Unsere Anmerkungen „Es hat sich mit der Zeit ganz natürlich ergeben“, erzählt Harrison Mills gegenüber Apple Music über BRONSON, eine Zusammenarbeit zwischen dem aus Seattle stammenden Duo ODESZA (Mills an der Seite von Clayton Knight) und Producer Golden Features (Tom Stell) aus Sydney. „Wir waren zunächst einfach Freunde. Als wir das erste Mal nach Australien kamen, war Tom die erste Person, die wir getroffen haben. Wir haben uns sofort super verstanden und sehr gut kennengelernt. An dem Projekt haben wir schon einige Jahre gearbeitet, der Großteil wurde 2018 sowohl online als auch bei einem Besuch in Berry in New South Wales innerhalb von einer Woche aufgenommen.“ Das daraus entstandene Album zu entdecken steht einem Schatzfund in nichts nach. Mehr noch als Elemente der jeweiligen Künstler zu kombinieren, handelte es sich um eine wirkliche Kooperation, bei der die Mitglieder einander inspirierten, sich außerhalb ihres bekannten Terrains Herausforderungen stellten und Grenzen ausloteten. „Ich schickte eine Melodie [an ODESZA] raus“, so Stell, „und sie schickten mir diesen unglaublichen, nahezu fertigen Song zurück. Sie hatten Drum- und Basssounds hinzugefügt, die ich so nie in Betracht gezogen hätte, was die Arbeit so großartig gemacht hat. Ideen wurden diesmal weiterverfolgt, die normalerweise verworfen worden wären und bei denen wir gesagt hätten: ‚Das klingt nicht nach ODESZA, das klingt nicht nach Golden Features.‘“ Mills fügt hinzu: „Wir alle standen dem sehr aufgeschlossen gegenüber und haben versucht, uns nicht einschränken zu lassen. Wir haben ständig dazugelernt.“ Im Folgenden sprechen die Mitglieder von BRONSON über jeden Track ihres Debütalbums.

FOUNDATION
Mills: „Das hier war einer der letzten Songs, die wir geschrieben haben. Ironischerweise eröffnet er jetzt das Album. Wir waren schon immer Befürworter des Konzepts, ein Intro auf einem Album zu haben, und haben das hier umgesetzt. Es sollte etwas sein, das auf den Spirit des Albums verweist und die Hörerinnen und Hörer in den Sound von BRONSON eintauchen lässt. Wir wollten sicherstellen, gleich den richtigen ersten Eindruck zu vermitteln. Etwas, das sich zwischen Dunkelheit und Euphorie bewegte.“

HEART ATTACK (feat. lau.ra)
Mills: „lau.ra schickte zunächst Melodien mit Nonsens-Texten für das Demo, von denen wir schließlich einen Teil loopten. Es war so catchy und hypnotisch. Ihre Vortragsweise war sehr intim – gleichermaßen strahlend wie dunkel, aufmunternd wie melancholisch.“
Stell: „Der erste Vocal-Track, an dem wir fürs Album gearbeitet haben. Es war eine dieser Ideen, die sich sehr schnell ergaben und sich beim Schreiben mit lau.ra ganz natürlich anfühlten. Es war ein Zusammenspiel der unterschiedlichen Sounds von ODESZA und Golden Features und eine Art Wendepunkt für die Arbeit am Album.“

BLINE
Knight: „Die erste Version dieses Songs hatte noch etwas Entspannteres, aber er schien nicht unserem Anspruch gerecht zu werden – zumindest nicht in der Hinsicht, dass er es aufs Album schafft. Wir haben weiter verschiedene Lead-Vocals ausprobiert, bis wir auf eine Melodie stießen, die dem Ganzen einen treibenden Sound gab und dem Song letztlich ein höheres Energielevel verlieh, als wir ursprünglich beabsichtigt hatten. Wir haben uns voll darauf fokussiert, viele verschiedene analoge Elemente zu verwenden, diese ständig anzupassen und den Song vielschichtiger zu gestalten, um ihn somit lebendiger klingen zu lassen.“

KNOW ME (feat. Gallant)
Mills: „Wir waren schon immer Fans von Gallants Arbeit, also wandten wir uns an ihn und versuchten, eine gemeinsame Studiosession in L.A. zu vereinbaren. Als wir uns dann schließlich trafen, waren wir ganz auf einer Wellenlänge. Er ist so begabt – es war unglaublich, ihm dabei zuzusehen, wie er sich eines einfachen Demo-Loops kreativ annahm, den wir aufgenommen hatten. Während dieser Session sprachen wir auch über den Inhalt der Lyrics, in denen es darum geht, eine Person zu lieben, die dich nicht richtig kennt, und am Ende zu der Erkenntnis zu gelangen, dass sie dich tatsächlich nie wirklich gekannt hat. Daraus ergab sich, dass er den emotionalen R&B-Sound und den Ton, der uns vorschwebte, perfekt auf den Punkt brachte. Es verlieh der Botschaft des Songs eine völlig andere Tiefe.“

