11 Titel, 44 Minuten

UNSERE ANMERKUNGEN

Mit genreübergreifenden Experimenten zwischen hypnotischem Achtziger-Pop und entspanntem Neunziger-R&B haben sich Little Dragon einen klingenden Namen gemacht. Dabei blieben die Schweden ihrem gehauchten, verträumten Clubsound über fünf Studioalben hinweg treu. Drei Jahre nach dem Release ihres letzten Longplayers „Season High“ hat die Verpackung nichts von ihrem edlen Glanz verloren, aber inhaltlich wird das Quartett tiefgründiger. Die Themen auf „New Me, Same Us“ reichen von der Gleichförmigkeit des Lebens bis hin zum Umgang mit dem Verlust eines nahestehenden Menschen. „Es fühlt sich für uns definitiv nach einem persönlichen Album an“, erzählt Sängerin Yukimi Nagano im Interview mit Apple Music und erläutert für uns Track für Track das neue Album.

Hold On
„Das hier war anfänglich ein richtiger House-Track. Die Demo-Version erinnerte mich stark an ‚Unfinished Sympathy‘ von Massive Attack, die uns sehr beeinflusst haben. Im Kern handelt das Lied – und viele der anderen Tracks – davon, Veränderung zu akzeptieren. In diesem geht es speziell darum, sich von einem Teil von sich zu verabschieden und sein neues Ich zu akzeptieren. Und darum, sich nicht von diesem alten Teil trennen zu können.“

Rush
„‚Rush‘ ist im Grunde ein Song über das Gefühl, dass sich unser modernes Leben total hektisch bewegt, wie ein Wirbelsturm – und davon, nicht in der Lage zu sein, dich mit deinem Inneren auseinanderzusetzen. Während du wie ein Pfeil durchs Leben schnellst, verfolgen dich Gefühle der Furcht, Trennungsängste und diese ganzen Dinge, mit denen du dich vielleicht gar nicht richtig befassen kannst. Es geht um den Wahnsinn des heutigen Lebens.“

Another Lover
„Die Jungs präsentierten den Beat und ich habe ihn geliebt. Ich arbeitete an einer Melodie und steckte ein bisschen fest. Es war mein Geburtstag und ich aß einen Magic Mushroom. Ich brauchte mich bloß hinzulegen, die Augen zu schließen und die Dinge geschehen zu lassen. Ich fühlte diesen riesigen Schmerz und diese Trauer für eine Person, für die ich keine Empathie hatte empfinden können. Und als ich das fühlte, dachte ich: ‚Okay, reiß dich zusammen.‘ Also schrieb ich mittendrin diesen Song. Es fühlte sich sehr ehrlich an, als ob mein Herz weit offen stünde. Ich habe den Gesang quasi direkt im Anschluss aufgenommen, mit laufender Nase und in Tränen. Meine Stimme klang so müde und rau, wir haben sie erst am nächsten Tag richtig aufgenommen.“

Kids
Dieser Track ist sehr verspielt und experimentell. Er ist dunkel und hoffnungsvoll zugleich, ein Blick auf unsere individualistische Zeit, in der jeder der Star seiner eigenen Geschichte ist und Kinder in diesem Wahnsinn aufwachsen. Der Synthie sorgt für einen engelhaften Vibe, doch steckt auch etwas Düsteres darin. Das Ganze ist ein echter Gefühlsmix und einer dieser Tracks, von denen wir dachten, dass das Album sie braucht.“

Every Rain
„Es geht darum, dass wir alle von dieser Erde, von diesem Planeten, aus diesem Universum stammen. So gesehen sind wir jeder Regenschauer, wir sind die Wolken, wir sind der Himmel. Wir sind hier alle eins, verändern aber unsere Form.“

New Fiction
„Dieser Song begann, als Fred [Källgren Wallin] den Refrain sang und mit der Demoversion herumspielte. Ich erinnere mich, dass er von einer Party erzählte, die er als sehr oberflächlich empfand. Manchmal fühlt man sich bei so etwas fehl am Platz, als ob jeder nur eine Art Rolle spielt und einen unsichtbaren Ablaufplan absolviert. Mein Lieblingspart im Lied ist das Klaviersolo am Ende, weil wir gerade einen Flügel im Studio stehen haben. Wir hatten es zuvor noch nie in einem Song. Fred war ein wenig besorgt, denn das ist kein billiges Instrument. Es nimmt viel Platz ein und verströmt diese sehr ernste Aura. Aber er hat sich so darüber gefreut, diesen Flügel zu bekommen, dass ein großer Druck entstand, als er endlich da war. Wir haben dem Druck sehr gern nachgegeben, indem wir Fred auf diesem Track freie Hand ließen.“

Sadness
„Traurigkeit ist eine Phase des Übergangs: Sie kann zu etwas Schönem führen. Sie ist eine Art Portal, an dem du dich heilen kannst und deine Tränen etwas Wunderbares und Hilfreiches sein können. Ich mochte es immer, wenn Musik eine bestimmte Emotion ausdrückt, die Lyrics aber in eine ganz andere Richtung gehen.“

