9 Titel, 47 Minuten

UNSERE ANMERKUNGEN

„Noch nie hat jemand zu uns gesagt: ‚Alles klar, der Song ist gut, aber jetzt sollten wir versuchen, ihn noch eine Klasse besser zu machen,‘“ erklärt Joe Goddard von Hot Chip gegenüber Apple Music. Nach sechs erfolgreichen Alben holten sich die Bandmitglieder – Goddard, Alexis Taylor, Al Doyle, Owen Clarke und Felix Martin – für „ A Bath Full of Ecstasy“ zum ersten Mal Hilfe ins Studio und sicherten sich die Dienste von zwei herausragenden Produzenten: Rodaidh McDonald (The xx, Sampha) und Philippe Zdar (Cassius, Phoenix). Dieses Interview wurde vor Zdars tragischen Tod am 19. Juni 2019 geführt.


„Die beiden haben von uns jetzt nicht wirklich verrückte Dinge verlangt, aber es gab schon ein paar Momente, in denen sie uns herausgefordert haben, unseren Wohlfühlbereich zu verlassen; was wirklich gesund und positiv war,“ sagt Joe Goddard. „A Bath Full of Ecstasy“ ist die beste Rechtfertigung für die Entscheidung, externe Spezialisten in Anspruch zu nehmen. Anstatt Abstand von ihrem Erfolgsrezept zu nehmen, das auf der Mischung von Pop-Melodien, Melancholie und schillernden Club-Beats basiert, hat die Band es zu ihrem bis jetzt kontrastreichsten und strahlendsten Album weiterentwickelt. Erreicht haben sie das auch mit der Hilfe von Katy Perry, scharfer Soße und Alexis Taylors Schwiegermutter – die Einzelheiten erfahrt ihr hier Track-by-Track.


„Melody of Love“

Alexis: „Es geht darum sich dem Sound zu unterwerfen und den Optimismus in dessen abstrakter Schönheit zu finden. Es geht um die persönlichen und die universelleren Probleme, mit denen sich Individuen konfrontiert sehen, und wie diese überwunden werden können; es geht um die Verbindung zu etwas, das dich anspricht.“

Joe: „Anfänglich hatte ich die Idee, das Stück ohne Gesang herauszubringen, also im eigentlichen Sinne gar nicht als Song. Aber dann fand ich dieses Sample aus einem Gospel-Track von The Mighty Clouds of Joy und Alexis hat auf diese Musik sehr schnell reagiert und einen großartigen Text dazu verfasst. Rodaidh ist ein sehr konzentrierter Typ, ein bisschen wie der T-1000, und er meinte: ‚Ok, Jungs, wir machen jetzt das, das, das und das.‘ Er hat das Stück einfach zurechtgestutzt, was ein wirklich toller Vorschlag war.“


„Spell“

Alexis: „Dies ist ein Verführer-Song aber es ist nicht hundertprozentig klar, wer das Sagen hat, wer die Oberhand hat, wer die Peitsche hält …“

Joe: „Alexis’ Songwriting und Texte sind fantastisch, aber er ist so ein enormer Verehrer von Prince, dass ich mir sicher war, dass es für ihn die Möglichkeit gab, noch etwas mehr Sinnlichkeit und Sex-Appeal unterzubringen. Und dass er darin wirklich aufgehen würde. Ich denke aber, dass ihm das nicht einfach zufliegt. Dann wurden wir gefragt, ob wir ein paar Tage mit Katy Perry im Studio verbringen wollten. Wir haben dann ein paar kurze Demo-Ideen für diesen Anlass zusammengetragen und der Anfang von ‚Spell‘ war eine davon. Ich glaube, für Alexis war die Vorstellung, für sie etwas zu schreiben, regelrecht befreiend.“


“Bath Full of Ecstasy”

Alexis: „‚Bath Full of Ecstasy’ ist ein Computerspiel – ein Platformer im Side-Scrolling-Stil, bei dem der Spieler eines der fünf Bandmitglieder steuert und die Aufgabe hat, das Königreich zu retten. Ein Fluch hat das Königreich befallen und alle Freude ausgelöscht, so dass die Bewohner der Dörfer und Städte keine Farben mehr sehen und keine Musik mehr hören können. Mit Hilfe der Badeschaumfee, eines magischen Mikrofons und ein paar freundlicher Fremder am Wegesrand muss die Band fünf aufregende Welten auf der Suche nach der geheimen Ursache des Fluchs durchsuchen, um ihn zu brechen.“


