Unsere Anmerkungen „Ich habe eine sehr persönliche Verbindung zu Dance Music“, sagt Georgia Barnes gegenüber Apple Music. „Ich bin im Umfeld der britischen Rave-Szene aufgewachsen, da sich meine Mum und mein Dad [Neil Barnes von Leftfield] keine Kinderbetreuung leisten konnten und mich daher oft zu Rave-Partys mitnahmen. Ich fand es faszinierend, wie Tausende zu den pulsierenden Beats tanzten, so dass ich nun zu meinen Wurzeln zurückkehre. Mit der Geschichte von Dance und House bin ich so sehr vertraut – die Musik half meiner Familie und dank Dance Music hatten wir ein Dach über dem Kopf.“ Fünf Jahre nach ihrem selbstbetitelten Debüt adaptiert die Londoner Sängerin die Grooves und Höhepunkte der Clubszenen aus Detroit, Chicago und Berlin auf den Singles „About Work the Dancefloor“, „The Thrill“ und „24 Hours“. Zärtliche Tracks wie „Ultimate Sailor“ erinnern an Kate Bush und Björk, während sich Georgias Faible für Punk, Dub und Depeche Mode in Stücken wie „Ray Guns“, „Feel It“ und „Never Let You Go“ widerspiegelt. „Mein erstes Album war mehr ein Experiment“, erklärt sie. „Doch irgendwann wusste ich genau, was getan werden musste – ich schloss mich einfach im Studio ein und recherchierte Songs, die ich liebe. Zudem lebte ich gesünder, hörte mit dem Trinken auf und wurde Veganerin. Die Songs spiegeln meinen persönlichen Weg wider. Es ist viel passiert in diesen fünf Jahren.“ Folgt Georgia auf ihrer Track-by-Track-Tour durch „Seeking Thrills“.


Started Out

„Ohne ‚Started Out‘ wäre die Geschichte dieses Albums eine völlig andere. Der Song half mir entscheidend, im Radio wahrgenommen zu werden, und es war ein wichtiges Stück, um die ganze Kampagne in Gang zu bringen. Alles was man hört, habe ich selbst eingespielt: Der Track besteht aus analogen Synthesizern und programmierten Drum-Maschinen. Wir richteten das Studio so ein, wie Frankie Knuckles oder Marshall Jefferson es taten, denn mir war Authentizität enorm wichtig. Ich wollte nicht nur ähnliche, modernisierte Sounds kreieren, sondern auch ihr Equipment benutzen.“


About Work the Dancefloor

„Während der Arbeit an diesem Track habe ich ständig frühen Techno gehört. Daher wollte ich einen Song mit genau so einem treibenden Bass und Beat dabei haben. Dann kam ich auf den Refrain, den ich mit einem Vocoder gestalten wollte, um einen echten Techno-Sound zu erzeugen. Nicht viele Popsongs haben diesen Vocoder-Effekt im Refrain. Ich glaube, der einzige ist ‚Intergalactic‘ von den Beastie Boys.“


Never Let You Go

„Ich dachte mir, dass es richtig cool wäre, einen punkigen Elektrosong auf dem Album zu haben. So begann ‚Never Let You Go‘ als Punk- oder Garagenrock-Song, der sich aber so anhörte, als gehöre er auf ein anderes Album. Also schrieb ich einen Refrain, der dem Song einen stärkeren Pop-Appeal verlieh. Während der Arbeit am Album war ich äußerst diszipliniert, trank keinen Alkohol, hatte einen streng geregelten Arbeitstag und sorgte dafür, dass ich ausreichend Schlaf bekam. Daher denke ich, dass einige der Songs von einer gewissen Sehnsucht handeln. Ich schätze das Songwriting von Kate Bush sehr. Ihre Texte sind von den Elementen inspiriert und ich wollte auf ihre Art und Weise über den Himmel schreiben. Irgendwie fügte sich das alles in diesem Song zusammen.“


24 Hours

„Dieser Track entstand, nachdem ich 24 Stunden im Berghain in Berlin verbracht hatte. Das war eine lebensverändernde Erfahrung. Ich war nüchtern, beobachtete all diese unglaublichen Menschen und hatte eine Art Offenbarung. Ich sah diesen Typen und dieses Mädchen, die sich zuvor definitiv nicht gekannt hatten. Sie entdeckten einander auf dem Dancefloor, fanden zueinander und tanzten miteinander. Es war wirklich wunderschön. Menschen tun dies auch noch in einem Alter, in dem die meisten anderen sich über Dating-Apps treffen. So entstand die Zeile: ‚If two hearts ever beat the same. We can beat it.‘“


Mellow (feat. Shygirl)