Are You Feeling Sad?
„Wir haben viele Songs, die es am Ende nicht aufs Album schaffen, aber ‚Are You Feeling Sad?‘ hatte einfach diesen Beat, den wir mitreißend und spaßig fanden. Ich habe mir also keine tiefschürfenden Gedanken dazu gemacht. Ich habe mich nicht hingesetzt und mir den Kopf zerbrochen, was ich dazu schreiben soll. Meine Aufnahmen in der Studiokabine waren Freestyle. Ich mochte irgendwie die Idee, einen tanzbaren Song zu haben, der gleichzeitig etwas von einem beruhigenden Schlaflied hat. Über das Feature von Kali [Uchi] haben wir uns sehr gefreut, denn ich liebe ihre Strophe. Sie hat das Lied eindeutig auf eine andere Ebene gehoben.“

Where You Belong
„Dieses Stück begann zunächst nur mit Gitarre und Gesang. Nicht typisch für Little Dragon, wo es normalerweise mit einem verrückten Beat auf einem Computer losgeht. Im Text geht es um das Gefühl, eine Person zu verlieren und ihre Nummer noch in deinem Telefon zu haben, ihre Stimme hören zu wollen oder mit ihr sprechen zu wollen. Du realisierst, die Person ist nicht da, aber trotzdem immer bei dir.“

Stay Right Here
„Ein Liebeslied. Jedes Album reflektiert gewissermaßen, an welchem Punkt in unserem Leben wir uns gerade befinden. Ich habe jemanden kennengelernt, der mir sehr viel bedeutet. Es ist sehr wörtlich zu nehmen, sogar in den Lyrics.“

Water
„Auch ‚Water‘ ist so ein Song, der jetzt sehr anders klingt als in der Demophase. Er war anfänglich sehr elektronisch und entwickelte sich zu einem fast Country-haften Stück. Er wurde in Fragmenten geschrieben. Normalerweise schreibe ich einfach verschiedene Sätze auf, die ich in dem Moment empfinde. Es geht ums Verrinnen der Zeit. Man sitzt da, wird älter und schaut nach draußen. Ich wollte dieses Gefühl einfangen vom Leben als Reise, bei der man irgendwo anfängt und an einem anderen Ort landet. Zu Beginn bist du in der Wüste und am Ende draußen im Wasser.“

UNSERE ANMERKUNGEN

Mit genreübergreifenden Experimenten zwischen hypnotischem Achtziger-Pop und entspanntem Neunziger-R&B haben sich Little Dragon einen klingenden Namen gemacht. Dabei blieben die Schweden ihrem gehauchten, verträumten Clubsound über fünf Studioalben hinweg treu. Drei Jahre nach dem Release ihres letzten Longplayers „Season High“ hat die Verpackung nichts von ihrem edlen Glanz verloren, aber inhaltlich wird das Quartett tiefgründiger. Die Themen auf „New Me, Same Us“ reichen von der Gleichförmigkeit des Lebens bis hin zum Umgang mit dem Verlust eines nahestehenden Menschen. „Es fühlt sich für uns definitiv nach einem persönlichen Album an“, erzählt Sängerin Yukimi Nagano im Interview mit Apple Music und erläutert für uns Track für Track das neue Album.

Hold On
„Das hier war anfänglich ein richtiger House-Track. Die Demo-Version erinnerte mich stark an ‚Unfinished Sympathy‘ von Massive Attack, die uns sehr beeinflusst haben. Im Kern handelt das Lied – und viele der anderen Tracks – davon, Veränderung zu akzeptieren. In diesem geht es speziell darum, sich von einem Teil von sich zu verabschieden und sein neues Ich zu akzeptieren. Und darum, sich nicht von diesem alten Teil trennen zu können.“

Rush
„‚Rush‘ ist im Grunde ein Song über das Gefühl, dass sich unser modernes Leben total hektisch bewegt, wie ein Wirbelsturm – und davon, nicht in der Lage zu sein, dich mit deinem Inneren auseinanderzusetzen. Während du wie ein Pfeil durchs Leben schnellst, verfolgen dich Gefühle der Furcht, Trennungsängste und diese ganzen Dinge, mit denen du dich vielleicht gar nicht richtig befassen kannst. Es geht um den Wahnsinn des heutigen Lebens.“

Another Lover
„Die Jungs präsentierten den Beat und ich habe ihn geliebt. Ich arbeitete an einer Melodie und steckte ein bisschen fest. Es war mein Geburtstag und ich aß einen Magic Mushroom. Ich brauchte mich bloß hinzulegen, die Augen zu schließen und die Dinge geschehen zu lassen. Ich fühlte diesen riesigen Schmerz und diese Trauer für eine Person, für die ich keine Empathie hatte empfinden können. Und als ich das fühlte, dachte ich: ‚Okay, reiß dich zusammen.‘ Also schrieb ich mittendrin diesen Song. Es fühlte sich sehr ehrlich an, als ob mein Herz weit offen stünde. Ich habe den Gesang quasi direkt im Anschluss aufgenommen, mit laufender Nase und in Tränen. Meine Stimme klang so müde und rau, wir haben sie erst am nächsten Tag richtig aufgenommen.“

