermutigte Jones, sich der Poesie zu nähern, und Jones inspirierte Fiskio, Songs zu schreiben. Sie taten sich zusammen und einige ihrer gemeinsamen Arbeiten sind auf dem neuen Album enthalten. „Es hat mir eine andere Art des Songwritings eröffnet“, erzählt Jones Apple Music. „Und wenn man seinen Kindern jeden Abend etwas von Dr. Seuss und Shel Silverstein vorliest, schwirren einem seltsame Verse im Kopf herum.“ Vielleicht kommt es daher, dass diese Songs, die einen schwierigen Abschnitt in Jones’ Leben sowie der Welt skizzieren, dennoch hoffnungsvoll klingen. Es könnte aber auch daran liegen, dass sie gar nicht für ein Album geschrieben wurden. Stattdessen erlaubte Jones es sich, bei den Aufnahmen Spontaneität walten zu lassen und Tracks zu einer Playlist hinzuzufügen, wann immer sie fertig gestellt waren – auch dies ist neu. „Ich habe mit verschiedenen Personen zusammengearbeitet und versucht, Singles zu produzieren, anstatt ein Album zu erzwingen. Es war sehr befreiend.“ Im Folgenden lässt sie uns an den Storys hinter jedem Song teilhaben.How I Weep„Zu Beginn handelte es sich bei diesem Song um ein Gedicht, und dann vergingen einige Monate, ohne dass ich wusste, was damit geschehen würde. Ich wusste, dass ich es letztlich zu einem Song machen sollte, denn das ist es ja, was ich normalerweise tue. Eines Nachts wartete ich, bis zu Hause alles ganz ruhig war, und dann spielte und sang ich, bis sich alles zusammenfügte. Der Song stand immer an erster Stelle in meiner kleinen Neben-Playlist. Es war immer der erste Song. Als ich mich entschloss, aus den Songs ein Album zu machen, wusste ich, dass das hier die Einleitung sein würde.“Flame Twin„Das ist ein weiterer Song, der aus einem Gedicht hervorging. Eines Tages ging ich damit ins Studio und dachte mir: ‚Okay, mal sehen, ob ich das mit Musik kombinieren und es aufnehmen kann.‘ Dann ging alles ziemlich schnell.“Hurts to Be Alone„Ich hatte eine kleine Piano-Melodie und einige Textideen in meinem Handy gespeichert, aber wie so oft wusste ich zunächst nicht genau, was daraus werden sollte – bis ich schließlich begann, daran zu arbeiten. Bei mir entstehen die Songs normalerweise erst im Studio. Dieser erwachte während einer dieser intensiven dreitägigen Studiosessions zum Leben, in der wir gleich sieben Songs fertigstellten. Es waren keine schlechten dabei! Manchmal weiß man erst, was man durchmacht, wenn man einen Song darüber schreibt. Erst später erkennt man: ‚Oh Mann, ich habe das wirklich gefühlt.‘ Es ist eine gute Möglichkeit, die Dinge zu verarbeiten.“Heartbroken, Day After„Das hier ist einer meiner Lieblingssongs. Mir gefällt sehr, wie er mit der Pedal-Steel-Gitarre Form annahm. Er ist sehr traurig und kommt von Herzen. Natürlich gibt es einen konkreten Bezug, aber ich mag es, dass er dir Raum für eigene Interpretationen lässt. Daher werde ich nicht mehr verraten.“Say No More„Dieser Song wurde von meiner Freundin Sarah Oda geschrieben. Sie ist einer meiner ältesten Freundinnen und zudem meine Managerin – und sie ist eine äußerst begabte Songwriterin. Als sie mit diesem Song ankam, war er eigentlich schon fertig. Wir mussten lediglich ein paar Akkorde ändern. Er hat eine vor Freude sprühende Energie, die wir im Studio sofort wahrgenommen haben. Ich blühe auf, wenn Spontaneität gefragt ist und mit einer Live-Band aufgenommen wird. Ich mag es weniger, mich länger mit Sachen abzumühen. Wenn wir innerhalb einer Stunde keinen guten Take eines Songs haben, machen wir mit etwas anderem weiter. Es ist ein instinktives Gefühl. Ich finde, wenn Künstlerinnen und Künstler ihre Songs zu lange überdenken, hört man es manchmal in der Musik.