„Echo“

Joe: „Das Demo ist auch eins von denen, die wir für die Session mit Katy Perry geschrieben haben. Wir versuchten, ein bisschen was im Stil von The Neptunes und Pharrell zu machen – eine simple Hip-Hop-Baseline mit Drums. Im Text geht es darum, die eigene Vergangenheit loszulassen.“

Alexis: „Ursprünglich hieß der Track ‚Hot Sauce‘ und handelte von meiner liebsten scharfen Soße, die mein Freund und legendärer Meister der Edelstahl-Pfanne, Fimber Bravo zubereitet.“
Al: „Hier hat Philippe sein Konzept von ‚Luft‘ mit eingebracht, wobei er mit riesigen Lücken und Freiräumen die klangliche Palette des Songs wirklich reduziert hat – bis hin zu dem Punkt, an dem man versucht ist zu sagen, ‚oh wow, das ist schon fast ein bisschen zu dünn.‘ Aber das, was da ist, ist extrem druckvoll, handgemacht und rasiermesserscharf.“


„Hungry Child“

Joe: „Hier geht es ausschließlich um diese wirklich sehnsüchtige, besessene Art der Liebe – unerwidert. Ganz klar ein klassisches Thema in der Soul- und Discomusik und davon habe ich mich vollkommen mitreißen lassen. Ich liebe Disco-Nummern, die das machen; ich finde, die haben eine ganz spezielle Power. Und bei Jamie Principle, Frankie Knuckles und bei diesem brillanten Deep House-Klassiker von Round Two, ‚New Day‘ findest du überall dieses besessene, dunkle Zeug über Liebe.“

Alexis: „Ich habe vor allem das Mellotron beigesteuert und den Refrain geschrieben – über Dinge, die nur einen Moment andauern, dich aber irgendwie dein Leben lang beschäftigen.“


„Positive“

Alexis: „Der Song handelt von Beobachtungen zu Obdachlosigkeit, Krankheit, der Sehnsucht nach Zugehörigkeit, freundlichen Gesten, oder dem Ausbleiben davon, Information, Liebe … Es ist ein Herzschmerz-Song über diese Themen, der sich im Grunde um eine Fantasie-Beziehung dreht.“

Joe: „Er ist sehr Eurorack-synthlastig, was sich nach dem neuesten Schrei und sehr modern anhört.“


„Why Does My Mind“

Alexis: “Ein Song, der auf der Gitarre von Alex Chilton geschrieben wurde, die mir wiederum Jason McPhail [aus der Band V-Twin aus Glasgow] geliehen hat und der von der verblüffenden Funktionsweise meines Verstandes handelt.“

Al: „Es ist einer der älteren Songs auf dem Album. Der flog schon eine Weile bei uns herum und war definitiv einer der Favoriten von Alexis. Es war gut, ihm diesen Moment auf dem Album zuzugestehen. Es handelt sich dabei eher um einen nachdenklichen Moment.“


„Clear Blue Skies“

Joe: „Wenn ein Album erstmal zu 70 Prozent fertiggestellt ist, denkst du darüber nach, wie du die Musik, die du schon hast, am besten ergänzen kannst. Also suchten wir etwas Sanftes, das sich an der Drum-Machine orientiert. Außerdem hat mich ‚St. Elmo’s Fire‘ von Brian Eno inspiriert, der das gleiche Gefühl vermittelt. In Anbetracht der Größe des Universums fällt es mir wirklich schwer, zu versuchen, diese Bedeutung in den kleinen Dingen zu finden. Das bereitet mir manchmal wirklich Probleme – darum geht es in diesem Song.“


„No God“

Alexis: „Ein Lovesong, der mit der Vorstellung geschrieben wurde, dass meine Schwiegermutter ihn bei einer Talentshow vortragen wird, der jedoch nie bei ihr ankommt und sich deshalb in einen euphorischen Titel über die Liebe zu einer Person und nicht zu Gott oder dem Licht verwandelt.“

Joe: „Der Refrain und die Strophen sind sehr, sehr simple Popmusik. An einem Punkt hat er uns an ABBA erinnert. Wir haben damit gehadert, die Produktion so interessant zu gestalten, dass die richtige Balance zwischen seltsam und poppig entsteht. Es erinnert mich etwas an Andrew Weatherall und Primal Scream – wie House aus Ibiza.“

Owen: „Eine Zeit lang ging der Track in Richtung Reggae. Einen Techno-Moment hatte er auch.“