VAULTS
Stell: „Das hier war eines der früheren Instrumentalstücke, die wir fertiggestellt haben. Es diente als Grundstein für das gesamte Sounddesign und die Ästhetik des Albums. Der Track schlug eine komplett andere Richtung als unsere anderen Projekte ein und stand für einen klaren Stilwechsel bei der Arbeit für BRONSON. Wir wussten, dass wir hier etwas Besonderes hatten, das dann als Richtschnur für den Rest des Albums diente.“

TENSE
Stell: „Dies war der erste Track, an dem wir als BRONSON gearbeitet haben, weswegen er höchstwahrscheinlich so heavy rüberkommt. Es fühlte sich wirklich so an, als würde man aus den bekannten Strukturen von ODESZA und Golden Features ausbrechen. Es trieb uns als Inspirationsquelle an, das Projekt fortzuführen. Es sollte ein echter Einheizer werden – und das ist uns hoffentlich gelungen.“

CALL OUT
Mills: „Dieser Track nahm Konturen an, als wir mit Achtziger-Sounds herumspielten und von der Energie dieser Ära inspiriert waren. Nach ein paar Gläsern Wein fingen wir dann an, dazu zu singen. Man kann Tom und mich in den Vocals hören, was ansonsten natürlich nicht die Regel war.“

CONTACT
Knight: „‚CONTACT‘ ist der abgedrehteste Song auf unserem Album. Wir wollten einen Dance-Song kreieren, ihn durch den Verstärker jagen und mit Verzerrung und Sättigung versehen, um ihm eine chaotische Note zu verleihen. Für uns ist es ein solch frenetischer und aufgeladener Moment auf dem Album, den wir komplett festhalten wollten. Wir haben einige Risiken im Schreibprozess des ganzen Albums in Kauf genommen und sind sozusagen bis an die Grenzen gegangen. Das hat sich gut angefühlt.“
Mills: „Wir haben wirklich einfach versucht, einen verzerrten Dance-Song aufzunehmen. Diese coolen Elemente waren vorhanden, doch lag die Schwierigkeit darin, das Interesse für volle drei Minuten aufrechtzuerhalten. Wir wollten einfach, dass die Zuhörer den ganzen Song über voll dabei sind.“

KEEP MOVING
Mills: „In diesem Song geht es darum, sich durchzubeißen und um das Zwiegespräch mit sich selbst, wenn man einem Hindernis oder einem Gegner gegenübersteht. In Sachen Instrumentierung und hinsichtlich der Lyrics wollten wir das intensive Gefühl und die Erfahrung vermitteln, wenn man all seine Energie bündelt, um das zu überwinden, was auch immer einem entgegensteht. Ein interessanter Aspekt dieses Tracks besteht darin, dass wir eine marschierende Armee gesampelt haben, um ihm im Kern diesen pulsierenden und perkussiven Drive zu verpassen. Von da an hat es sich einfach weiterentwickelt.“

DAWN (feat. Totally Enormous Extinct Dinosaurs)
Mills: „Mit TEED wollten wir schon seit Langem zusammenarbeiten. Wir haben ihm einige Tracks vorgespielt und über den Inhalt des Albums gesprochen. Er begab sich für gerade einmal 20 Minuten in eine Studioecke und kam mit diesem unglaublichen Textinhalt und dieser Melodie zurück. Von diesem Punkt aus haben wir es dann fortgeführt. Es war großartig, ihm bei der Arbeit zuzusehen. Ich meine, das Stück wurde in drei oder vier Stunden geschrieben und fertiggestellt, was echt krass ist.“
Knight: „In kreativer Hinsicht haben wir gegenüber Orlando [TEED] großen Respekt. Nicht nur, dass die Lyrics einen neuen Hoffnungsschimmer vermitteln, auch seine Vocals ergänzen die Stimmung und Energie des Songs perfekt. ‚DAWN‘ ist ein Song, der dich mit auf eine Reise nehmen soll, und dich veranlasst, die unterschiedlichen Ansätze und Emotionen des Albums zu erkunden. Wir konnten uns keinen geeigneteren Song als abschließenden Track vorstellen.“

TITEL
FOUNDATION
1
3:04
 
HEART ATTACK (feat. lau.ra)
2
3:29
 
BLINE
3
4:24
 
KNOW ME (feat. Gallant)
4
3:00
 
VAULTS
5
4:04
 
TENSE
6
3:19
 
CALL OUT
7
2:59
 
CONTACT
8
3:27
 
KEEP MOVING
9
4:06
 
DAWN (feat. Totally Enormous Extinct Dinosaurs)
10
7:23
 

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