„Obwohl ich nicht mehr trank, ließ ich mich gern weiterhin auf Verrücktheiten ein. Ich schrieb diesen Song, weil ich unbedingt ausgehen und meine hedonistische Seite entdecken wollte. Er sollte eine weitere weibliche Stimme enthalten und da hörte ich die Musik von Shygirl [die Londoner Sängerin und DJ Blane Muise], die ich sehr mochte. Sie konnte die Stimmung, die ich im Kopf hatte, gut nachempfinden, da sie selbst gern feiert und mit ihren Freundinnen loszieht. Ich wollte nicht viele Kollabos auf ‚Seeking Thrills‘ haben, aber diesen einen Moment in diesem Song, den wollte ich.“


Till I Own It

„Zu diesem Song habe ich eine sehr emotionale Verbindung. Ich hörte viel von The Blue Nile, einer Band aus Glasgow mit ziemlich sphärischem und relaxtem Sound. Ich wollte einen etwas ernsteren, stärker gefühlsbetonten Song auf dem Album haben. So schrieb ich dieses Stück, weil ich zu der Zeit ein Gefühl der Entfremdung in London hatte. Während der Arbeit am Album kam auch das Thema ‚Brexit‘ auf, so dass ich diesen Song über die sich verändernde gesellschaftliche Stimmung schrieb.“


I Can’t Wait

„In ‚I Can’t Wait‘ geht es um den Kick sich zu verlieben und um das Gefühl, neu anzufangen. Ich hörte viel Reggae und Dub und wollte irgendwie einen Rhythmus mit Synthesizern erzeugen, der Reggae nahekommt. Dennoch ist das hier auf jeden Fall ein Popsong. Ein ziemlich schöner, dreiminütiger Popsong.“


Feel it

„Das hier ist einer der ersten Songs, den ich für das Album aufgenommen habe. Er hat diese zornige Attitude von Punksängern. Es gab während der Arbeit am Album definitiv einige Phasen, in denen ich John Lydon und Public Image Ltd. hörte. Außerdem ist mir der Song wichtig, weil es sich für mich so anfühlte, als würde er dem Hörer Energie verleihen. Ich wollte, dass die Leute sich die Songs anhören und dann etwas in ihrem Leben verändern oder raus auf die Tanzfläche gehen. Ich denke, dass ‚Feel It‘ genau das bewirkt.“


Ultimate Sailor

„‚Ultimate Sailor‘ entstand ganz unerwartet. Ich wollte unbedingt einen Song schaffen, der den Zuhörer irgendwohin versetzt. All diese elementaren Dinge haben das Album inspiriert: Himmel, Meere, Berge, Pyramiden. Ich denke, dass das von Kate Bush auf mich abgefärbt hat. Sie ist die Künstlerin, deren Musik ich im Studio am häufigsten höre.“


Ray Guns

„Bevor ich diesen Song schrieb, hatte ich die Idee von einer Frauenarmee, die Lichtstrahlen aus ihren Gewehren abfeuert und damit Liebe im Himmel erzeugt, was dann die ganze Welt beeinflusst. Es geht hier wieder um kollektive Energie. Ich wurde von Chicago House und Detroit Techno geprägt und davon, wie aus dieser neuen, explosiven Szene Mut und Tapferkeit entstanden. Mit ‚Ray Guns‘ wollte ich versuchen, dem Hörer dieses starke Gefühl zu vermitteln.“


The Thrill (feat. Maurice)

„Zum Zeitpunkt dieser Aufnahme war ich derart von Chicago House begeistert, dass ich der Musik eine Hommage widmen wollte. Es sollte ein Song sein, der einen auf eine Reise zu einer Chicago-House-Party mitnimmt – mit Vocals, die einen solchen Trip zusätzlich befeuern. Tatsächlich handelt es sich bei Maurice um mich. Er ist mein Alter Ego, nur mit einem tieferen Pitch für meine Stimme. Ich dachte mir: ‚Ich werde die Leute in die Irre führen, indem ich ‚featuring Maurice‘ hinzufüge.‘“


Honey Dripping Sky

„Ich liebe es, wie Frank Ocean den Mut aufbringt, zwei Songs zusammenzufügen und den Hörer mit auf eine Reise zu nehmen. Dieser Song enthält am Ende eine Dub-Sequenz, er ist sehr persönlich und handelt von all dem, was man bei einer Trennung durchmacht. Es ist ein ziemlich ungewöhnlicher Track, aber ich wollte das Album auf eine mitreißende Weise beenden. Es ist schon ein Statement, mit einem solchen Song abzuschließen.“

TITEL
Started Out
1
3:41
 
About Work the Dancefloor
2
3:28
 
Never Let You Go
3
3:47
 
24 Hours
4
3:05
 
Mellow (feat. Shygirl)
5
3:39
 
Till I Own It
6
3:49
 
I Can't Wait
7
3:08
 
Feel It
8
3:52
 
Ultimate Sailor
9
3:36
 
Ray Guns
10
3:26
 
The Thrill (feat. Maurice)
11
4:27
 
Honey Dripping Sky
12
4:53
 
Never Let You Go (Alternative Version)
13
3:46