10 Titel, 39 Minuten

TITEL LÄNGE

Bewertungen und Rezensionen

5.0 von 5
2 Bewertungen

2 Bewertungen

mc pjotre ,

strahlend dunkel zuversicht

Es sind gerade mal zwei Jahre vergangen, da dreht sich schon wieder ein neuer Sen Lotus „longplayer“ auf meinem i-pod . Ist da schnell die nächste Platte produziert worden, nur um wieder etwas zu veröffentlichen, fragt man sich, oder ist da genug Substanz vorhanden gewesen, um sich wieder ins Studio zu wagen.

Zur Beruhigung : Hits hat „Straße der Zuversicht“ zuhauf, dem hat die Hinwendung der Band zum großen glitzernden Popentwurf, die Verfeinerung des Sounds und die Entscheidung, zur Konzentration auf Song und Melodie a la Kaiser Chiefs und Konsorten des Indie Genres gut getan.
Wobei dies beim Zuhören immer beim angenehmen Zitat bleibt, das nicht versucht sich am Ohr vorbeizuschummeln oder gar mit Gewalt ins Bewusstsein zu drängen.
„Die Straße der Zuversicht“ ist weit weniger sanft und unschuldig, sondern bei weitem unmittelbarer und direkter , dabei strahlender und dunkler zugleich als sein Vorgänger.

Zwischen teils schrillen Delay-Gitarren und einem schepperndem straighten Schlagzeug entstehen Melodien, die sich immer mehr entwickeln , aufbauen und einen magisch in ihren Bann ziehen. Wenn Klavier und Schlagzeug den Rhythmus bei „Let Love in“ immer wieder in sich verschieben und doch gerade nach vorne treiben... Wo „Himmel“ sich aus elegischem Balladentum in ein vielstimmiges manisches Gitarrenorchester steigert über dem die Stimme von Peter Trebo in verzweifelt manischer Erhabenheit thront . Wenn in „Straße der Zuversicht“ Sweet meets Maximo Park zelebriert wird und ein direkter Rocksong sich mit Indie Gitarrensound vermischt.
Stellen, an denen sich das Schlagzeug in Breaks wirft , die einen Sog entwickeln, dem man sich schwer zu entziehen vermag. Wo ein hämmernder tragender Bass alles zusammenschweißt und dem Ganzen den nötigen Schub verleiht, der einen mitreißt und wegreißt in die Richtung, wo das Herz schlägt , schlägt , schlägt . Wo man sich bei jedem Song immer wieder dabei findet , die Melodien im Kopf nachhallen zu hören, wo sie sich zu wiederholen beginnen.
Das alles kann ganz euphorisch vor Glück machen . Es sind eben Platten wie diese, bei denen man sich wünscht unbedarft und blind begeisterungsfähig zu sein, um zu glauben , dass das wirklich jeder kennen und mögen muss.