13 Titel, 39 Minuten

UNSERE ANMERKUNGEN

Seit er vor mehr als zehn Jahren scheinbar aus dem Nichts als Ideal des unabhängigen DIY-Musikers auf der Bildfläche erschien, hat sich Justin Vernon dagegen wehren müssen, mit Bon Iver gleichgesetzt zu werden. Gerne lenkt er dabei die Aufmerksamkeit auf langjährige Weggefährten wie Chris Messina und Brad Cook. Außerdem ist April Base, sein Studio und Hauptquartier in der Nähe seines Geburtsortes Eau Claire in Wisconsin, quasi zu einem Kulturzentrum herangewachsen, in dem zahlreiche experimentelle Projekte stattfinden. So präsentiert das vierte Studioalbum „i,i“ Bon Iver als eine Einheit mit vielen beweglichen Teilen. Obwohl wegen Renovierungen der April Base große Teile der Produktion in Tornillo, Texas stattfanden, herrscht ein Geist der Improvisation, Tüftelei und Kollaboration, die bereits das 2016er-Album „22, A Million“ prägten. „Besonders dieses Album fühlt sich für mich sehr nach außen gerichtet an; Justin wirkte sehr nach außen gekehrt“, erklärt Cook, der zusammen mit Vernon aufgewachsen ist und ihn in weiten Teilen seiner Karriere begleiten durfte. „Es schien, als hätte er eine neue Perspektive eingenommen und er suchte auf andere Weise nach neuem Input. So sind wir zwangsläufig mehr in den Vordergrund gerückt, weil einfach der Prozess etwas transparenter geworden ist.“ Wie genau dies geschah, verraten uns Vernon, Cook und Messina hier für jeden der 13 neuen Tracks.


„Yi“
Vernon: „Das war eine Telefon-Aufnahme, die entstand, während mein Freund Trevor und ich in einer Scheune rumalberten und dabei ein Radio an- und ausschalteten. Wir haben daran fünf Jahre lang rumgeschnippelt, gut einhundert Mal. Dieses ‚Are you recording? Are you recording?‘ fühlt sich an wie der Geist, der in den nächsten Song überfließt.“


„iMi“

Cook: „Das war wie ein alter Freund, von dem du lange nicht wusstest, was du mit ihm anfangen sollst. Als wir in Texas angekommen sind, haben viele verschiedene Leute versucht, etwas aus diesem Song zu machen. Und dann kam Andrew Sarlo, der mit Big Thief zusammenarbeitet und einfach ein großartiger junger Produzent ist. Er holte aus und durchbrach schließlich die Wand. Als die Band den Track dann in die Hände bekam, fügte Justin noch etwas Akustik-Kram hinzu, was die letzten Blockaden aus dem Weg räumte.“


„We“

Vernon: „Eines Morgens arbeitete ich mit Josh Berg, einem Toningenieur, der gerade zufällig bei uns war, an einer Idee. Und dieser Typ, Bobby Raps aus Minneapolis, war auch in meinem Studio, er hing einfach nur so rum und hatte diesen Kerl namens Wheezy im Schlepptau, der Beats für Young Thug und Future macht. Ich hatte also diesen kleinen Baritongitarre-Bass-Loop und Wheezy hat seinen Beat darüber gelegt. Alle diese Songs hatten davor schon ein Leben, aber Texas war für jeden einzelnen von ihnen der krönende Abschluss. Deshalb sind wir so lange dortgeblieben und haben zugelassen, dass in jedes Stück so viel Perspektive einfließt. Das ist ein verdammter Knaller, ich liebe diesen Song.“


„Holyfields,“

Vernon: „Der ganze Song ist ein Moment der Improvisation, fast ohne Editing. Wir haben einfach improvisiert. Ich habe an dem Tag, an dem wir ihn geschrieben haben, ein paar Gesangsskizzen aufgenommen, die seltsam nah dran an dem sind, was dann auf dem Album landete. Wir haben an diesem Track kaum rumgewerkelt – irgendwie kam dieses Stück bereits mit all seinen Haaren und dem ganzen Zeug zur Welt.“