UNSERE ANMERKUNGEN

„Noch nie hat jemand zu uns gesagt: ‚Alles klar, der Song ist gut, aber jetzt sollten wir versuchen, ihn noch eine Klasse besser zu machen,‘“ erklärt Joe Goddard von Hot Chip gegenüber Apple Music. Nach sechs erfolgreichen Alben holten sich die Bandmitglieder – Goddard, Alexis Taylor, Al Doyle, Owen Clarke und Felix Martin – für „ A Bath Full of Ecstasy“ zum ersten Mal Hilfe ins Studio und sicherten sich die Dienste von zwei herausragenden Produzenten: Rodaidh McDonald (The xx, Sampha) und Philippe Zdar (Cassius, Phoenix). Dieses Interview wurde vor Zdars tragischen Tod am 19. Juni 2019 geführt.


„Die beiden haben von uns jetzt nicht wirklich verrückte Dinge verlangt, aber es gab schon ein paar Momente, in denen sie uns herausgefordert haben, unseren Wohlfühlbereich zu verlassen; was wirklich gesund und positiv war,“ sagt Joe Goddard. „A Bath Full of Ecstasy“ ist die beste Rechtfertigung für die Entscheidung, externe Spezialisten in Anspruch zu nehmen. Anstatt Abstand von ihrem Erfolgsrezept zu nehmen, das auf der Mischung von Pop-Melodien, Melancholie und schillernden Club-Beats basiert, hat die Band es zu ihrem bis jetzt kontrastreichsten und strahlendsten Album weiterentwickelt. Erreicht haben sie das auch mit der Hilfe von Katy Perry, scharfer Soße und Alexis Taylors Schwiegermutter – die Einzelheiten erfahrt ihr hier Track-by-Track.


„Melody of Love“

Alexis: „Es geht darum sich dem Sound zu unterwerfen und den Optimismus in dessen abstrakter Schönheit zu finden. Es geht um die persönlichen und die universelleren Probleme, mit denen sich Individuen konfrontiert sehen, und wie diese überwunden werden können; es geht um die Verbindung zu etwas, das dich anspricht.“

Joe: „Anfänglich hatte ich die Idee, das Stück ohne Gesang herauszubringen, also im eigentlichen Sinne gar nicht als Song. Aber dann fand ich dieses Sample aus einem Gospel-Track von The Mighty Clouds of Joy und Alexis hat auf diese Musik sehr schnell reagiert und einen großartigen Text dazu verfasst. Rodaidh ist ein sehr konzentrierter Typ, ein bisschen wie der T-1000, und er meinte: ‚Ok, Jungs, wir machen jetzt das, das, das und das.‘ Er hat das Stück einfach zurechtgestutzt, was ein wirklich toller Vorschlag war.“


„Spell“

Alexis: „Dies ist ein Verführer-Song aber es ist nicht hundertprozentig klar, wer das Sagen hat, wer die Oberhand hat, wer die Peitsche hält …“

Joe: „Alexis’ Songwriting und Texte sind fantastisch, aber er ist so ein enormer Verehrer von Prince, dass ich mir sicher war, dass es für ihn die Möglichkeit gab, noch etwas mehr Sinnlichkeit und Sex-Appeal unterzubringen. Und dass er darin wirklich aufgehen würde. Ich denke aber, dass ihm das nicht einfach zufliegt. Dann wurden wir gefragt, ob wir ein paar Tage mit Katy Perry im Studio verbringen wollten. Wir haben dann ein paar kurze Demo-Ideen für diesen Anlass zusammengetragen und der Anfang von ‚Spell‘ war eine davon. Ich glaube, für Alexis war die Vorstellung, für sie etwas zu schreiben, regelrecht befreiend.“


“Bath Full of Ecstasy”

Alexis: „‚Bath Full of Ecstasy’ ist ein Computerspiel – ein Platformer im Side-Scrolling-Stil, bei dem der Spieler eines der fünf Bandmitglieder steuert und die Aufgabe hat, das Königreich zu retten. Ein Fluch hat das Königreich befallen und alle Freude ausgelöscht, so dass die Bewohner der Dörfer und Städte keine Farben mehr sehen und keine Musik mehr hören können. Mit Hilfe der Badeschaumfee, eines magischen Mikrofons und ein paar freundlicher Fremder am Wegesrand muss die Band fünf aufregende Welten auf der Suche nach der geheimen Ursache des Fluchs durchsuchen, um ihn zu brechen.“


