11 Titel, 54 Minuten

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Bewertungen und Rezensionen

4.6 von 5
34 Bewertungen

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GMRezensionen ,

Wiedersehen im alten Süden

Der 1953 in Columbus, Georgia, geborene Robert Cray gehört zu einer Generation von US-amerikanischen Blues-Gitarristen, die große Zeichen gesetzt hat. Der berühmteste Weiße seiner Alterskohorte war der tragisch durch einen Hubschrauberabsturz umgekommene Stevie Ray Vaughan. Auffallend bei dieser Generation außergewöhnlicher Blues-Gitarristen ist ihre Herkunft aus dem Süden. Als hätte sich der Electric Blues, der von Musikern aus dem Süden vor allem in Chicago, dann aber auch in Detroit und New York das Leben eingehaucht worden war, dort, wo seine Schöpfer eigentlich herkamen, neue Inspiration geholt, sich auf den Weg zurück zu seinen Wurzeln gemacht. Robert Cray war bereits in den achtziger Jahren als junger Mann überaus erfolgreich und sammelte Grammys ein. Doch dann wurde es relativ still um ihn, obwohl er weiterhin ein gefragter Musiker war, auf John Lee Hookers Come-Back-Album Mr. Lucky eine prominente Rolle spielte und in die Hall of Fame des Blues aufgenommen wurde.

Nun, kurz vor seinem sechzigsten Geburtstag, erscheint ein lange erwartetes Album mit dem Titel Nothin But Love. Um es gleich zu sagen: Das Warten hat sich gelohnt! Robert Cray ist etwas gelungen, was als eine großartige Entwicklung bezeichnet werden muss: Er ist seinen Wurzeln treu geblieben, hat das bewahrt, was ihn bereits vor Jahrzehnten auszeichnete und dennoch eine Modernisierung vollzogen. Denn bei ihm, dem Mann aus Georgia, waren schon immer starke musikalische Bindungen an den Soul erkennbar. Das Blues-Feeling ist so authentisch, dass es nicht mehr gesteigert werden kann, er bleibt bei seinen feinen, spärlich phrasierten, aber gefühlvoll akzentuierten Riffs und sein Gesang ist Soulfood pur, Sehnsucht mit hoher Luftfeuchtigkeit. Die Robert Cray Band mit Jim Pugh (piano and hammond organ), Richard Cousins (bass guitar) und Tony Braunagel (drums) unterlegt die Fusion von Blues und Soul kongenial mit Klangtemperaturen, die nach oben zeigen und die Hektik nehmen, ohne an Groove zu verlieren.

Bei insgesamt 11 Stücken, von denen Blues Get Off My Shoulder (1986) und You Belong To Me (1952) eher Kontrapunkte sind, die traditionelle Bezüge aufzeigen, handelt es sich komplett um Neukompositionen, die alle vertraut vorkommen, ohne langweilig zu sein. Ob Won´t Be Coming Home, I´ll Always Remember You, I´m Done Cryin´, Great Big Old House oder Sadder Days, die eingespielten Stücke sind gelungene Beispiele für den Transfer des Electric Blues aus dem Norden in die alte Heimat, die Aggressivität des Industrialismus geht verloren zugunsten einer sanften Melancholie, die die Entwicklung nicht ausblendet, sondern der die Fusion mit dem Soul gelingt. Robert Cray bedient nicht den Blues, wie er als Klischee in allzu vielen Köpfen existiert, sondern er verweist auf eine Entwicklung, die er in den Jahren seines Höhenflugs selbst kaum wahrgenommen und vernommen hatte. So entsteht die Perspektive des alten Südens, der rasante Schritte in die Moderne gemacht hat. Nothin But Love ist eine gelungene Fusion von Soul und Blues, unspektakulär, aber gehaltvoll, gefühlvoll, aber nicht schwülstig, technisch brillant, ohne aufdringlich zu sein. Ein Meilenstein, der zunächst gar nicht so wirkt, eine verschlüsselte Botschaft, deren Dimension erst im Nachklang bewusst wird.

Vivendiwowi ,

Robert Cray wie man ihn liebt

Typisch Robert Cray:
tolle Songs, tolle Stimme, Gitarre bekannt weltklasse....
5 Sterne; keine Frage.

Jazuka ,

Nothin' But Love

The Blues is back again, if it ever was gone. Great Album, each title!

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