„Hey, Ma“

Vernon: „Es fühlte sich einfach wie ein guter, starker Song an; wir wussten, dass er Leuten im Kopf bleiben würde. Bei einigen dieser Stücke und bei einigen Stücken vom letzten Album habe ich mit BJ Burton immer mal wieder im Studio herumgetüftelt und 90 Prozent dessen, was dabei herauskommt, ist immer irgendwie Death Techno oder sowas Ähnliches. Hier ist also noch einer dieser Songs, die keinen festen Platz hatten und einfach so herumlagen. Dann hat unser Team – wir drei und der ganze Rest – ununterbrochen daran gefeilt, bis ein Song daraus wurde, der sich wie ein Sinnbild für das gesamte Album anfühlt.“


„U (Man Like)“

Cook: „Wir hatten Bruce [Hornsby] zu einer Session für sein Album „Absolute Zero“ in Justins Studio eingeladen. Bruce spielte uns ein paar musikalische Ideen vor, die er zu Hause aufgenommen hatte, und die Piano-Figur in diesem Song … Ich glaube, wir waren schon 15 Sekunden weiter und dann plötzlich: ‚Moment, können wir das nochmal hören?‘“

Vernon: „Ich bin nicht gut darin, mir einen kompletten Song aus dem Stegreif auszudenken, aber ich kann einen Song mit meiner Stimme oder Modulation skizzieren. Danach basteln wir ziemlich lange daran herum. Messina könnte eine Idee beisteuern, wie diese Phrase sich anhören sollte, oder Brad oder ich. Die Melodie, die ich am ersten Tag gesungen habe, ist wahrscheinlich bemerkenswert nah an der Melodie dran, die auf dem Album zu hören ist.“


„Naeem“

Vernon: „Wir haben mit einer Tanzgruppe namens TU Dance zusammengearbeitet und das war einer der Songs. Wir haben ‚Naeem‘ also schon eine ganze Weile als Teil dieses Projekts aufgeführt. Das war in einem anderen Zusammenhang, aber er stellt das Finale dieser großen Kollaboration dar. Und er erschien einfach sehr hymnisch und trug einen wichtigen Teil dazu bei, was auch immer dieses Album später darstellen würde. Es fühlt sich richtig gut an, etwas zu haben, das mehr nach vorne geht – nicht unbedingt bombastisch, nicht immer klanglich darauf angelegt, dich zum Ausflippen zu bringen oder sowas.“


„Jelmore“

Vernon: „Im Grunde eine Improvisation von mir und diesem Typen, Buddy Ross. Wieder habe ich wahrscheinlich keine fertigen Lyrics dazu eingesungen, aber dieser Song basiert auf einer Improvisation, genau wie der Song ‚____45_____‘ [auf „22, A Million“]. Als wir dann unten in der Nähe von El Paso waren, hielten Chris und ich uns in einem Teil des Studios auf, während Brad und die Band in einem großen Studio auf der anderen Seite des Geländes waren. Und sie vereinnahmten sozusagen ‚Jelmore‘ und füllten ihn mit diesem wunderbaren Live-Gefühl. Im Verlauf des Albums gibt es eine Menge Teile, die irgendwie karg sind, aber viel Live-Energie in sich tragen.“


„Faith“

Vernon: „Eine Improvisation aus dem Keller, die viele Jahre herumgelegen hat; vielleicht hätte das Stück auf dem letzten Album sein können oder war es sogar eine Zeit lang. Ich weiß nicht, Mann – in dem Song geht es darum, Vertrauen zu haben.“


„Marion“

Messina: „Ich glaube, an dem Ding hatte Justin schon eine Weile herumgetüftelt; seit ein paar Jahren schnappt er sich manchmal die Gitarre und dann hört man irgendwie dieses Riff. Wir hatten keine Ahnung, was damit passieren sollte. Das ist noch so ein Stück, das auch in der TU Dance-Show vorkommt. Das Coole an der Version auf dem Album ist aber, dass wir sie live mit einem sechsköpfigen Ensemble eingespielt haben. Rob Moose hat alles dafür aufgeschrieben und dirigiert. Die Besetzung bestand aus Saxofon, Posaune, Trompete, Waldhorn, Harmonika und ich glaube, dass wir die live eingespielt haben. Und dann hat Justin live gesungen und live Gitarre gespielt.“