„Echo“

Joe: „Das Demo ist auch eins von denen, die wir für die Session mit Katy Perry geschrieben haben. Wir versuchten, ein bisschen was im Stil von The Neptunes und Pharrell zu machen – eine simple Hip-Hop-Baseline mit Drums. Im Text geht es darum, die eigene Vergangenheit loszulassen.“

Alexis: „Ursprünglich hieß der Track ‚Hot Sauce‘ und handelte von meiner liebsten scharfen Soße, die mein Freund und legendärer Meister der Edelstahl-Pfanne, Fimber Bravo zubereitet.“
Al: „Hier hat Philippe sein Konzept von ‚Luft‘ mit eingebracht, wobei er mit riesigen Lücken und Freiräumen die klangliche Palette des Songs wirklich reduziert hat – bis hin zu dem Punkt, an dem man versucht ist zu sagen, ‚oh wow, das ist schon fast ein bisschen zu dünn.‘ Aber das, was da ist, ist extrem druckvoll, handgemacht und rasiermesserscharf.“


„Hungry Child“

Joe: „Hier geht es ausschließlich um diese wirklich sehnsüchtige, besessene Art der Liebe – unerwidert. Ganz klar ein klassisches Thema in der Soul- und Discomusik und davon habe ich mich vollkommen mitreißen lassen. Ich liebe Disco-Nummern, die das machen; ich finde, die haben eine ganz spezielle Power. Und bei Jamie Principle, Frankie Knuckles und bei diesem brillanten Deep House-Klassiker von Round Two, ‚New Day‘ findest du überall dieses besessene, dunkle Zeug über Liebe.“

Alexis: „Ich habe vor allem das Mellotron beigesteuert und den Refrain geschrieben – über Dinge, die nur einen Moment andauern, dich aber irgendwie dein Leben lang beschäftigen.“


„Positive“

Alexis: „Der Song handelt von Beobachtungen zu Obdachlosigkeit, Krankheit, der Sehnsucht nach Zugehörigkeit, freundlichen Gesten, oder dem Ausbleiben davon, Information, Liebe … Es ist ein Herzschmerz-Song über diese Themen, der sich im Grunde um eine Fantasie-Beziehung dreht.“

Joe: „Er ist sehr Eurorack-synthlastig, was sich nach dem neuesten Schrei und sehr modern anhört.“


„Why Does My Mind“

Alexis: “Ein Song, der auf der Gitarre von Alex Chilton geschrieben wurde, die mir wiederum Jason McPhail [aus der Band V-Twin aus Glasgow] geliehen hat und der von der verblüffenden Funktionsweise meines Verstandes handelt.“

Al: „Es ist einer der älteren Songs auf dem Album. Der flog schon eine Weile bei uns herum und war definitiv einer der Favoriten von Alexis. Es war gut, ihm diesen Moment auf dem Album zuzugestehen. Es handelt sich dabei eher um einen nachdenklichen Moment.“


„Clear Blue Skies“

Joe: „Wenn ein Album erstmal zu 70 Prozent fertiggestellt ist, denkst du darüber nach, wie du die Musik, die du schon hast, am besten ergänzen kannst. Also suchten wir etwas Sanftes, das sich an der Drum-Machine orientiert. Außerdem hat mich ‚St. Elmo’s Fire‘ von Brian Eno inspiriert, der das gleiche Gefühl vermittelt. In Anbetracht der Größe des Universums fällt es mir wirklich schwer, zu versuchen, diese Bedeutung in den kleinen Dingen zu finden. Das bereitet mir manchmal wirklich Probleme – darum geht es in diesem Song.“


„No God“

Alexis: „Ein Lovesong, der mit der Vorstellung geschrieben wurde, dass meine Schwiegermutter ihn bei einer Talentshow vortragen wird, der jedoch nie bei ihr ankommt und sich deshalb in einen euphorischen Titel über die Liebe zu einer Person und nicht zu Gott oder dem Licht verwandelt.“

Joe: „Der Refrain und die Strophen sind sehr, sehr simple Popmusik. An einem Punkt hat er uns an ABBA erinnert. Wir haben damit gehadert, die Produktion so interessant zu gestalten, dass die richtige Balance zwischen seltsam und poppig entsteht. Es erinnert mich etwas an Andrew Weatherall und Primal Scream – wie House aus Ibiza.“

Owen: „Eine Zeit lang ging der Track in Richtung Reggae. Einen Techno-Moment hatte er auch.“

TITEL LÄNGE

Mehr von Hot Chip