“This Life„‚This Life‘ hat sich zu einem meiner Lieblingssongs auf dem Album gewandelt, obwohl wir ihn zunächst mehr aus Spaß an der Freude geschrieben hatten. Es war eine kleine Backup-Idee, ein Sprach-Memo mit nur den Worten ‚This Life as we know it is over‘. Zusammen mit einigen anderen Zeilen brachte ich sie ins Studio und wir kreierten einen ziemlich guten Vibe. Aber der Song haute mich nicht um. Erst später, als wir den Part mit den Harmonien hinzufügten, verliebte ich mich wirklich in den Song. Es klang wie etwas, das man in der Kirche hören könnte, diese großen Harmonien – etwas, das zu meinen liebsten Dingen zählt.“To Live„Diesen Song habe ich für eine Session mit Mavis Staples geschrieben. Ich hatte eigentlich zwei Songs für unsere Session geschrieben, aber letztlich hat sie nur einen davon eingesungen – ‚I’ll Be Gone‘, den wir [im Oktober 2019] als Single veröffentlicht haben. ‚To Live‘ war also der Song, den wir nicht verwendet haben, aber ich konnte mich auch nicht so richtig von ihm trennen. Eigentlich war er für ein Duett gedacht, aber ich mochte mein Demo, und dachte: ‚Okay, ich behalte es einfach.‘“I’m Alive„Das war einer der Songs, die zusammen mit Jeff Tweedy in Chicago entstanden sind. Ich war vor eineinhalb Jahren dort, um drei Tage mit ihm zu verbringen und gegebenenfalls eine Single zu veröffentlichen, doch schließlich entstanden gleich vier Songs. Zwei von ihnen befinden sich auf diesem Album, dieser und ‚Heaven Above‘. Ich finde, ‚I’m Alive‘ hat eine großartige Energie. Jeff kenne ich schon ziemlich lange. Ich habe ihn kennengelernt, als wir beide bei einer TV-Show in London dabei waren. Seitdem sind wir befreundet und ich war immer ein sehr großer Fan von ihm. Er war einer der ersten, an den ich dachte, als ich Kollaboration-Singles aufnehmen wollte. Ich dachte, es wäre eine schöne Möglichkeit sich zusammenzutun. Das Single-Konzept bietet einfach eine gute Gelegenheit, mit anderen Musikern zusammenzuarbeiten, ohne an ein Album gebunden zu sein. Das bedeutet weniger Verpflichtungen und weniger Druck.“Were You Watching?„Diesen Song habe ich im März 2018 geschrieben – es war die erste Session, aus der ein Song für dieses Album hervorging. Ich bemerkte, dass er noch Harmonien benötigte, und mir gefiel der Gedanke, eine andere Stimme als meine hinzuzufügen, also rief ich meine Freundin Ruby Amanfu an. Zusammen mit ihrem Mann Sam Ashworth kam sie nach New York und steuerte für vier oder fünf Songs Harmonien bei. Dann lud ich noch die großartige Violinistin Mazz Swift ein, mit der ich schon immer zusammenarbeiten wollte, und sie fügte die Geigenparts hinzu. Sie war fantastisch – es hörte sich an, als wäre sie bei der ursprünglichen Liveaufnahme dabei gewesen. Es kam sehr spontan rüber.“Stumble on My Way„Dieser Song geht wie viele meiner Songs – wir ihr vermutlich erkannt habt – auf ein spontanes Experiment zurück: eine Sprachnotiz in meinem Handy, die langsam gedieh. Ich bewahre immer Fragmente bestimmter Ideen auf und greife Jahre später auf sie zurück. Neulich fand ich eine aus dem Jahr 2015, die ich gerade nicht mehr aus dem Kopf bekomme. Die Gedanken und Emotionen bleiben – die Angst um den Zustand der Welt, die Ängste des Menschseins. Du denkst, dass du über etwas sehr Gegenwärtiges schreibst, aber die Wahrheit ist, dass du darüber schreibst, ein menschliches Wesen auf diesem Planeten zu sein, der auseinanderfällt.“Heaven Above„Ich hatte diesen Song schon im Kopf, bevor ich nach Chicago ging. Aber mir gefiel sehr, wie er sich gestaltete, nachdem ich mit Jeff daran gearbeitet hatte. Er hat etwas Meditatives, was sich gut für den letzten Song des Albums eignet. Es hat etwas von einer Segnung, falls man mit der Kirche vertraut ist. Ein schöner Abschluss. Auf dem Album befindet sich viel Trauriges, so dass es mir wichtig war, dass es mit einer hoffnungsvollen Note endet. Denn ich bin schon eine Optimistin. Ich bin realistisch, aber hoffnungsvoll.“

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