„Salem“

Vernon: „OP-1-Loop, verrückte Indigo Girls- und Ricky Lee Jones-Schwingungen… Ich habe mich dieses Jahr intensiv mit LSD und den Grateful Dead beschäftigt, also finden sich hier definitiv ein paar frühe psychedelische Schwingungen. Dieses Album sollte tatsächlich als unser Herbst-Album angesehen werden, wenn man die anderen als Jahreszeiten betrachtet. Salem und brennende Blätter – diese Sehnsüchte und Tode; das alles findet man in diesem Stück. Es handelt sich also um einen wirklich herbstlichen Song.“


„Sh’Diah“

Vernon: „Das steht für ‚der beschissenste Tag in der Geschichte Amerikas‘ – den Tag nach der Wahl von Donald Trump. Noch so ein Song, der lange als improvisierte Idee im Hintergrund herumflog, bis wir endlich herausfanden, wo wir Mike Lewis, unseren liebsten lebenden Instrumentalisten, unterbringen können. Er spielt mit dem Song und die Band konnte lauter abgefahrene Schichten darüber legen. Dieser Song hat einfach eine meiner liebsten Stimmungen auf dem Album.“


„RABi“

Messina: „Justin singt hier eine coole Melodie, die Gitarre vermittelt eine gemütliche und gesetzte Stimmung, aber wir wussten nicht wirklich, wohin die Reise gehen sollte. Und dann haben Brad und die ganzen anderen Typen den Song in die Hände bekommen und eine Traumsequenz daraus gemacht; das war so abgefahren. Wir haben das alle irgendwie gehört und sagten ‚Wow, damit müssen wir das Album abschließen.‘ Die Aussage ist ganz klar ‚Bis später‘.“

Vernon: „Einfach etwas von diesem ‚das Leben ist doch schön, oder?’. Es gibt vieles, über das man traurig sein kann, vieles, was einen verwirrt, und vieles, für das man dankbar sein kann. Und sich auf die Dankbarkeit und Wertschätzung für die Menschen um uns herum zu konzentrieren, die dich zu der Person machen, die du bist, die dir Sicherheit geben und dich behüten, damit du so sein kannst, wie du sein möchtest … das ist immer noch ein Antrieb im Leben. Wir brauchen das. Wir dachten uns, es sei eine nette Art, das Album abzuschließen.“

UNSERE ANMERKUNGEN

Seit er vor mehr als zehn Jahren scheinbar aus dem Nichts als Ideal des unabhängigen DIY-Musikers auf der Bildfläche erschien, hat sich Justin Vernon dagegen wehren müssen, mit Bon Iver gleichgesetzt zu werden. Gerne lenkt er dabei die Aufmerksamkeit auf langjährige Weggefährten wie Chris Messina und Brad Cook. Außerdem ist April Base, sein Studio und Hauptquartier in der Nähe seines Geburtsortes Eau Claire in Wisconsin, quasi zu einem Kulturzentrum herangewachsen, in dem zahlreiche experimentelle Projekte stattfinden. So präsentiert das vierte Studioalbum „i,i“ Bon Iver als eine Einheit mit vielen beweglichen Teilen. Obwohl wegen Renovierungen der April Base große Teile der Produktion in Tornillo, Texas stattfanden, herrscht ein Geist der Improvisation, Tüftelei und Kollaboration, die bereits das 2016er-Album „22, A Million“ prägten. „Besonders dieses Album fühlt sich für mich sehr nach außen gerichtet an; Justin wirkte sehr nach außen gekehrt“, erklärt Cook, der zusammen mit Vernon aufgewachsen ist und ihn in weiten Teilen seiner Karriere begleiten durfte. „Es schien, als hätte er eine neue Perspektive eingenommen und er suchte auf andere Weise nach neuem Input. So sind wir zwangsläufig mehr in den Vordergrund gerückt, weil einfach der Prozess etwas transparenter geworden ist.“ Wie genau dies geschah, verraten uns Vernon, Cook und Messina hier für jeden der 13 neuen Tracks.