Kids
Dieser Track ist sehr verspielt und experimentell. Er ist dunkel und hoffnungsvoll zugleich, ein Blick auf unsere individualistische Zeit, in der jeder der Star seiner eigenen Geschichte ist und Kinder in diesem Wahnsinn aufwachsen. Der Synthie sorgt für einen engelhaften Vibe, doch steckt auch etwas Düsteres darin. Das Ganze ist ein echter Gefühlsmix und einer dieser Tracks, von denen wir dachten, dass das Album sie braucht.“

Every Rain
„Es geht darum, dass wir alle von dieser Erde, von diesem Planeten, aus diesem Universum stammen. So gesehen sind wir jeder Regenschauer, wir sind die Wolken, wir sind der Himmel. Wir sind hier alle eins, verändern aber unsere Form.“

New Fiction
„Dieser Song begann, als Fred [Källgren Wallin] den Refrain sang und mit der Demoversion herumspielte. Ich erinnere mich, dass er von einer Party erzählte, die er als sehr oberflächlich empfand. Manchmal fühlt man sich bei so etwas fehl am Platz, als ob jeder nur eine Art Rolle spielt und einen unsichtbaren Ablaufplan absolviert. Mein Lieblingspart im Lied ist das Klaviersolo am Ende, weil wir gerade einen Flügel im Studio stehen haben. Wir hatten es zuvor noch nie in einem Song. Fred war ein wenig besorgt, denn das ist kein billiges Instrument. Es nimmt viel Platz ein und verströmt diese sehr ernste Aura. Aber er hat sich so darüber gefreut, diesen Flügel zu bekommen, dass ein großer Druck entstand, als er endlich da war. Wir haben dem Druck sehr gern nachgegeben, indem wir Fred auf diesem Track freie Hand ließen.“

Sadness
„Traurigkeit ist eine Phase des Übergangs: Sie kann zu etwas Schönem führen. Sie ist eine Art Portal, an dem du dich heilen kannst und deine Tränen etwas Wunderbares und Hilfreiches sein können. Ich mochte es immer, wenn Musik eine bestimmte Emotion ausdrückt, die Lyrics aber in eine ganz andere Richtung gehen.“

Are You Feeling Sad?
„Wir haben viele Songs, die es am Ende nicht aufs Album schaffen, aber ‚Are You Feeling Sad?‘ hatte einfach diesen Beat, den wir mitreißend und spaßig fanden. Ich habe mir also keine tiefschürfenden Gedanken dazu gemacht. Ich habe mich nicht hingesetzt und mir den Kopf zerbrochen, was ich dazu schreiben soll. Meine Aufnahmen in der Studiokabine waren Freestyle. Ich mochte irgendwie die Idee, einen tanzbaren Song zu haben, der gleichzeitig etwas von einem beruhigenden Schlaflied hat. Über das Feature von Kali [Uchi] haben wir uns sehr gefreut, denn ich liebe ihre Strophe. Sie hat das Lied eindeutig auf eine andere Ebene gehoben.“

Where You Belong
„Dieses Stück begann zunächst nur mit Gitarre und Gesang. Nicht typisch für Little Dragon, wo es normalerweise mit einem verrückten Beat auf einem Computer losgeht. Im Text geht es um das Gefühl, eine Person zu verlieren und ihre Nummer noch in deinem Telefon zu haben, ihre Stimme hören zu wollen oder mit ihr sprechen zu wollen. Du realisierst, die Person ist nicht da, aber trotzdem immer bei dir.“

Stay Right Here
„Ein Liebeslied. Jedes Album reflektiert gewissermaßen, an welchem Punkt in unserem Leben wir uns gerade befinden. Ich habe jemanden kennengelernt, der mir sehr viel bedeutet. Es ist sehr wörtlich zu nehmen, sogar in den Lyrics.“

Water
„Auch ‚Water‘ ist so ein Song, der jetzt sehr anders klingt als in der Demophase. Er war anfänglich sehr elektronisch und entwickelte sich zu einem fast Country-haften Stück. Er wurde in Fragmenten geschrieben. Normalerweise schreibe ich einfach verschiedene Sätze auf, die ich in dem Moment empfinde. Es geht ums Verrinnen der Zeit. Man sitzt da, wird älter und schaut nach draußen. Ich wollte dieses Gefühl einfangen vom Leben als Reise, bei der man irgendwo anfängt und an einem anderen Ort landet. Zu Beginn bist du in der Wüste und am Ende draußen im Wasser.“

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