

Vielseitigkeit ist seit jeher eines der wichtigsten Wirkprinzipien von Alexandre Tharaud. Der französische Pianist bewegt sich mühelos zwischen Epochen und Ausdrucksformen, verbindet analytische Präzision mit lyrischer Leichtigkeit und sucht in jedem Werk nach einer neuen Wahrheit. Diese Neugierde, mit der er zuletzt den Miniaturen von Erik Satie begegnete, prägt auch sein neues Album „Pianosong“, das 30 Interpretationen und Neubearbeitungen vornehmlich französischer Lieder versammelt. Seine Auswahl reicht dabei von „Ne me quitte pas“ über „Le poinçonneur des Lilas“ bis zu „La bohème“ und „Ainsi soit je“. Tharaud vermeidet in seinem Spiel jede Nostalgie. Stattdessen verinnerlicht er die Stücke und interpretiert sie als eigenständiges Material, das sowohl von Präzision als auch von Originalität geprägt ist.