„Yi“
Vernon: „Das war eine Telefon-Aufnahme, die entstand, während mein Freund Trevor und ich in einer Scheune rumalberten und dabei ein Radio an- und ausschalteten. Wir haben daran fünf Jahre lang rumgeschnippelt, gut einhundert Mal. Dieses ‚Are you recording? Are you recording?‘ fühlt sich an wie der Geist, der in den nächsten Song überfließt.“


„iMi“

Cook: „Das war wie ein alter Freund, von dem du lange nicht wusstest, was du mit ihm anfangen sollst. Als wir in Texas angekommen sind, haben viele verschiedene Leute versucht, etwas aus diesem Song zu machen. Und dann kam Andrew Sarlo, der mit Big Thief zusammenarbeitet und einfach ein großartiger junger Produzent ist. Er holte aus und durchbrach schließlich die Wand. Als die Band den Track dann in die Hände bekam, fügte Justin noch etwas Akustik-Kram hinzu, was die letzten Blockaden aus dem Weg räumte.“


„We“

Vernon: „Eines Morgens arbeitete ich mit Josh Berg, einem Toningenieur, der gerade zufällig bei uns war, an einer Idee. Und dieser Typ, Bobby Raps aus Minneapolis, war auch in meinem Studio, er hing einfach nur so rum und hatte diesen Kerl namens Wheezy im Schlepptau, der Beats für Young Thug und Future macht. Ich hatte also diesen kleinen Baritongitarre-Bass-Loop und Wheezy hat seinen Beat darüber gelegt. Alle diese Songs hatten davor schon ein Leben, aber Texas war für jeden einzelnen von ihnen der krönende Abschluss. Deshalb sind wir so lange dortgeblieben und haben zugelassen, dass in jedes Stück so viel Perspektive einfließt. Das ist ein verdammter Knaller, ich liebe diesen Song.“


„Holyfields,“

Vernon: „Der ganze Song ist ein Moment der Improvisation, fast ohne Editing. Wir haben einfach improvisiert. Ich habe an dem Tag, an dem wir ihn geschrieben haben, ein paar Gesangsskizzen aufgenommen, die seltsam nah dran an dem sind, was dann auf dem Album landete. Wir haben an diesem Track kaum rumgewerkelt – irgendwie kam dieses Stück bereits mit all seinen Haaren und dem ganzen Zeug zur Welt.“


„Hey, Ma“

Vernon: „Es fühlte sich einfach wie ein guter, starker Song an; wir wussten, dass er Leuten im Kopf bleiben würde. Bei einigen dieser Stücke und bei einigen Stücken vom letzten Album habe ich mit BJ Burton immer mal wieder im Studio herumgetüftelt und 90 Prozent dessen, was dabei herauskommt, ist immer irgendwie Death Techno oder sowas Ähnliches. Hier ist also noch einer dieser Songs, die keinen festen Platz hatten und einfach so herumlagen. Dann hat unser Team – wir drei und der ganze Rest – ununterbrochen daran gefeilt, bis ein Song daraus wurde, der sich wie ein Sinnbild für das gesamte Album anfühlt.“


„U (Man Like)“

Cook: „Wir hatten Bruce [Hornsby] zu einer Session für sein Album „Absolute Zero“ in Justins Studio eingeladen. Bruce spielte uns ein paar musikalische Ideen vor, die er zu Hause aufgenommen hatte, und die Piano-Figur in diesem Song … Ich glaube, wir waren schon 15 Sekunden weiter und dann plötzlich: ‚Moment, können wir das nochmal hören?‘“

Vernon: „Ich bin nicht gut darin, mir einen kompletten Song aus dem Stegreif auszudenken, aber ich kann einen Song mit meiner Stimme oder Modulation skizzieren. Danach basteln wir ziemlich lange daran herum. Messina könnte eine Idee beisteuern, wie diese Phrase sich anhören sollte, oder Brad oder ich. Die Melodie, die ich am ersten Tag gesungen habe, ist wahrscheinlich bemerkenswert nah an der Melodie dran, die auf dem Album zu hören ist.“


„Naeem“

Vernon: „Wir haben mit einer Tanzgruppe namens TU Dance zusammengearbeitet und das war einer der Songs. Wir haben ‚Naeem‘ also schon eine ganze Weile als Teil dieses Projekts aufgeführt. Das war in einem anderen Zusammenhang, aber er stellt das Finale dieser großen Kollaboration dar. Und er erschien einfach sehr hymnisch und trug einen wichtigen Teil dazu bei, was auch immer dieses Album später darstellen würde. Es fühlt sich richtig gut an, etwas zu haben, das mehr nach vorne geht – nicht unbedingt bombastisch, nicht immer klanglich darauf angelegt, dich zum Ausflippen zu bringen oder sowas.“


„Jelmore“

Vernon: „Im Grunde eine Improvisation von mir und diesem Typen, Buddy Ross. Wieder habe ich wahrscheinlich keine fertigen Lyrics dazu eingesungen, aber dieser Song basiert auf einer Improvisation, genau wie der Song ‚____45_____‘ [auf „22, A Million“]. Als wir dann unten in der Nähe von El Paso waren, hielten Chris und ich uns in einem Teil des Studios auf, während Brad und die Band in einem großen Studio auf der anderen Seite des Geländes waren. Und sie vereinnahmten sozusagen ‚Jelmore‘ und füllten ihn mit diesem wunderbaren Live-Gefühl. Im Verlauf des Albums gibt es eine Menge Teile, die irgendwie karg sind, aber viel Live-Energie in sich tragen.“


„Faith“

Vernon: „Eine Improvisation aus dem Keller, die viele Jahre herumgelegen hat; vielleicht hätte das Stück auf dem letzten Album sein können oder war es sogar eine Zeit lang. Ich weiß nicht, Mann – in dem Song geht es darum, Vertrauen zu haben.“


„Marion“

Messina: „Ich glaube, an dem Ding hatte Justin schon eine Weile herumgetüftelt; seit ein paar Jahren schnappt er sich manchmal die Gitarre und dann hört man irgendwie dieses Riff. Wir hatten keine Ahnung, was damit passieren sollte. Das ist noch so ein Stück, das auch in der TU Dance-Show vorkommt. Das Coole an der Version auf dem Album ist aber, dass wir sie live mit einem sechsköpfigen Ensemble eingespielt haben. Rob Moose hat alles dafür aufgeschrieben und dirigiert. Die Besetzung bestand aus Saxofon, Posaune, Trompete, Waldhorn, Harmonika und ich glaube, dass wir die live eingespielt haben. Und dann hat Justin live gesungen und live Gitarre gespielt.“


„Salem“

Vernon: „OP-1-Loop, verrückte Indigo Girls- und Ricky Lee Jones-Schwingungen… Ich habe mich dieses Jahr intensiv mit LSD und den Grateful Dead beschäftigt, also finden sich hier definitiv ein paar frühe psychedelische Schwingungen. Dieses Album sollte tatsächlich als unser Herbst-Album angesehen werden, wenn man die anderen als Jahreszeiten betrachtet. Salem und brennende Blätter – diese Sehnsüchte und Tode; das alles findet man in diesem Stück. Es handelt sich also um einen wirklich herbstlichen Song.“


„Sh’Diah“

Vernon: „Das steht für ‚der beschissenste Tag in der Geschichte Amerikas‘ – den Tag nach der Wahl von Donald Trump. Noch so ein Song, der lange als improvisierte Idee im Hintergrund herumflog, bis wir endlich herausfanden, wo wir Mike Lewis, unseren liebsten lebenden Instrumentalisten, unterbringen können. Er spielt mit dem Song und die Band konnte lauter abgefahrene Schichten darüber legen. Dieser Song hat einfach eine meiner liebsten Stimmungen auf dem Album.“


„RABi“

Messina: „Justin singt hier eine coole Melodie, die Gitarre vermittelt eine gemütliche und gesetzte Stimmung, aber wir wussten nicht wirklich, wohin die Reise gehen sollte. Und dann haben Brad und die ganzen anderen Typen den Song in die Hände bekommen und eine Traumsequenz daraus gemacht; das war so abgefahren. Wir haben das alle irgendwie gehört und sagten ‚Wow, damit müssen wir das Album abschließen.‘ Die Aussage ist ganz klar ‚Bis später‘.“

Vernon: „Einfach etwas von diesem ‚das Leben ist doch schön, oder?’. Es gibt vieles, über das man traurig sein kann, vieles, was einen verwirrt, und vieles, für das man dankbar sein kann. Und sich auf die Dankbarkeit und Wertschätzung für die Menschen um uns herum zu konzentrieren, die dich zu der Person machen, die du bist, die dir Sicherheit geben und dich behüten, damit du so sein kannst, wie du sein möchtest … das ist immer noch ein Antrieb im Leben. Wir brauchen das. Wir dachten uns, es sei eine nette Art, das Album abzuschließen.“

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